Donnerstag, 16. Februar 2012

An Karneval kommt man nicht vorbei...

Vorneweg: Ich mag Karneval. Ich mag Willibert Pauels, der es versteht, den Menschen auf humorvolle Weise durchaus ernsthafte Botschaften zu transportieren. Ich mag auch die Lieder der Bläck Fööss oder der Höhner, in denen es immer wieder sehr tröstlich um Liebe, Leiden, Schicksal und den lieben Gott geht. Ich hatte auch mal Karten für die Karnevalssitzung des Deutschen Beamtenbundes in Köln. (Ja, so etwas gibt es. Man kann es sich kaum vorstellen, aber die Beamten kamen richtig aus sich raus...). Alles das finde ich irgendwie ganz schön. Aber man muss trennen können:
Kostümierte Karnevalsmessen z.B. halte ich für eine absolute Katastrophe und für ein peinliches Eingeständnis des eigenen Scheiterns: Wer so etwas veranstaltet beweist damit nicht nur, dass er ein theologischer Analphabet und kulturloser Banause ist, sondern auch ein armer Clown, der sich zwar kurzfristig angestrengt im Erfolg seiner volksnahen Beliebtheit sonnen kann, dafür aber einen sehr hohen Preis bezahlt: So sehr er sich auch Mühe gibt, kein Mensch mehr wird zukünftig seine Show besuchen. Eigentlich tragisch. Eine Messe ist keine Prunksitzung. Punkt. Und wenn ich meine, ich müsste unbedingt lustig sein, kann ich ja hinterher zum karnevalistischen Frühschoppen ins Pfarrheim einladen.
Das bedeutet andererseits aber nun wirklich nicht, dass ein ernsthaftes Geschehen steif, verkrampft und traurig sein muss. Gottesdienste sollten nie traurig sein, sondern immer von der "Hoffnung auf Herrlichkeit" künden. Aber eine "frohe Feierlichkeit" im Gottesdienst oder auch eine "geistliche Fröhlichkeit" wie wir sie z.B. von Franziskus oder Philip Neri kennen, ist etwas grundsätzlich anderes als das, was uns in Karnevalsmessen zugemutet wird. "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!" - Mal ehrlich, passt dazu rote Gumminase, Reimpredigt und Tusch von der Orgel?
Früher gab es in unserer Gemeinde einen absolut beliebten Gemeindekarneval. Die KAB hatte eine "Laienspielschar", die jedes Jahr im mit über 100 Leuten gefüllten Pfarrsaal ein tolles Programm aufgeführt hat. Es gab einen richtigen Elferrat mit festlich dekoriertem Sitzungspräsidenten, einen Zeremonienmeister mit Rasseln, Silvia und "Onkel Franz" als Stimmungssänger, diverse Reden und Sketche und ein unnachahmliches Männerballett. Auch der Pfarrer stieg in die Bütt und machte seine Sache gar nicht schlecht. Anschließend gingen die Männer an die Theke und die Damen an die Sektbar, die auf der Kegelbahn aufgebaut war. Im ganzen Pfarrheim wurde gefeiert und getanzt. Das war schon ziemlich gut.
Das Foto das ich dazu ausgegraben habe, muss ungefähr 1985 entstanden sein:
Alle abgebildeten Personen arbeiten heute übrigens in anständigen und ordentlichen Berufen...
Liebe Leserinnen und Leser, ich wünsche euch schöne Karnevalstage!!!

1 Kommentar: