Freitag, 30. September 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

Heute gibts keine richtigen Freitagsweisheiten weil ich heute von Termin zu Termin gehetzt bin. Dafür gilt am Wochenende ganz nach Bernhard von Clairvaux: "Gönne Dich Dir selbst!". Und dann haben wir noch über unsere Gemeinde Karten für den BVB für morgen bekommen! (Auch eine interessante Form der Pastoral ;)
Hier kommt aber das "Muck-Bild der Woche":

Allen ein schönes, sonniges und entspanntes Wochenende!

PS: Von Montag bis Samstag gibt es jeden Morgen den Nepomuk im Domradio!
Ich würd' mich freuen, wenn einer einschaltet!

Donnerstag, 29. September 2011

Der Papst, die Medien und der BVB

Ein Kollege von mir hat es vorhin in einer Sitzung auf den Punkt gebracht:

"Würden die Medien über Fussball so berichten wie über den Papstbesuch, würden wir heute alle glauben, dass der BVB gestern gewonnen hat!"

Stimmt. Obwohl, in diesem Fall hätte ich's ja doch ganz gut gefunden;)

Zum heutigen Fest: Die neue Engelreligion

Zum heutigen Fest der Erzengel möchte ich auf ein wirklich interessantes Buch hinweisen. Es heißt "Die neue Engelreligion" und stammt von Thomas Ruster. In der Beschreibung heißt es: " Was steckt hinter dem heutigen Engel-Boom? Gibt es eine neue Sensibilität für das Überirdische oder ist die Engelreligion ein rein esoterisches Phänomen? Wie stehen die beiden Seiten des Engelglaubens, die helle und die dunkle, zueinander? Thomas Ruster geht dem Phänomen der Engelreligion auf den Grund und stellt fest, dass sie auf ideale Weise den Bedingungen der Moderne angepasst ist. Sie entspricht dem Individualismus und der Suche nach eigenem, persönlichen Ausdruck. Im Engelglauben vollzieht sich Erkenntnis des 'Himmels' - eine Religion mit Bezug zur Transzendenz, aber nicht zu Gott. Hier sieht Ruster das Christentum herausgefordert, seine alte Lehre vom Himmel, von den Engeln, von den Mächten und Gewalten zu aktualisieren. Das Buch bietet eine zeitgemäße Weiterführung der traditionellen christlichen Engellehre, mit der das Wirken himmlischer Mächte - lichter und dunkler - heute plausibel gemacht werden kann."

Dieses Buch bietet einen ungewöhnlichen und ungewohnten Ansatz. Die Lehre von den "Mächten und Gewalten", der Ruster schon seit längerem nachgeht, ist aber hoch interessant. Vieles was heute eher als seltsame Randerscheinung der Theologie angesehen wird, holt er in die Mitte des Glaubens zurück und kommt zu spannenden Perspektiven. Empfehlung!!!

Thomas Ruster, Jahrgang 1955, ist seit 1995 Professor für Katholische Theologie mit dem Schwerpunkt Systematische Theologie / Dogmatik an der Technischen Universität Dortmund. Das Buch ist erschienen bei Butzon und Bercker, Kevelaer 2010.

Mittwoch, 28. September 2011

Dienstag, 27. September 2011

Vinzenz von Paul und die barmherzigen Schwestern

Am heutigen Gedenktag kann man auch einmal mit Hochachtung der vielen Frauen gedenken, die in den letzten 150 Jahren gerade hier im Ruhrgebiet als Vinzentinerin ihren Dienst getan haben. Unter teilweise abenteuerlichen Bedingungen haben sie Krankenhäuser, Kindergärten, Hauswirtschaftsschulen, Kinder- und Altenheime und vieles mehr aufgebaut. Ohne diese mutigen Pionierinnen, die oftmals ohne Rücksicht auf ihre eigene Gesundheit bis zur Erschöpfung gearbeitet haben, gäbe es unser heutiges soziales Netz nicht. Ich finde, dass ein "Denkmal der unbekannten Schwester" schon längst überfällig wäre!
Kehrseite der ganzen Geschichte ist aber auch, dass bloßes Arbeiten als Spiritualität einfach nicht ausreicht. Viele Schwestern haben zwar aufopferungsvoll gearbeitet (und sind dazu von den Ordensoberen ja auch streng angehalten worden), wurden aber geistlich völlig vernachlässigt. Der hl.Vinzenz ist daran nicht ganz unschuldig, siehe die heutige Lesehore. Er ist aber wahrscheinlich dahingehend missverstanden worden, dass man meinte, für "Gottes Lohn" zu schaffen, reiche schon als Grundlage für ein gelungenes Ordensleben. Gemeinschaftliches Leben im Konvent, persönliches und gemeinsames Gebet und herzliche "Mitschwesterlichkeit" haben oft keine Rolle gespielt. Diese dringend notwendigen, aber häufig fehlenden Dinge merkt man schmerzlich beim fehlenden Ordensnachwuchs oder auch dann, wenn Schwestern aus Alters- oder Krankheitsgründen eben nicht mehr arbeiten können. Da kann ein Tag schon mal lang und einsam werden.
Im Laufe der verschiedenen Stationen meiner Arbeit habe ich eine ganze Reihe von barmherzigen und auch weniger barmherzigen Schwestern kennen gelernt. Die schönste Berufungsgeschichte ist für mich immer noch die von Sr. Luka: Die junge Frau hatte sich entschlossen, Ordensschwester zu werden, und zwar "Schwester der christlichen Liebe". Sie fuhr also mit dem kleinen Köfferchen vom Ruhrgebiet aus in die westfälische Bischofsmetropole. Als sie dann am Mutterhaus schellte, sagte die Pfortenschwester nachdem sie ihr Anliegen geäußert hatte zu ihr: "Das ist das andere Mutterhaus, hier bist Du bei den Vinzentinerinnen gelandet. Ach, Mädchen, weißt Du was, bleib mal hier, hier kannst Du auch Ordensschwester werden!" Sie blieb da, inzwischen seit über 60 Jahren. - So ein Gottvertrauen wünsche ich jedem von uns!

Montag, 26. September 2011

Kosmas und Damian: Heilung durch das Wirken Gottes

„Weil sie kein Geld annahmen, wurden sie enthauptet." Vielleicht ist diese Aussage einer Essener Grundschülerin über Cosmas und Damian die kurzmöglichste Lebensbeschreibung der Märtyrer überhaupt. Denn Geld nahmen die beiden Ärzte und Apotheker aus Kilikien in Kleinasien bei der Anwendung ihrer Heilkunst aus christlicher Überzeugung nicht an. Ihre Fähigkeit zu heilen führten sie auf das Wirken Gottes zurück, an dem sie sich nicht bereichern wollten. Kein Wunder also, dass die Brüder viele Nichtchristen bekehrten. Dies wiederum gefiel im ausgehenden 3. Jahrhundert den römischen Machthabern überhaupt nicht. Nach dem Tod von Cosmas und Damian entwickelte sich die Legende, dass die beiden erst enthauptet wurden, nachdem Ertränken, Verbrennen, Durchlöchern und Steinigen nicht zum tödlichen Ziel geführt hatten. In den Jahrhunderten nach ihrem Tod entwickelte sich eine weit verbreitete Verehrung der Brüder. Sie erreichte um 850 auch das benachbarte Essen, als der Stiftsgründer Altfrid Reliquien der Märtyrer aus Rom hierhin brachte. Noch heute sind Cosmas und Damian Patrone des Doms und der Stadt Essen, aber auch von Ärzten und Apothekern.

Heilung durch das Wirken Gottes? – Das wird den meisten von uns eher seltsam vorkommen. Vielleicht denken wir noch an biblische Geschichten oder an die als Wunder angesehenen Krankenheilungen in Lourdes. Für eine Patientin oder einen Patienten, der häufig einen langen und mühsamen, auch mit Rückschlägen verbundenen Weg der Genesung geht, ist das ein schwacher Trost. Vielen ist auch das schmerzliche Gefühl der Gottesferne nicht fremd.  Trotzdem: Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube auch in Krisenzeiten eine Kraftquelle ist. Häufig merke ich das erst im Nachhinein: dann, wenn ich eine schwierige und scheinbar ausweglos erscheinende Situation überstanden und wieder neuen Mut gefunden habe, wenn ich aus Niederlagen gestärkt hervorgehe, wenn ich mich und mein Leben wieder in den Griff bekomme. Ich gehe diesen Weg nicht allein, andere Menschen helfen mir und begleiten mich. - Auch so wirkt Gott.

Sonntag, 25. September 2011

Kultur für Kurzentschlossene!

Heute abend beginnt das 2. Wittener Improvisationsfestival!
Christian Vorbeck spielt an der Marienorgel, Nepomuk liest das Marienleben von Rilke.

Herzliche Einladung!!!

Samstag, 24. September 2011

Zurück aus Berlin!


Gestern abend sind wir endlich aus Berlin wieder zurückgekehrt! Nachdem wir uns schon am Donnerstag bei der Anreise verspätet hatten weil jemand ein Stück Oberleitung geklaut hatte, ging es gestern ab Spandau (was ja recht weit weg vom Ruhrgebiet liegt) nur im Schritttempo: Signalstörung, Triebfahrzeugsstörung, defekter Waggon...
Naja, wirklich keine Werbung für die Bahn AG.
Was aber wirklich Werbung für die Kirche ist, ist nach meinem Eindruck der bisherige Verlauf des Papstbesuches, die vielen positiven Ereignisse und Eindrücke kann ich hier ja gar nicht im Detail schildern, gerade habe ich die wirklich schönen Bilder aus Erfurt gesehen. Was mich vielleicht in Berlin am meisten beeindruckt hat: Die 70000 Menschen im Olympiastadion waren keine hinterwäldlerischen Schnarchnasen, sondern völlig normale, intelligente und mitten im Leben stehende Menschen, dazu ganz natürlich freundlich und völlig entspannt. Das wäre eine wichtige Botschaft: Christen sind keine Randgruppe, Christen sind ein Leitmilieu. Der Papst ist in seiner Verbindung aus Natürlichkeit, Bescheidenheit und Demut, aber auch Standfestigkeit, Verstand und Geradlinigkeit ein faszinierendes Vorbild. Und seine Botschaft ist nicht rückwärtsgewandt, sondern zeigt Zukunft auf. Danke Benedikt!

Mittwoch, 21. September 2011

Auf deinen Schutz und Schirm fliegen wir...

Zur Entspannung mal was ganz anderes:


Dahin hat sich nämlich gestern der kleine Vogel vor Muck geflüchtet...
Ich sag's ja immer: "Maria hilft!" ;)

Morgen gehts los...

... und meine MdB mag nicht mitspielen. Heul doch, ich hab' Dich eh' nicht gewählt!
Ich freu' mich jedenfalls und fahre morgen gerne nach Berlin.
Allen wünsche ich gutes Gelingen, schöne Erfahrungen und eine Stärkung im Glauben, vielleicht trifft man sich ja!

"Wohl tobet um die Mauern, der Sturm in wilder Wut, das Haus wird's überdauern, auf festem Grund es ruht..." - Sollte man einfach viel öfter mal wieder singen ;)

Montag, 19. September 2011

Der Papst und die Apotheken-Umschau

In den letzten Tagen vor dem Besuch geht es natürlich noch einmal hoch her, die Geschütze werden noch einmal in Stellung gebracht und die einschlägigen Medien bieten ein buntes Feuerwerk an Papstkritik. Aus Gründen der geistigen und seelischen Hygiene sollte man das meiste einfach ignorieren.
Es ist nicht die Kritik als solche die mich aufregt, nein, der muss man sich stellen, wir leben ja nicht in einer katholischen Wagenburg. Was mich stört ist das Niveau der meisten Beiträge: Ich finde es einfach schlecht, wenn Journalisten nicht ordentlich recherchieren, wenn Talkmoderatoren nicht vernünftig moderieren oder wenn meist selbsternannte Experten nicht in der Lage oder willens sind, Dinge objektiv darzustellen. Sie machen dann einfach einen schlechten Job und muten mir dann zu, ihre schlechte Arbeit auch noch anschauen oder lesen zu müssen. Damit käme doch bei mir im wirklichen Leben kein Fliesenleger, Versicherungsvertreter oder Kreissparkassenmitarbeiter mit durch!
Oder die Auswahl der Leute: Was haben z.B. Domian oder Niedecken in einer Diskussion zum Papstbesuch zu suchen? Der eine ist ein abgehalfteter Betroffenheitstalker, der andere ein zugegeben guter Musiker. Aber was können die denn sinnvolles zum Papstbesuch sagen? Ich frage ja meinen Bäcker auch nicht nach Dachziegeln und meinen Dachdecker nach Mohnbrötchen. Sicher, beide werden dazu ihre jeweiligen Meinungen haben, aber es wäre doch völlig sinnlos. (Oder es ist gewollt, und beabsichtigt ist die gezielte Desinformation über Dachziegel und Mohnbrötchen).
Ich habe es neulich schon einmal beschrieben: Beim Thema Glaube und Kirche ist heute eben jeder Experte. Das Problem ist nur, dass hier mit dem Horizont der "Apotheken-Umschau" über Herz-OP's diskutiert wird und alle machen mit. Da möchte ich aber nicht Herzpatient sein. Natürlich kann man solche Diskussionen führen, aber was soll das?

PS: Peter Seewald bringt die Dinge im Interview gut auf den Punkt, sehr interessant auch Ludwig Ring-Eifel im domradio. Und das hier aus der Tagespost sollte man auch gelesen haben.

Sonntag, 18. September 2011

Komm zur Ruhr! - Teil 2

Heute morgen konnten wir uns einmal die leider seit langem profanierte Kapelle von Schloß Steinhausen oberhalb der Ruhr von innen anschauen. Ursprünglich im 14. Jhdt. erwähnt, wird die jetzige Kapelle im 17. Jhdt. neu erbaut und 1904 noch einmal historistisch umgestaltet. Sie hat insofern für unsere Stadt Bedeutung, als dass sie der einzige Ort war, an dem nach der Reformation durchgängig die hl. Messe gefeiert wurde. Die Schloßherren von Elverfeldt waren nämlich katholisch. Heute kann man in der Kapelle standesamtlich heiraten. Naja.




Von innen sieht die Kapelle jetzt etwas knuffelig aus. Der jetzige Pächter hat eben gut gemeint selbst zu Pinsel und Farbe gegriffen, worauf ein Freund von mir dem städtischen Denkmalpfleger Bescheid gesagt hat. Wenn es hier wieder von Zeit zu Zeit einen Gottesdienst gäbe, fände ich das ganz gut. Zumindest ist das hier der einzig verbliebene Hochaltar in unserer Stadt...

Samstag, 17. September 2011

Ein Projekt ist ein Projekt ist ein Projekt

Aus einer Stellenanzeige des DiCV Paderborn:

„Der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. sucht für das Projekt
„Perspektive 2014/2015“ ab dem 01. November 2011 eine/n

Projektreferentin / Projektreferenten

Aufgaben:
Mitwirkung im verbandlichen Strategieprozess
Mitarbeit in der Steuerung von Teilprojekten
Inhaltliche und themenbezogene Zuarbeit für die Leitungen des Gesamtprojektes und der Teilprojekte
Zusammenarbeit mit Trägern und Einrichtungen zur Implementierung des
Projektes“
Allen Referentinnen und Referenten im Strategieprozess des leider befristeten Projektes "Schönes Wochenende" wünsche ich gutes Gelingen bei der Implementierung!

