Donnerstag, 15. März 2012

Opfer der Säkularisation: Kloster Cappenberg

Heute einige Bilder vom Besuch in Schloß Cappenberg, das liegt zwischen Lünen und Selm im Kreis Unna und gehört kirchlich zum Bistum Münster. Cappenberg wurde als Prämonstratenserkloster 1122 vom hl. Norbert und den Grafen Gottfried und Otto von Cappenberg gegründet. 1803 wurde Cappenberg säkularisiert und preußische Staatsdomäne. So kam es 1816 an den preußischen Reformer Freiherr Karl vom Stein und an dessen Erben, die Grafen von Kanitz. Die romanische Klosterkirche (leider endet der Besuch schon am Gitter) verfügt über eine reiche Ausstattung, so z.B. den berühmten "Barbarossakopf".



Bis heute will uns ja die preußisch-deutschnational ideologisierte Geschichtsschreibung weismachen, die Säkularisation sei eine Maßnahme des Fortschritts gegen ein in sich faules dekadent-abgewirtschaftetes Klostersystem gewesen und das Ende des "Alten Reiches" sei auch von allen achselzuckend hingenommen worden. Das stimmt so alles nicht und es ist auch wichtig zu erwähnen, dass die Säkularisation nicht nur das Ende einer jahrhunderte alten Kultur und eine unermessliche Vernichtung von Architektur, Kunst und Literatur bedeutete, sondern auch die Vertreibung unzähliger Menschen aus ihrer klösterlichen Heimat. Die Säkularisation war ein brutaler Rechtsbruch und Rechtsmissbrauch.
Heute werden in den Räumen des Schlosses wechselnde Ausstellungen gezeigt, wir haben "Das große Welttheater" gesehen, alle namhaften deutschen Künstler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit waren vertreten. Empfehlung!
Und einen Vorteil hat die Säkularisation dann doch: Der Eintritt ist frei ;)

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