Montag, 31. Oktober 2011

Tipps für Messnomaden: Allerheiligen und Allerseelen

Allerheiligen, Dom zu Altenberg: 10.30 Uhr Gregorianisches Choralamt, Schola Cantorum Coloniensis, Leitung: Gabriel Steinschulte, Orgel: Albert Richenhagen. Zum Schluss der Messe gibt es noch eine Prozession mit allen im Altenberger Dom vorhandenen Reliquiaren. Sehr nett!

Allerseelen, Pfarrkirche U.l.F. vom Siege, Witten: 18.30 Uhr lateinisches Requiem mit der Choralschola St. Marien. Leitung und Orgel: Christian Vorbeck. Herzliche Einladung!

Sonntag, 30. Oktober 2011

Das hat jetzt seine Gründe: Nicht allein.

Es ist einfach nur gut.

Römische Impressionen, Teil 4

Mit diesen Bildern werden die "Römischen Impessionen" heute abgeschlossen.
Zuerst S. Sabina, die älteste Kirche auf dem Aventin. Sie ist seit 1222 im Besitz der Dominikaner.

In der Vorhalle befindet sich die älteste holzgeschnitzte Tür christlicher Kunst, sie ist um 432 datiert und stammt damit aus der Erbauungszeit der Kirche.

Hier ein paar Eindrücke aus den Vatikanischen Gärten und aus den Museen:

Hinter dieser Hecke befindet sich der päpstliche Gemüsegarten. Er war leider nicht zugänglich.

Diese Glocke stammt aus einer Glockengießerei in der italienischen Provinz Molise und wurde JPII zum Heiligen Jahr 2000 geschenkt. Das Stück Berliner Mauer steht übrigens völlig abgestellt gegenüber einem Wirtschaftshof.

Das hier hat leider mit unserem Herrn Jesus überhaupt nichts zu tun, aber schön anzusehen ist es trotzdem:

Und zum Schluß: Auf dem Weg zur Papstaudienz!
Ich möchte anmerken, dass es sich hierbei nicht um eine Protestaktion zweier alternder BDKJ-Funktionäre zur kirchlichen Sexuallehre oder zum Verbot von Kondomen handelt. Es hat lediglich geregnet und außer den Duschhauben aus dem Hotel war nichts besseres zu bekommen...

Römische Impressionen, Teil 3 - und noch eine Bemerkung

Ob und wie sich ein Priester ans Messbuch zu halten hat und warum das nicht nur geboten, sondern auch sinnvoll ist, ist schon in größter Ausführlichkeit durchdiskutiert worden. Ich möchte das auch nicht noch mal wiederholen. Aus aktuellem Anlass muss ich aber folgende Bemerkung loswerden: Wenn ein Priester sagt "In meinen Messen ist es halt anders als sonst!" und sich dann vom ersten bis zum letzten Wort nur aus seiner selbstformulierten schwarzen Mappe bedient, dann muss er auch damit rechnen, dass es Menschen gibt, die das aus guten Gründen nicht mitmachen wollen und können. Und da hört dann Offenheit und Toleranz auf, man schreit rum, wird beleidigend und knallt Türen. Muss man so ein Verhalten noch kommentieren? Ein erfahrener Psychologe hätte seine Freude daran. - Und noch etwas: Diese selbstformulierten Texte und Abläufe sind Ausdruck reinsten selbstdarstellerischen Klerikalismus. Ich zwänge den Gottesdienstbesuchern meine eigene Befindlichkeit auf. Ich verweigere ihnen das Recht auf die Liturgie der Kirche. Ich benutze die Gläubigen als Spiegel meines Narzißmus. Und letztlich missbrauche ich die Gottesverehrung. Das sind genau diejenigen, vor denen der Herr im heutigen Evangelium warnt.
Nein, da kann und darf man nicht mitmachen. Ich weiß, der Kampf ist hart und man meint oft, man sei allein. Aber man ist auf der richtigen Seite.

So, und jetzt zur Erhellung der Gemüter noch ein paar Bilder aus Rom:
Auf dem Campo Santo Teutonico:
Auf dem Gianicolo. Hier wird jeden Mittag um 12 ein Kanonenschuß abgefeuert. Und dann stehen dort überall, ähnlich wie im Park der Villa Borghese, Büsten mit italienischen Nationalhelden herum. Als Katholik muss man schon sagen, dass Nationalismus nicht nur gefährlich, sondern auch reichlich hohl und irgendwie peinlich ist.
Das letzte Bild zeigt S. Maria in Trastevere. Gegenüber der Kirche kann man übrigens sehr nett Kaffee trinken.