17. September: Hildegard von Bingen

Vor einigen Jahren habe ich eine Schwester des Benediktinerinnenklosters St. Hildegard in Eibingen kennengelernt. Im Gespräch sagte sie einmal: „Wir Schwestern können mit dem ganzen Gedöns um ‚Hildegardprodukte’ ehrlich gesagt nicht viel anfangen!“ Und es stimmt: Hildegard wird völlig zu Unrecht von einer ganzen Esoterik-Industrie vereinnahmt.
Liebe Leserinnen und Leser, lassen Sie die Finger von dem ganzen Zeug, da geht es nur um Ihr Geld und ausgenutzte Gutgläubigkeit!
Halten wir uns lieber an die „echte“ Hildegard, eine der faszinierendsten Frauen des Mittelalters. Bei ihrer Mystik geht es nicht darum, durch bestimmte Übungen in tiefere Bewußtseinsschichten zu gelangen und letztlich eine innere Leere zu erreichen. Das Ziel christlicher Mystik ist immer die Fülle, nämlich eine größere Nähe zu Gott. Faszinierend an Hildegards Visionen ist nicht nur die inhaltliche Menge und Vielseitigkeit, sondern vor allem auch die einzigartige Verknüpfung theologischer, kosmologischer, naturkundlicher und spiritueller Erkenntnisse. Alles Geschaute erhält bei ihr auf den verschiedensten Ebenen seinen Sinn und seine Entsprechung. Alles ist miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Hildegard ging es um eine religiöse Deutung des ganzen Universums und um ein konsequent gelebtes christliches Leben. Alles, Himmel und Erde, Glaube und Naturkunde, das menschliche Leben in all seinen Facetten und Möglichkeiten, war für sie ein Spiegel der göttlichen Liebe und wird damit transparent auf den Schöpfer hin.

Freitag, 16. September 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

"(...) Aber das ist kein Fall von Klugheit, sondern von Schlauheit. Sie arbeitet in Eurer Zeit mit anderen Mitteln: Man weiß sich der Presse richtig zu bedienen, bringt entsprechende Fotos in die Zeitungen, versteht seine Reden geschickt aufzubauen und bringt Gerüchte unter das Volk. Wenn die Schlauheit noch mit unehrenhaften Mitteln arbeitet, dann sehe ich Euch in die Schule gehen beim Fuchs, bei Odysseus und Macchiavelli.
Der Schlaue spricht, und seine Worte sind nicht Träger des Gedankens, sondern dessen Verschleierung; sie lassen das Wahre falsch und das Falsche als wahr erscheinen. Der Schlaue hat manchmal Erfolg. Für gewöhnlich aber hält die Sache nicht an. Im Pelzwarengeschäft landen mehr Fuchs- als Eselsfelle. Machen die Gerissenen eine Prozession, geht der Teufel mit dem Kreuz voran!"

Aus: Johannes Paul I.: Ihr ergebener Albino Luciani, orig. ital. 1976, aus einem (fiktiven) Briefwechsel zwischen dem Patriarchen von Venedig und Bernhard von Clairvaux, hier ein Antwortbrief Bernhards. - So kurz vor dem Papstbesuch finde ich das recht passend!

Als "Muck-Foto" der Woche heute mal ein ganz schönes Bild aus einem Kalender von Wolf Erlbruch. Titel: "Nur Mut!"


Allen einen guten Start ins Wochenende!

Donnerstag, 15. September 2011

Nochmal Thema Deko...

Wem fällt auf dem Bild etwas zum Thema "Dekoration" auf??? - Genau hinschauen!


Nein, es ist keine moderne Monstranz...

Endlich mal die richtige Gartendeko!

Wer noch die ultimative Deko braucht um seine Nachbarn in der Reihenhaussiedlung zu beeindrucken, endlich für die lieben Kleinen etwas spannendes zum Spielen haben möchte, oder einfach mal selbst nach einem harten Arbeitstag abschalten möchte, findet hier genau das Richtige: 


Allen Leserinnen und Lesern einen hoffentlich entspannten Tag!

Mittwoch, 14. September 2011

Kreuzerhöhung - Worauf ich mich verlassen kann!


Vor einigen Jahren habe ich auf einem Trödelmarkt ein sehr altes und ziemlich ramponiertes, aber ganz besonderes Kreuz erstanden: Es stammt aus dem Heiligen Land und ist aus Olivenholz gefertigt. Hinter vierzehn kleinen Perlmuttscheiben finden sich Steinbröckchen der vierzehn Kreuzwegstationen der „via dolorosa“ in der Altstadt Jerusalems. In der Mitte des Kreuzes befestigt ist eine versiegelte schmale Silberkapsel mit einem winzigen Splitter vom Kreuze Jesu Christi. - Ist der Splitter echt? Das ist mir völlig egal. Aber immer wenn ich an diesem Kreuz vorübergehe, wird mir bewusst, dass das Christentum weder eine moralpädagogische Besserungsanstalt, noch eine mythisch-esoterische Wellnessreligion ist. Der Glaube hat einen guten Grund: Jesus Christus. An einem ganz konkreten Ort und zu einer ganz bestimmten Zeit hat er sein Kreuz wirklich unter Schmerzen durch die staubigen Gassen Jerusalems getragen, er ist wirklich für uns am Kreuz gestorben, er wurde in ein Grab gelegt und ist nach drei Tagen von den Toten auferstanden. - Darauf kann ich mich verlassen.

Montag, 12. September 2011

Manchmal hat man's nicht leicht...

Gesten war die schon angekündigte Gesundheitsmesse und der Tag der offenen Tür im Krankenhaus. Alle Abteilungen und Mitarbeiter haben sich sehr viel Mühe gegeben und es gab ein wirklich interessantes Programm. Schätzungsweise 12000 Menschen waren im Laufe des Tages gekommen, also war richtig was los. Natürlich gab es auch einen eigenen Infostand der Krankenhausseelsorge der immer gut besucht war.
Und dann ergeben sich Gespräche die ungefähr folgendermaßen ablaufen: "Was gibts denn hier???" (Diese Frage ist typisch, weil ja alle gierig auf der Suche nach Kugelschreibern, Pflastern, Gummibärchen, Taschentüchern, Jojos, Schreibblöcken, Brillenputztüchern und Stoffbeuteln sind. In letztere wird dann die Beute verstaut.) - "Hier können Sie sich über die Krankenhausseelsorge informieren!" - "Kirche???" - "Ja genau!" - "Ja dann will ich ihnen das mit der Kirche mal erklären, die baut ja nur auf Lug und Betrug auf!" - "Ach, wirklich?" Und dann ging es los. Irgendwann zog vor meinem geistigen Auge eine rostige Kettensäge vorbei, mit der ich mein Gegenüber in handliche Stücke zerteilt im Rhein-Herne-Kanal versenken wollte. Während ich noch überlegte, dass mein Anwalt beim Prozeß auf Freispruch plädieren würde, war der Gesprächspartner (eigentlich hat er ununterbrochen geredet) bei den ganzen unehelichen Kindern und Geschwistern Jesu angelangt. Entgegen aller Regeln von Empathie und Wertschätzung habe ich dann freundlich zu ihm gesagt: "Entschuldigung, aber was Sie hier erzählen ist völliger Blödsinn" - "Was? Das stimmt, das müssen Sie mal nachlesen!" - "Eben", habe ich gesagt, "hab' ich ja."
Letztendlich hat mich dann eine ehrenamtliche "blaue Dame" aus der Situation befreit: Sie hat den Redefluß meines Gegenübers unterbrochen, weil sie dringend mit mir Nachschub an Kugelschreibern, Pflastern, Gummibärchen, Taschentüchern, Jojos, Schreibblöcken, Brillenputztüchern und Stoffbeuteln holen wollte. Das haben wir natürlich auf der Stelle getan...
Ob der Mann auch so mit einem Arzt gesprochen hätte, so unter dem Motto: "Ja, dann will ich Ihnen das mit der Bauchspeicheldrüse mal erklären, die baut ja nur auf Lug und Betrug auf..."?
Einen Vorteil hat das mit den "give-aways" ja noch: Alle kleinen türkischen Jungs laufen jetzt mit "Herzlich willkommen, Heiliger Vater!" - Aufklebern herum...

Samstag, 10. September 2011

Komm zur Ruhr!

Heute morgen auf dem "Ruhrtalradweg":

Ja, wir haben auch Kühe im Ruhrgebiet. Die fressen nur Kohle statt Gras und haben auch nicht Milch im Euter, sondern Bier. Der Ruhrtalradweg von der Quelle bei Winterberg bis zur Mündung in den Rhein bei Duisburg ist wirklich empfehlenswert!

Heute ist Pfarrfest, morgen gibt es die erste Herner Gesundheitsmesse. Zu beiden Veranstaltungen herzliche Einladung!

Freitag, 9. September 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

Ein "richtiges" Muck-Foto der Woche (die Kröte vom letzten Freitag hat sich als Irrweg herausgestellt):


Zusammen halten, aufeinander verlassen können, einander zugetan sein, sich vertrauen, trotz aller Unterschiedlichkeit wissen was man aneinander hat, treu und verlässlich sein, sich miteinander freuen und sich auch trösten können. Darauf kommt es an.
Das gilt für Kater, Freundschaften, Ehen und Christen. Die Reihenfolge hat jetzt insofern Bedeutung, als dass Haustiere damit oft die wenigste Mühe haben  ;)

Allen einen guten Start ins Wochenende!

Donnerstag, 8. September 2011

8. September: Fest Mariä Geburt


"Maria ist die aufglänzende Morgenröte am Himmel der Erlösung und Gnade. Aus ihrem Schoß erhob sich, sie tausendfach überstrahlend, die Sonne der Gerechtigkeit. Maria ist nicht die Sonne selbst, aber sie geht vor ihr her; von ihr empfängt sie alles Licht, alle Herrlichkeit, alle Schönheit. Sie ist der treueste, vollkommenste, geschaffene Spiegel Gottes. Weil sie dazu bestimmt war, die Mutter Gottes zu werden, war sie von Geburt an das heiligste von allen Geschöpfen."

Aus der Einführung in das Fest im "alten" Schott-Messbuch. Schön wie ein Hymnus!
Der Text aus dem nachkonziliaren Schott liest sich dagegen wie ein technischer Hinweis auf einem Toaster...
Die Marienfigur steht an einem Wanderweg zwischen Volkach und Sommerach im "Madonnenland" Franken.

