Freitag, 6. Januar 2012

Die Kopten: "Kinder der Märtyrer" - Interview mit Bischof Damian

Ein sehr lesenswertes Interview mit Bischof Anba Damian findet sich heute morgen in den Ruhr-Nachrichten. Hier ein kurzer Ausschnitt:

Wenn die Kopten keinen Polizeischutz bekommen hätten, hätten sie die Weihnachtsfeier ausfallen lassen?
Damian: Nein, die Kopten sind sehr mutig. Sie haben eine sehr enge Beziehung zu ihrer Kirche und sie lassen sich von niemandem in irgendeiner Weise erschrecken. Sie haben keine Scheu, sie gehen in die Kirche mit allen Konsequenzen. Wir Kopten sind eben Kinder der Märtyrer, die auf alle Fälle – sogar trotz aller Bedrohungen – zum Gottesdienst gehen. Es gibt niemanden, der uns von unserem Gotteshaus trennen oder der uns zwingen kann, uns von unserem Gotteshaus zu distanzieren.

Woher kommt der Hass gegen die christlichen Minderheiten?
Damian: Das sind bestimmte Ideologien und Lehren, die eben die undifferenzierten Menschen und die Analphabeten mit Hasspredigten bewegen und zu Attacken gegen uns stiften. Die richtigen Kriminellen sind nicht diejenigen, die Waffen oder Munition bei sich tragen und benutzen, sondern diejenigen, die Hass predigen und die undifferenzierten Menschen mit Wut und Hass beladen, die dann letztendlich auf uns losgehen und uns angreifen. Diese Menschen sind nicht von Natur aus von Hass geblendet, vielmehr wurden sie so „ausgebildet“ und so handeln sie dann auch.
Meinen Sie die Islamisten?
Damian: Ja.
Müssen auch die deutschen Christen irgendwann Angst vor einer Verfolgung durch den Islam haben?
Damian: Ja. Um nur ein Beispiel zu nennen: Während unseres letzten Weihnachtsfestes in Düsseldorf haben die Salafisten dort mitten in der Innenstadt DVDs verteilt, in denen es sinngemäß darum ging, dass der Islam die einzig wahre Religion sei. Die Muslime versuchen, die Welt zu erobern, sie wollen Dominanz erreichen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht.

Sie haben regen Kontakt zu den katholischen und evangelischen Geistlichen in Deutschland. Warum ist das Ihnen so wichtig?
Damian: Die Ökumene ist sehr wichtig zum Leben und zum Überleben. Das ist wie mit dem Leib Christi – wenn in Ägypten eine Kirche leidet, leidet mit ihr auch andere Kirchen und Konfessionen weltweit. Deswegen müssen wir immer zueinander rücken und uns gegenseitig stärken und Solidarität zeigen. Und: Die Geschichte der koptischen Kirche bildet die Wurzeln des Christentums. Meine Geschichte ist ihre Geschichte. Und wer die Kirche in Ägypten unterstützt, der tut etwas auch für seine eigene Kirche.

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