 Allen einen schönen Sonntag!

Samstag, 29. Oktober 2011

Römische Impressionen, Teil 2

Bei unserem Romaufenthalt wollten wir uns auch einmal seltener besuchte Orte anschauen. Hier z.B. die Kirche SS. Giovanni e Paolo am Celio.  - Bei der großen Kulturrevolution kam auch St. Peter an der Bilderstürmerei nicht vorbei, es muss ausgesehen haben wie bei einem gerupften Weihnachtsbaum. Ein Teil der damals rausgeflogenen Kronleuchter soll in dieser Kirche gelandet sein!


Jetzt kommt S. Ignazio. Auf den ersten Blick ganz ordentlich:


Aber das folgende Arrangement hat mich doch wirklich sprachlos gemacht. Hier kommt jeder Freund und jede Freundin von Liturgie, Kunst und Ästhetik ins Schwärmen. Für diejenigen, die sich aber einfach nur fragen, warum der Hausmeister den Krempel nicht weggeräumt hat: Es handelt sich hier um einen hochwertigen Mikrofonständer, ein Ambo (hier ereignet sich die sakramentale Gegenwart des Herrn in seinem Wort), sowie den Sitz des Vorstehers der gottesdienstlichen Versammlung. Es stand auch noch ein mit einem weißen Tuch bedeckter Tisch im Weg, den habe ich aber leider nicht mit aufs Bild bekommen.


Überhaupt hat sich mancher gefragt, warum ich denn nun immer diese Dinge von allen Seiten fotografiert habe. Aber ich kann ja auch nicht jedem erzählen, dass ich da so einen Blog zuhause habe...

Freitag, 28. Oktober 2011

Römische Impressionen, Teil 1

Wie soll man Rom beschreiben? Es ist faszinierend und alltäglich, anstrengend und gelassen, befremdlich und vertraut zugleich. Für mich ist Rom immer wieder ein Erlebnis. Das erste Mal war ich 1979 in Rom mit meiner Heimatgemeinde, einem klapprigen Reisebus der alle 200 km neues Öl brauchte, einer Übernachtung in Sterzing und ein paar Tagen in Assisi. Ich kannte kein italienisches Essen und ganz Rom schien polnisch zu sprechen. Die Begeisterung über die Wahl JPII. war noch mit Händen zu greifen. Seitdem bin ich viele Male dort gewesen, auch durch die Freunde im Germanicum. Und es tut immer wieder gut. Auch wenn sich das jetzt kitschig anhört: Es rührt mich an, katholisch zu sein. Ich habe mich dazu nie entscheiden müssen, aber nach vielem biographischen Hin und Her empfinde ich immer mehr Dankbarkeit dazuzugehören. Und auch ein wenig uneitlen Stolz.
Hier ein paar erste Eindrücke aus Rom:

Der Petersdom am Samstagabend vor der Heiligsprechung schon mit den Bildern der neuen Heiligen:


Dieses Gefühl kann man schlecht in Worte fassen ;)


Sonntag morgen zum Hochamt in S. Maria Maggiore und nachmittags zur Vesper in St. Peter:


"Arrividerci in capitolo!" - Diesen Spruch kenne ich zwar, aber dass man beim Einzug des Kapitels den Eindruck hat, dass sich Mt 27,52 so vor aller Augen verwirklicht, ist doch immer wieder faszinierend... Und dann die Schreipressknödelsänger der Capella Sistina...
Das muss man, glaube ich, nicht allzu ernst nehmen...

Einen schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende!!!

So weit und doch so nah: Rom

Vielleicht hat es der eine oder andere bemerkt, dass hier in den letzten Tagen wenig los war. Das hatte einen guten und schönen Grund: Wir waren ein paar Tage in Rom! Gestern abend sind wir zurückgekehrt. Jetzt gibt es nur ein kurzes Lebenszeichen, weitere Eindrücke von unserer Reise werde ich demnächst hier einstellen. Fürs erste also: Hier tut sich wieder was und allen einen herzlichen Gruß aus der ewigen Stadt!