Mittwoch, 7. September 2011

Noch einmal "Chrismon" und Arnd Brummer

Peter Weidemann von der Pressestelle des Bistums Erfurt schreibt in seinem neuen Newsletter zum Beitrag von Arnd Brummer in "Chrismon":

Liebe Leserinnen und Leser,
da hat er aber mit Furor geschrieben, der Arnd Brummer, Chefredakteur des evangelischen Chrismon-Magazins. In der aktuellen Ausgabe hält er nicht hinter dem Berg damit, was ihm alles an der katholischen Kirche und ihrem Papst missfällt, und wie Brummer schreibt, das lässt, sagen wir es halbwegs freundlich: nicht Polemik, wohl aber Sachlichkeit und Respekt vermissen. Nur in einem Punkt weiß sich der vor Jahren zur evangelischen Kirche Konvertierte mit der katholischen Kirchenleitung einig: "In Rom hat man tatsächlich verstanden, dass ein mit der Moderne versöhnter Glaube entweder reformatorisch oder unmöglich ist."
Das kann, wenn man eine solche laut gewordene Einzelmeinung ernst nehmen will, einen Katholiken ärgern und verletzen - keine Frage. Es führt aber leider auch dazu, dass sich jetzt katholischerseits so mancher berufen fühlt, es Brummer und den Protestanten mit gleicher Münze heimzuzahlen und in einschlägigen Internetforen protestantische Mängelkataloge zusammenzustellen. Die Schlussfolgerung ist dieselbe wie beim Chrismon-Chefredakteur, allerdings mit umgekehrtem Vorzeichen: Nur katholisch, sonst geht gar nichts! Halleluja.
Der Zukunft den Weg bereiten kann man mit solchem Agieren und Agitieren nicht – weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Ich halte es daher lieber mit dem Papst und den Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die treffen sich am 23. September im Erfurter Augustinerkloster und reden - miteinander, nicht übereinander und erst recht nicht gegeneinander! Anders kann ich mir das Zusammenleben der Kirchen und die Ökumene auch gar nicht vorstellen. Vor allem aber unterstreicht das Erfurter Gespräch Eines: Uns eint mehr als uns trennt. Und deshalb beten der Papst und seine evangelischen Brüder und Schwestern anschließend. Denn im Gotteslob sind wir schon geeint.
Ausdrücklich mit geschwisterlichen Grüßen an die evangelischen Leserinnen und Lesern wünscht Ihnen allen eine gute Woche
Ihr
Peter Weidemann

Lieber Herr Weidemann,

ich teile ja Ihre Meinung, dass es besser ist, miteinander zu reden, statt über- oder gegeneinander und ich halte das Treffen von Benedikt XVI. mit den evangelischen Vertretern in Erfurt auch für ein gutes, richtiges und sinnvolles Zeichen.
Erlauben Sie mir aber Ihnen drei Dinge zu schreiben, die mir auffallen:
Einerseits haben Sie Verständnis dafür, dass der Beitrag von Arnd Brummer Katholiken ärgern und verletzen kann. Wenn sich die verletzten Katholiken dann aber öffentlich ärgern (und sei es in Internetforen), passt es Ihnen auch nicht. Natürlich, der Zukunft bereitet das den Weg nicht unbedingt, aber ich halte es für ein völlig normales und legitimes Freiheitsrecht, seine Meinung zu Brummers Artikel zu äußern, und warum eigentlich nicht mit ähnlicher Schärfe und im Internet?
Das zweite: Dass ein mit der Moderne versöhnter Glaube reformatorisch (oder unmöglich) ist, funktioniert aber auch nur dann, wenn sich die Glaubensinhalte der Moderne anpassen. Die Erfahrung zeigt leider: Die Moderne bürstet den Glauben, nicht andersherum! Ob dann noch Glauben übrigbleibt, egal ob reformatorisch oder nicht, möchte ich doch stark bezweifeln. Die Kraft des Glaubens besteht doch gerade im prophetischen Kontrast zu den ganzen Verwerfungen einer entgrenzten Gesellschaft.
Und als letztes: Ich bin mir nicht sicher, ob es sich bei Herrn Brummer wirklich um eine "laut gewordene Einzelmeinung" handelt. Er schreibt doch so etwas nicht ohne Rückendeckung durch die Herausgeber des Magazins, oder zumindest doch in dem stillschweigenden Wissen, dass diese ihn nicht kritisieren werden, weil sie grundsätzlich seine Überzeugungen teilen. Nein, es scheint mir keine Einzelmeinung zu sein. Hier wird kurz vor dem Papstbesuch noch einmal ganz bewusst und absichtlich deutlich gemacht, wo denn die guten, offenen, freien und modernen Christen von heute sind. Die anderen sind die mittelalterlich-abergläubisch-autoritätsverhafteten Aufklärungsverschlafer. Das hatten wir zwar alles schon einmal und es ist wirklich schade, aber alles andere wäre leider naive Blauäugigkeitsökumene.

Mit brüderlichem Gruß

Ihr
Nepomuk

Sollte vor jedem Dialogprozeß verlesen werden!

"Die Stärke unseres Gegners liegt in unserer eigenen Schwäche, und die wird verursacht durch unserere Zwistigkeiten. Diese Überlegungen gelten zum Teil auch für die katholische Kirche. Ihr Gründer, Christus, hat diese Spaltungen befürchtet und deshalb ein solides Fundament für die Einheit geschaffen. Er hat gesagt: 'Ich wünsche, dass meine Jünger eins sind, dass sie einen einzigen Schafstall bilden.' Um dieses Ziel zu erreichen, hat er aus der Menge die Zwölf ausgewählt und zu ihnen gesagt: 'Wer euch hört, hört mich.' Da er Spaltungen unter den Zwölf und ihren Nachfolgern voraussah, wollte er, dass einer von ihnen ihr Oberhaupt, ihr größerer Bruder sei. Deshalb sagte er zu Petrus: 'Weide meine Schafe' und 'stärke deine Brüder'. Es gibt also einen Ausweg aus unserer Situation: Wenn Gläubige, Priester, Ordensleute und Bischöfe sich eng um den Papst scharen, wird keiner die Kirche spalten."

