Dienstag, 28. Februar 2012

Priestermangel, Ärztemangel: Die Laien müssen ran!

Gestern war ich wieder bei einer der unvermeidlichen Seelsorgerkonferenzen. Es ging mit großen Worten um den Priestermangel (der ja genau so auch ein Laienmangel ist) und mal wieder darum, dass es 50 Jahre nach dem Konzil immer noch nicht "weiter" gegangen sei (wohin auch immer), und dass doch die Laien in der Krankenhausseelsorge z.B. auch salben sollten (ich habe das mal mit der Begründung abgelehnt, ich wolle kein Sakrament simulieren, darauf meinte "Er" nur, ich hätte wohl zuviel Angst...) und dass die angeblich altkirchliche "Laienbeichte" wieder belebt werden solle usw. usw. In der Runde saßen Priester, "Ex-Priester", Diplomtheologinnen und Gemeindereferenten.
Ich habe mir dabei nur so gedacht: Wir haben ja auch einen Ärztemangel. Wann schlägt denn da die Stunde der Laien? Für Gesundheit zu sorgen ist doch auch Aufgabe eines jeden. Also: Zwei, drei Wochenendkurse in einem Bildungshaus oder "Medizin im Fernkurs" in Würzburg, dann wirds schon passen mit dem Laienarzt. Zumindest bei Zahnärzten und Orthopäden...
Leute, ihr rationalisiert euch selber weg und findet es auch noch gut!
Ganz im Ernst: Diese Konzepte von "spiritual care" oder, wie jetzt im Erzbistum Paderborn geplant, die Ausbildung von geeigneten pflegerisch-sozialen Mitarbeitern zu Seelsorgern in Einrichtungen der Caritas halte ich für äußerst bedenklich. Dann kann ich auch jeden berufenen Blockflötenspieler als Kirchenmusiker beschäftigen, Hauptsache Musik.
Und ganz nebenbei: Die Bekämpfung des Lehrermangels durch die Einstellung von pädagogisch-durchlauferhitzten Quereinsteigern oder Studiumsscheiterern hat auch nicht zur Qualität beigetragen.

Kommentare:

  1. Werden da nicht Äpfel mit Birnen verglichen?Arzt und Lehrer sind Berufe, die kann man lernen. Priester ist eine Berufung, dabei handelt Gott, nicht der Mensch. Der kann dem Ruf folgen.
    Was aber daran falsch sein soll, Laien in der Begleitung von Kranken einzusetzen, das verstehe ich nicht. Gemeinsam beten, zuhören, trösten, das sind keine originären Priesteraufgaben, sondern doch eher die Stärkung durch die Sakramente.

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    1. Nein, ein Äpfel-Birnen-Vergleich ist es wohl nicht. Zunächst, hätten nicht Ärzte und Lehrer auch eine Berufung, wären sie im falschen Job. Beispiele dafür gibt es leider genug. Und Priester sein muss man eben auch lernen. Dass es manche nie gelernt haben und es trotzdem geworden sind, ist leider auch nicht so selten. Mir geht es auch gar nicht um die Unterscheidung von geweiht oder nicht geweiht, das spielt hier keine Rolle. Was mich stört ist, dass man zwar mit dem Herabsetzen der Qualifikationskriterien vielleicht eine flächendeckendere Versorgung erreicht, die Qualität aber dabei auf der Strecke bleibt. Gerade im sensiblen Krankenhausbereich ist eine hohe Professionalität aller Beteiligten unerläßlich. Und da blamiert sich ein Bistum selbst, wenn es meint, Seelsorge könnten andere mit ein wenig Fortbildung "noch mal eben so mit machen". Dann ist es eben doch wie bei Grundschullehrern, wo alle meinen, Kindern das 1x1 beizubringen, könne doch wohl jeder. Eben das würde in anderen Bereichen eines Krankenhauses nie passieren. Unbeschadet davon hat natürlich jeder Christ als leibliches Werk der Barmherzigkeit Kranke zu begleiten, das steht außer Frage.

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