Freitag, 21. Oktober 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

War das eine Woche: Der Platz im Kalender reichte für die vielen Termine und Verpflichtungen mal wieder nicht aus und ganz subjektiv habe ich das Gefühl, immer viel zu spät ins Bett gegangen zu sein um dann wieder viel zu früh aufzustehen. Das Leben ist wie eine Geschirrspülmaschine: einräumen, ausräumen, einräumen, ausräumen...
Heute kann ich dann endlich etwas nachliefern, was ich zum gestrigen Gedenktag des hl. Wendelin für die Zeitung geschrieben habe:

Einsiedler haben etwas Faszinierendes. Sie leben freiwillig allein und zurückgezogen und sind doch nicht einsam. Obwohl sie sich an ihre Gelübde binden, sind sie von großer innerer Freiheit und geistiger Weite. Wer von Ihnen schon einmal den Film „Die große Stille“ über die Kartäuser gesehen hat, die ja nichts anderes sind als klösterliche Einsiedler, wird gemerkt haben, dass diese Mönche glückliche Menschen sind.
Bei seinem Besuch in der Kartause St. Bruno in Süditalien Anfang Oktober hat Papst Benedikt XVI. gesagt: „Unsere Städte sind fast immer laut: Selten herrscht Stille, auch nachts bleibt immer ein Hintergrundgeräusch… Die jungen Leute scheinen jeden leeren Moment mit Musik und Bildern füllen zu wollen, als hätten sie Angst vor dieser Leere. Diese Tendenz hat es zwar immer schon gegeben, aber heute erreicht sie ein Niveau, dass einige schon von einer anthropologischen Mutation sprechen. Einige Menschen können Stille und Einsamkeit schlechthin nicht mehr ertragen.“
Ich weiß, viele sind froh, dass sie nach langen Phasen von Krankheit und Abkapselung wieder Kontakt zu anderen Menschen finden können und das ist auch gut so. Darum geht es dem Papst auch nicht. Wichtig ist: Ich kann mit mir selber etwas anfangen, auch wenn ich allein bin! Darauf kommt es an.

Allen einen guten Start in ein hoffentlich erholsames Wochenende!

Dienstag, 18. Oktober 2011

Das Konzil - eine Überforderung?!

Bei Akatair gibt es heute interessante Dinge über die Liturgie zu lesen. Manches was der dort beschriebene Herr Liturgiereferent von sich gibt, ist richtig, vieles andere aber weder liturgietheologisch haltbar, noch aus den Dokumenten des Konzils zu erschließen. Interessant ist der von Akatair entfaltete Gedanke, dass vieles vom Konzil doch eine große Überforderung darstellt. Ich glaube das inzwischen auch und kann es mir nur mit der Gruppendynamik der Konzilsväter und dem vermeintlich positiv-fortschrittlichen Menschenbild der 50er und frühen 60er Jahre erklären. Wenn man damals schon ernsthaft davon ausging, dass sich alle Menschen in wenigen Jahren nur noch per Hubschrauber fortbewegen würden oder Autos und Küchenherde mit Kernenergie antreiben wollte, Mond und Mars bald kolonialisiert seien und man es toll fand den Regenwald für den Straßenbau abzuholzen, ja dann wundert einen auch so manche pastorale Utopie nicht mehr!
Und noch kurz zum Liturgiereferenten: Bei einer früheren Arbeitsstelle hatte eine Kirchengemeinde am südlichen Rand unseres Erzbistums nach einem Impulsvortrag zum Thema "Liturgie" nachgefragt. Ich habe das dann auch gerne übernommen und hatte mich wesentlich mit der Liturgiekonstitution und der AEM vorbereitet. Ich hatte mir gedacht, dass die Gemeinde ein Recht auf die offiziellen Texte hat, denn ich wollte die Leute ernst nehmen und nicht mit blumigen Eigenproduktionen in die Irre führen. Der Abend war dann auch ganz in Ordnung. Zwei Jahre später fragte die gleiche Gemeinde wieder nach einem Vortrag, ließ aber dem zuständigen Dekanatsreferenten mitteilen: "Aber bitte nicht mit Herrn Nepomuk, der ist so konservativ!"
So kanns kommen, wenn man sich einfach nur an die Vorgaben hält...

Montag, 17. Oktober 2011

Abtei Königsmünster: Jeder weiß was er tut und auch warum

Gestern waren wir bei niedrigen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein im Sauerland. Wir waren zu einer Ausstellungseröffnung eines befreundeten Künstlers in die Abtei Königsmünster in Meschede eingeladen und sind etwas früher losgefahren um noch rechtzeitig zum Konventamt der Benediktiner zu kommen. Proprium und Ordinarium waren sehr gekonnt im lat. Choral, alles andere auf Deutsch. Etwas Punktabzug gibt es für die fehlende zweite Lesung und die Wiederholung des Alleluja nach dem Evangelium, ansonsten war es sehr schön: Die Ruhe, die schlicht-strenge Feierlichkeit und der für eine moderne Kirche wirklich überzeugende Raum tragen zu einer wirklich gelungenen Feier der Liturgie bei. Natürlich lässt sich so etwas nicht 1:1 in eine "normale" Gemeinde übertragen, aber man kann einiges davon lernen: Jeder an der Liturgie Beteiligte weiß, was er tut und auch warum, und jeder nimmt sich in allem was er tut so zurück, dass deutlich wird, dass Christus im Mittelpunkt der Feier steht. Das wäre schon eine ganze Menge...



Samstag, 15. Oktober 2011

Theresia von Avila: Mit Gott reden wie mit einem Freund

Beten fällt vielen Menschen schwer. Viele haben es nie richtig gelernt oder es irgendwann einmal sein lassen. Manche kennen noch auswendig gelernte Gebete ihrer Kindheit – das ist übrigens schon eine ganze Menge – aber wissen doch nicht, was sie heute sagen sollen. Kein Wunder, dass einem dann die Kommunikation mit Gott ziemlich einseitig vorkommt. Theresia von Avila ist das lange Zeit nicht anders gegangen. Doch dann gelangt sie zu einer Erkenntnis, die auch uns weiterhelfen kann: "Das innere Beten ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Verweilen bei einem Freund, mit dem wir oft und gern allein zusammenkommen, um bei ihm zu sein, weil wir sicher sind, dass er uns liebt." (Leben 8,5) – Mit Gott reden wie mit einem Freund. Einem Freund kann ich alles sagen. - Gott auch.

Freitag, 14. Oktober 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

Das "Muck-Foto" der Woche:

Das Eichhörnchen hats überlebt...

Gestern hatte ich ja etwas über Kirchenmusik geschrieben und dann abends auch noch einmal nachgelesen, was das Konzil dazu sagt. Dabei ist mir wieder einmal deutlich geworden: Hat es jemals ein Konzil gegeben, das über so kurze Zeit das Erscheinungsbild der Kirche so verändert hat wie das Vaticanum II, an dessen Weisungen sich aber gleichzeitig so wenige stören? Ein Fehler des Konzils war wohl, dass die Menschen besser mit dem BGB oder der Straßenverkehrsordnung zurechtkommen, als mit Freiheit und Verantwortung. Manches in unserer Kirche kann ich mir nicht anders erklären, als damit, dass das Konzil das Dogma erklärt hat: "Jeder kann bei uns machen was er will und das mit gutem Gewissen!" - Aber diesen Satz finde ich in keinem einzigen Konzilstext...
"Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch!" sagt man bei uns in Westfalen. Und kündigt die Katze dann ihre Rückkehr an, gibt es große Erwartungen: Die Katze soll die Mäuse beim Tanzen unterstützen, sie soll den Tisch auch für andere Mäuse aus anderen Häusern öffnen, ja grundsätzlich sollten auch die Tischbeine entfernt werden, damit die Tischplatte leichter erreichbar ist. Kommt die Katze dann, ist die Enttäuschung groß: Fürs Mäusetanzen hat die Katze vom Hausherrn keinen Auftrag und die Mäuse aus anderen Häusern sollen erst einmal ihre eigenen Probleme bearbeiten. Und wenn die Katze dann noch äußert, ohne Beine sei der Tisch kein Tisch mehr und Tanzen sei nicht die eigentliche Aufgabe der Mäuse, ist das Entsetzen groß. Zumindest bei den Mäusen. Aber die Katze hat einen klar umrissenen Auftrag vom Hausherrn und sie wäre eine schlechte Katze, wenn sie sich nicht daran halten würde. Hätte sie Angst vor den Mäusen oder würde sie sich aus Bequemlichkeit nicht um die Mäuse kümmern oder hätte gar Spaß daran, den Mäusen beim Tanzen zuzuschauen, hätte die Katze ihren Beruf verfehlt. Nein, manchmal muss die Katze auch Mäuse fangen. Nicht immer und nicht alle. Aber eine Katze ist eine Katze und muss eine Katze sein. Diese klare Ansage hilft letztlich auch den Mäusen...

Einen guten Start ins Wochenende!

Hymnus am Morgen

Du Licht des Himmels, großer Gott,
der ausgespannt das Sternenzelt
und der es hält mit starker Hand,
du sendest Licht in unsre Welt.

Die Morgenröte zieht herauf
und überstrahlt das Sternenheer,
der graue Nebel löst sich auf,
Tau netzt die Erde segensschwer.