Johannes Paul I: Ihr ergebener Albino Luciani - Briefe an Persönlichkeiten, hier aus dem Brief an Andreas Hofer, Mai 1974

Das gilt übrigens auch für Gespräche gewisser Bruderschaften in Rom.

Dienstag, 6. September 2011

350 Jahre Wallfahrt nach Werl

Heute morgen war ich kurz in Werl. Werl ist der bedeutendste Marienwallfahrtsort im Erzbistum Paderborn und ein schönes und freundliches Landstädtchen (und hier muss ich auch als Paderborner Lokalpatriot einmal den Münsteranern den Vortritt lassen: Kevelaer ist trotzdem besser). Die Wallfahrt, obgleich durch die wechselvolle Geschichte des Gnadenbildes eigentlich schon wesentlich älter, feiert in Werl in diesem Jahr ihr 350-jähriges Bestehen. Es gibt ein abwechslungsreiches Wallfahrtsjahr und einen sehens- und lesenswerten Bildband. Auch sollte man in Werl einen Besuch des "Forums der Völker" und der wunderschönen Propsteikirche St. Walburga mit ihrem Kreuzaltar nicht versäumen.
Hier ein paar Eindrücke:

Die neue Wallfahrtskirche, erbaut 1904-1906 von Wilhelm Sunder-Plaßmann, Dombaumeister zu Münster


Seit 1953 ist die Kirche Päpstliche Basilika, daher auch das Papstwappen über dem Eingang


Hier die alte Wallfahrtskirche, 1786-1789 von Arnold Bonner aus Hamm errichtet, leider war sie geschlossen.



1961/62 wurde fast die gesamte Ausstattung der Kirche bildersturmartig entfernt, danach hat man immer wieder die Chorraumgestaltung verändert. So wie sie jetzt ist, finde ich sie dann doch ganz in Ordnung


Und jetzt die Propsteikirche St. Walburga, typisch und wunderbar westfälisch



Etwas ganz Besonderes ist der gotische Baldachinaltar mit dem als wundertätig verehrten Kreuz



Schön wars! - Unsere Liebe Frau von Werl, Trösterin der Betrübten, bitte für uns!

Montag, 5. September 2011

Heute wäre er 65 geworden...

Einer der ganz Großen hätte heute Geburtstag gehabt: Freddie Mercury!


Nachdem ja schon neulich heftig über den Verbleib von Loriot diskutiert worden ist, traue ich mich ja kaum die Frage in die Runde zu werfen, aber trotzdem: Was macht jetzt wohl eigentlich Freddie Mercury???

Lehre mich beten

"Lehre mich einsehen, dass ohne Gebet mein Inneres verkümmert, und mein Leben Halt und Kraft verliert. Nimm das Gerede von Erlebnis und Bedürfnis weg, hinter welchem sich Trägheit und Auflehnung verbirgt. Gib mir Ernst und festen Entschluß und hilf mir, durch Überwindung zu lernen, was zum Heilie nottut. Führe mich aber auch in Deine heilige Gegenwart. Lehre mich, zu Dir zu sprechen im Ernst der Wahrheit und in der Innigkeit der Liebe. Bei Dir steht es, mir die innere Fülle des Gebetes zu gewähren, und ich bitte Dich: Gib sie mir zur rechten Zeit. Zuerst aber ist das Gebet Gehorsam und Dienst: Erleuchte mich, dass ich den Gehorsam verstehe, und stärke mich, dass ich den Dienst in Treue tue. Amen."


Das Gebet stammt von Romano Guardini, Theologische Gebete, Freiburg/Br. 1953, das Bild zeigt den Dom zu Würzburg.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich mit Gottes Hilfe viel Kraft, Mut und Ausdauer für die neue Woche!

Samstag, 3. September 2011

Papst Gregor und die "Inkompetenzkompensationskompetenz"

Immer wieder, liebe Leserinnen und Leser, kommen wir in Situationen, in denen jemand mehr weiß als wir. Und manchmal gibt es natürlich auch Gelegenheiten in denen es umgekehrt ist, dass wir eben einen Wissensvorsprung gegenüber anderen haben. Das ist völlig normal. Schwierig wird es, wenn manche versuchen ihr eigentliches Nichtwissen hinter einem großen Redeschwall oder einer Aneinanderreihung von Fremdworten und Fachbegriffen zu verbergen und es ihnen ziemlich gut gelingt. So ein Verhalten nennt man dann „Inkompetenzkompensationskompetenz“. Und Situationen in denen man sich „abgekanzelt wie ein Schuljunge“ vorkommt, kennt wohl auch jeder. Aber auch dazu gehören immer zwei: Einer der abkanzelt und einer der sich abkanzeln lässt. Ehrlich gefragt: Erliege ich nicht auch manchmal der Versuchung der Arroganz? Bin ich nicht auch jemand, der mit seinem Wissen gerne glänzen möchte? Den Unterschied erklärt uns Gregor in einem seiner Briefe:
"Der Wissenschaft der Anmaßenden ist es eigen, dass sie es nicht fertig bringen, ihre Lehre in Demut vorzubringen, und dass sie ihre richtigen Erkenntnisse nicht in der richtigen Weise anzubieten vermögen. In ihren Worten verraten sie sich. Der Anmaßende kommt sich vor, als throne er im Lehrvortrag auf einem hohen Gipfel und schaue herab auf die Hörer tief unten. Nicht als Ratgeber spricht er zu ihnen, sondern als Herrscher, und kaum dazu lässt er sich herab."
Wer wirklich intelligent ist, versteht es komplizierte Dinge einfach zu sagen. Das ist Weisheit.