Das Reich der Schatten weicht zurück,
das Tageslicht nimmt seinen Lauf,
und strahlend, gleich dem Morgenstern,
weckt Christus uns vom Schlafe auf.

Du, Christus, bist der helle Tag,
das Licht, dem unser Licht entspringt,
Gott, der mit seiner Allmacht Kraft
die tote Welt zum Leben bringt.

Erlöser, der ins Licht uns führt
und aller Finsternis entreißt,
dich preisen wir im Morgenlied
mit Gott dem Vater und dem Geist. Amen.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Ich glaube an Gott - für über 30 Euro...

In der nächsten Woche sollte in unserer Kirche ein Konzert unter dem Titel "Ich glaube an Gott" mit Angela Wiedl stattfinden. Ich gebe zu, dass mir diese Dame bislang völlig unbekannt war. Was mich verwunderte waren die wie ich finde recht hohen Eintrittspreise von über € 30.- und dass Frau Wiedl im Schlager- und Volksmusikgenre wohl eine echte Größe sein muss. Dieses Konzertprogramm ist zusammen mit Ralph Siegel (das ist der, der früher immer Grand-Prix und Heino produziert hat) erstellt.
Auf der Homepage der Dame heißt es dann u.a.: "Der mit zahlreichen Auszeichnungen bedachte Queen(die Band!)-Fan gehört in diesem Metier sicher zu den glaubwürdigsten seiner Zunft. Das belegen die Texte, hinter denen Angela Wiedl 100-prozentig steht, das belegt zudem ihr Bekenntnis zum eigenen Dialekt, der immer wieder charmant in die Lieder integriert wird und das belegt nicht zuletzt dieser aktuelle Tonträger: Denn die Komponistin und Musikerin (Akkordeon, Gitarre seit dem 6. Lebensjahr), die sich seit kurzem dem Yoga verschrieben hat, glaubt an Gott, an das Schicksal – im positiven. Das spürt man beim Anhören und das tut gut!"
Ich weiß nicht, was ihr von solchen Veranstaltungen haltet, aber ich kriege dann immer die Krise. Erstens ist das für mich weichgespülte Wellnessreligion und zweitens auch eine Frage des Geschmacks und des Anspruchs: Da müht man sich mit Chor und Schola und einem hervorragenden Kantor um die Kirchenmusik, was aber viel zu wenig Beachtung findet und dann kommt die seichte Welle und bei allen leuchten die Augen. Natürlich, bei einem Orgelimprovisationskonzert trifft man wahrscheinlich auch nicht den Mehrheitsgeschmack, aber solche Auftritte wie von Frau Wiedl, Heino macht das ja auch ähnlich, haben in einer Kirche nichts zu suchen. Punkt. Ich möchte damit weder die Künstler noch die Fans dieses Genres kränken, aber es gibt Dinge, die passen einfach nicht zueinander.
Heute morgen stand in der Zeitung, das Konzert sei wegen eines "unaufschiebbaren Fernsehauftritts" abgesagt....

Dienstag, 11. Oktober 2011

11. Oktober: Sel. Johannes XXIII.

Heute gedenkt die Kirche des Seligen Papstes Johannes XXIII.
Es gibt wunderschöne Fotos von ihm, hier ein besonders prächtiges von Fotografia Felici, dem päpstlichen "Hausfotografen":
Er sieht nicht so aus, als ob es ihm sonderlich unangenehm wäre ;) Wenn man z.B. sein "Geistliches Tagebuch" liest, lernt man, dass persönliche Demut und Bescheidenheit und verschwenderische, weil hingebungsvolle, Gottesverehrung durchaus zueinander passen.

Für heute soll mich ein Satz von ihm durch den Tag geleiten: "Die größte Krankheit ist die, traurig zu sein, dem Herrn nicht zu vertrauen und ihm gleichsam unseren Willen aufzwingen zu wollen." (An die Nichte Enrica, 8.8.1945)

Montag, 10. Oktober 2011

Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen...

"Schon diese Verluste (durch den II. Weltkrieg, d. Verf.) haben ihn sehr getroffen. Er hätte sich nie vorstellen können, dass es Jahrzehnte nach Kriegsende noch einmal zu Gefährdungen und Zerstörungen seiner Werke kommen würde, wie es in den letzten Jahren geschehen ist. Für ihn, den sein und seiner Familie Überleben im Krieg noch fester im Glauben verankerte, war religiöse Gleichgültigkeit, wie sie sich im Rückgang der Gläubigkeit manifestierte, unverständlich. Auch gehörten für ihn Kunst und Religion zusammen. Dass die Kirche selber Gotteshäuser aufgeben und niederreißen könnte, wäre ihm nie in den Sinn gekommen. Bilderstürmerei, zumal aus ökonomischen Gründen, hätte er sich nie vorstellen können, und es hätte ihn tief getroffen."

Marie Helene Lammers über den Künstler und Glasmaler Egbert Lammers (1908-1996) in: Die Fenster der Werler Propsteikirche von Egbert Lammers, Werl 2008

Sonntag, 9. Oktober 2011

Komm zur Ruhr! - Teil 4: Sonntags morgens: Bilder, Zeitungen und Kultur

Hier ein paar stimmungsvolle Bilder aus dem Ruhrtal von heute morgen:






Und dann habe ich nochmal über die Bistumspresse nachgedacht. Ich glaube, dass es mit der bisherigen Form wirklich nicht weitergeht. Aber solange Geld genug da ist und die Bistumsgrenzen immer noch mit Brettern vernagelt sind (ich habe vier Bistümer in Reichweite und man weiß voneinander nicht viel), wird sich auch nichts ändern. Warum eigentlich nicht eine Zeitung "Katholisch im Ruhrgebiet"? Dann müssten natürlich manche mal über den eigenen Domturm hinausschauen...
Ich kann mit der Zeitschrift "theo" eine ganze Menge anfangen. Es ist nicht nur der running-gag, dass mein Chef auch "Theo" mit Vornamen heißt, nein, diese Zeitschrift der Dominikaner ist sowohl vom Layout als auch vom Inhalt wirklich ansprechend. Wir haben "theo" in einem Sonder-Abo für kirchliche Einrichtungen und die Zeitschrift wird von den Leuten richtig gut nachgefragt. Also Empfehlung!

Heute abend gibt es noch Kultur für Kurzentschlossene:
Beim 2. Wittener Improvisationsfestival gibt es heute Improvisationen zu Marienliedern. Christian Vorbeck spielt an der Marienorgel, Nepomuk liest Texte. Hier der geplanten Ablauf:

Programm

Partita über „Sagt an, wer ist doch diese“
1.        Choral
2.        Duo
3.        Trio
4.        C.F. in Tenore
5.        Cantus Coloratus
6.        Cantus in Basso
Triptyque Moderne über “Alle Tage, sing und sage”
1.        Epilogue
2.        Monologue
3.        Dialogue
Romantische Phantasie über das „Lourdes-Lied

Symphonie für Orgel: „Das Marienleben“

1.        Maestoso - Allegro Rigoroso
(Unbefleckte Empfängnis: „Reinste Jungfrau von uns Sündern“ – Mariä Geburt: „Die Jungfrau auserkoren“ –
Mariä Verkündigung: „Ave Maria, gratia plena“)
2.        Andante Cantabile
(Mariä Heimsuchung: „Maria ging hinaus“ –
Mariä Lichtmeß: „Wort des Vaters, Licht der Heiden“)
3.        Scherzo Macabre
(Sieben Schmerzen Mariä: „Betracht bei dir, Andächtig herz“ – „Christi Mutter stand mit Schmerzen“)
4.        Adagio espressivo
(Ostern: „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ –
„Regina caeli laetare“
5.        Finale – Toccata
(Mariä Himmelfahrt: “Maria aufgenommen ist” –
Maria vom Siege: „Wittener Marienhymne“

Hört sich doch vielversprechend an - Herzliche Einladung!

Samstag, 8. Oktober 2011

Bedeutungslosigkeit der Kirchenzeitungen: Endlich die wahren Gründe!

Aus der Mitteilung der DBK:

"Die Bistumspresse hat in den vergangenen Jahren – ohne Ausnahme – erneut deutlich an Auflage verloren. Voraussichtlich wird sich dieser Abwärtstrend fortsetzen. Ausschlaggebend ist neben einem veränderten Mediennutzungsverhalten die zunehmende Säkularisierung der Gesellschaft. Auch aus der Generation 50 plus können neue Leser und Abonnenten nicht oder nur schwer gewonnen werden. Weitere Gründe liegen in den Restrukturierungsmaßnahmen der Diözesen, bei denen immer mehr Pfarreistandorte zusammen gefasst werden. Dadurch ist die Verteilstruktur der Kirchenzeitung in erheblichem Maße betroffen. Die Publizistische Kommission hat sich mehrfach mit der Situation der Bistumszeitungen beschäftigt."

Jetzt wissen wir es endlich: Es liegt an den Lesern und der Logistik!
Nun habe ich zwar keine Ahnung von Betriebswirtschaft, aber das kommt selbst mir komisch vor: Wenn sich ein Produkt nicht verkauft, sind zunächst einmal die Kunden schuld???
Liebe Publizistische Kommission, wollt ihr mich verar...???

Freitag, 7. Oktober 2011

Nepomuks Freitagsweisheiten

Zum heutigen Gedenktag: Der Rosenkranz - ein Liebesgebet

In seiner schönen Geschichte "Der Computer des heiligen Dominikus" schreibt Hans Conrad Zander über die Entstehung und Geschichte des Rosenkranzes.
Am Ende bringt er ein wunderschönes Zitat von Henri-Dominique Lacordaire: "Die Liebe sagt immerzu das gleiche. Und doch wiederholt sie sich nie."

Ansonsten habe ich eine ziemlich anstrengende Woche mit viel Arbeit hinter mir. Die Gespräche über das Tagesevangelium mit dem domradio haben sehr viel Spaß gemacht. Eine Freitagsweisheit auch für mich: Lies mal öfter wieder ein richtig theologisches Buch! Außerdem war mir auch die Seite http://www.perikopen.de/ recht nützlich, hier gibt es zu allen Sonn- und Feiertagsevangelien Kommentare auf dem neuesten Stand der Exegese. Sehr empfehlenswert!
Die "Los Wochos"-Themenwoche fand ich auch richtig gut: Was einem alles so wieder einfällt, "Väter der Klamotte" z.B., Kli-Kla-Klawitter, oder dieser heiser-hustende Polizeihund. Wirklich schön! Herzlichen Dank für die vielen Anregungen!
Und dann noch eine Anekdote von gestern. Für einen Romaufenthalt wollte ich Audienzkarten bestellen. Ich stehe am Faxgerät, neben mir eine Kollegin aus der Verwaltung. Sie: "Ist das aber eine lange Faxnummer die Sie da haben!" Ich: "Ja, ich faxe ja auch dem Papst!" Sie: "Ja,ja, ist schon klar..." - Ihr Gesichtsausduck sprach Bände. Vorhin ruft sie mich ziemlich entgeistert an: "Sie haben da ein Fax aus dem Vatikan bekommen!!!" Auf den Papst ist halt Verlass ;)

Und dann noch das "Muck-Bild" der Woche:

Allen ein schönes und enspanntes Wochenende!

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Los Wochos III: Boah, das absolut Beste!

Da hab' ich seit 40 Jahren nicht mehr dran gedacht:

Los Wochos II: Da war ich dann schon etwas älter...

Man kann nicht über Fernsehen reden, ohne Colt Seavers zu erwähnen:


Vor allem Jodie im weißen Bikini...

Und von Pepe konnte man als Teenager viel lernen:

Los Wochos: Die ultimative Fernsehserie meiner Kindheit

DIE Fernsehserie meiner Kindheit war DAKTARI!
Clarence, der schielende Löwe, Judy, die selbstbewusste Affendame, der schusselige Hedley und natürlich das ganze Team gehörten bei uns einfach zur Familie!


Natürlich gab's auch Bonanza, Shilo Ranch und die Sesamstraße. Nur Rappelkiste durfte ich nicht gucken, da waren meiner Mutter die Kinder zu schmuddelig und mein Opa fand's irgendwie sozialdemokratisch...
PS: Habe gerade gesehen, dass Daktari schon dabei ist, macht aber nichts, ist eben ein Zeichen für guten Geschmack ;)

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nepomuk im Radio!

Seit Montag gibt es jeden Morgen den Nepomuk im domradio zu hören!
Noch bis Samstag gibt es jeden Tag ein Gespräch über das Tagesevangelium.
Wer es live verpasst hat (immer morgens um 8, heute war es allerdings wegen der Bischofskonferenz schon um 7) kann hier und hier schon einmal die ersten drei Beiträge als Podcast hören!
Ich hoffe, es gefällt!

Dienstag, 4. Oktober 2011

Franz von Assisi: Wer ist schon gerne arm?