Freitag, 2. September 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

Zuerst gibt es das "Muck-Foto der Woche":


Verwundert? Du könntest jetzt sagen: "Das geht doch gar nicht, das ist doch gar kein Kater, sondern eine Kröte. Das kann doch kein Muck-Foto sein!" - Doch, mein Lieber, natürlich ist es das "Muck-Foto der Woche", das steht ja auch darüber. Wir sind hier bei uns nur schon etwas weiter. Immer nur Katerfotos war uns zu wenig innovativ und dann guckte der auch immer viel zu streng. Außerdem sagt uns der heutige Stand der Wissenschaft, dass es eigentlich vom Ursprung her immer eine Kröte war und die Mächtigen erst später einen Kater daraus gemacht haben. Da haben wir in einem wirklich offenen Dialog völlig ohne Denkverbote beschlossen, dass wir ab jetzt aufbrechen, das Alte hinter uns lassen und uns um die Kröte versammeln! - Siehst Du, alles in Ordnung!
Und wer jetzt noch etwas dagegen auszusetzen hat und vielleicht sogar Kater schöner findet als Kröten ist entweder ewiggestriger Traditionalist, gefährlicher Fundamentalist oder katholischer Blogger (das sollen die Schlimmsten sein...)

Allen einen guten Start ins Wochenende!

Donnerstag, 1. September 2011

Was Katholiken können, können nur Katholiken

Aus den aktuellen Pfarrnachrichten des Pastoralverbundes "Mindener Land":

Samstag, 10.09.
Ab 18.00 Uhr lädt der Kapellenverein zum Sommerfest
im Garten an der Kapelle in Windheim ein.
Ende offen! Am besten wir machen durch, feiern um
08.30 die Hl. Messe in Lahde und gehen anschließend
zum Frühstücken ins Gemeindehaus!
Wie immer sind uns Gäste aus dem gesamten
Pastoralverbund herzlich willkommen!

Nicht schlecht, so macht Pastoralverbund Spaß!
Herzliche Grüße an den Propst!

Der heilige Äegidius: Der Herbst beginnt.

September


Ägyd bläst in des Herbstes Horn.
Die Beere schwankt am Brombeerdorn.
Der Apfel fällt mit leisem Laut,
großauf am Bach die Distel blaut.
Die Schwalbe zieht, der Wanderschuh
treibt dunkel einer Heimat zu.
Gekühlte Tage, klar und schön,
mit braunem Laub und weißen Höhn:
wie lange noch? Der Abend fällt,
Flurfeuer glimmt, Rauchnebel schwelt.
Nach Haus zu gehn, ist wohlgetan.
Sankt Michael, zünd die Lampe an!

Aus: Kalendarium für Landleut´ von Josef Weinheber.
Und Monsignore Otto B. konnte es damals in Kapfenstein in unnachahmlicher Art auswendig rezitieren - ein herzlicher Gruß!

Übrigens: Die Kirchengemeinde St. Äegidius in Rheda-Wiedenbrück hat heute nicht nur Patronatsfest, sondern auch eine ganz sehens- und lesenswerte Internetseite!

Die Mythen vom Kampf gegen Rom

"Das Verhältnis der Deutschen zu Italien ist ambivalent: der Liebe zu Land und Leuten, Meer und Sonne stehen die politischen Mythen vom 'Kampf gegen Rom' gegenüber. Diese ziehen sich wie ein roter Faden bei der Suche nach der nationalen Identität der Deutschen hindurch, von der Schlacht im Teutoburger Wald bis zu Bismarcks trotziger Formel im Kulturkampf: Nach Canossa gehen wir nicht.
In der Auseinandersetzung mit dem kaiserlichen wie päpstlichen Rom, im Disput mit den italienischen Humanisten über die Frage, ob die Deutschen noch Barbaren seien, und - so sie dies nicht mehr wären - wem sie dies zu verdanken und was sie dafür zu zahlen hätten, drehen sich die deutschen Identitätsmythen um das Verhältnis zu Rom um die Frage, ob die Deutschen in der Tradition des Reichs oder in Gegnerschaft dazu stehen. Selbstverständlich gehören dazu auch die Reformation und die übergroße Figur Martin Luthers, der von seiner Umgebung als neuer Hermann/Arminius gefeiert worden ist."

Herfried Münkler, Ankündigungstext einer Veranstaltung der Katholischen Akademie in Bayern am 22.09.2011.

Herfried Münkler ist Lehrstuhlinhaber für Theorie der Politik an der Humboldt-Universität in Berlin. In seiner Vita heißt es: "In seiner 2009 veröffentlichten Studie 'Die Deutschen und ihre Mythen' analysiert er, wie Mythen die nationale Identität der Deutschen geformt haben und welch mobilisierende Kraft in ihnen steckt."

Im Blick auf die ganzen (geforderten und schon gegangenen) kirchlichen Sonderwege in unserem Land sollte man die Studie doch einmal lesen. Es würde sich bestimmt einiges erhellen. Vielleicht würde man dann auch manches Interview der letzten Tage besser verstehen...