Wer ist schon gerne arm? Gute Ratschläge zu Verzicht und einfachem Lebensstil, liebe Leserinnen und Leser, lassen sich immer dann am Besten geben, wenn man sich selbst ums Geld keine großen Sorgen machen muss. Viele Menschen können sich eben finanziell keine großen Sprünge erlauben, und dass es Einkommenssituationen gibt, in denen jemand den ganzen Tag arbeitet, das Geld aber trotzdem nicht für sich und die Familie reicht, sind ein fortwährender Skandal. Andererseits können und dürfen wir auch zu Recht stolz auf das sein, was wir uns mit Kopf oder Hand erarbeitet haben. Worum geht es also bei der „Liebe zur Armut“? Vielleicht haben Sie es auch schon einmal bemerkt: Häufig sind diejenigen die wenig haben, leichter zum Teilen bereit als die Reichen! Es scheint wirklich so zu sein, Reichtum und Besitz können den Blick nach unten, also zu den Armen und Hilfsbedürftigen, und nach oben in den Himmel, verbauen. Dinge Dinge sein lassen, Wohlstand und Geld nicht vergöttern, darauf kommt es an. Franziskus schreibt: „Alles, was die Menschen in dieser Welt zurücklassen, verlieren sie. Doch den Lohn für die Liebe und die Almosen, die sie gegeben haben, nehmen sie mit sich.“
Aus einem Gebet des hl. Franziskus:
"Wo Liebe ist und Weisheit,
gibt es weder Furcht noch Unwissenheit.
Wo Geduld ist und Demut,
gibt es weder Zorn noch Verwirrung.
Wo Armut ist mit Fröhlichkeit,
gbt es weder Begierde noch Habscht.
Wo Ruhe ist uns Betrachtung,
gibtes weder Kummer noch Zerstreuung.
Wo die Furcht des Herrn das Haus bewacht,
findet der Feind keinen Zugang.
Wo Erbarmen ist und Besonnenheit,
gibt es weder Verschwendung noch Hartherzigkeit."








Die Bilder zeigen die Pfarrkirche St. Franziskus in Witten, die ja heute Patronatsfest hat. (Hoffentlich denkt einer dran). Bis 1954 hieß sie übrigens St. Josef. Wie sie von innen einmal aussah, habe ich schon einmal hier gezeigt.
Zum Schluß noch ein Hinterglasbild des hl. Franziskus von einer Malerin aus der Steiermark. Am besten gefällt mir der Gesichtsausdruck der kleinen Eule in der Mitte :)


Montag, 3. Oktober 2011

Komm zur Ruhr! - Teil 3: Feiertagsimpressionen

Das Schöne an staatlichen Feiertagen ist ja, dass man an solchen Tagen so ziemlich tun und lassen kann, was man will. Nachdem heute morgen das erste Interview im Domradio ganz gut gelaufen ist (meine ich zumindest, aber ich habe es auch noch nicht wieder angehört), haben wir dann eine Radtour an der Ruhr unternommen. Hier ein paar Eindrücke:

Am Kemnader Stausee:



Haus Herbede und Umgebung:





Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Feiertag!

Sonntag, 2. Oktober 2011

Alles schon mal dagewesen, oder nicht?

"Warum so viele Irrlehren, so viele Spaltungen? Warum so vielfältiges Schisma? (...) Wann war einmal solche Unordnung der kirchlichen Disziplin? Welche Unordnung in den Rats- und Parlamentshäusern, in den Schulen, Kirchen, Städten, Provinzen und Reichen! Jeder glaubt, ihm sei alles gestattet, was man über Religion denken und vortragen kann. Alles wird verachtet und verlacht und mit Füßen getreten (...)"

Das schreibt uns heute in der Lesehore Petrus Kanisius, und das vor über 400 Jahren. Macht das nicht nachdenklich? Vor allem, wenn ich so einen Mist hier lese, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wohin die Reise geht! Aber bitte ohne mich.
Es gibt aber auch eine Perspektive, der letzte Satz lautet: "Sie lieben die Finsternis mehr als das Licht! Das Licht aber leuchtet in der Finsternis."

Allen einen gesegneten Sonntag!

Samstag, 1. Oktober 2011

Theresia von Lisieux: Das Herz brennt von Liebe

"Ich sah, dass die Kirche ein Herz hat und dass dieses Herz von Liebe brennt. Ich sah ein, dass die eine Liebe die Glieder der Kirche zur Tätigkeit antreibt, und wenn die Liebe erlischt, keine Apostel mehr das Evangelium verkünden und keine Märtyrer mehr ihr Blut vergießen werden. Ich schaute und erkannte, dass die Liebe alle Berufungen in sich schließt (...)."

Heute möchte ich darum beten, dass diese Liebe nicht erlischt.


Das Bild zeigt ein Glasfenster in der Klosterkirche der Karmelitinnen in Witten. Ein Besuch lohnt sich!