Mittwoch, 28. März 2012

Warum müssen Hausmeister katholisch sein?

Da sucht das Erzbistum Paderborn für sein Sozialinstitut in Dortmund einen zusätzlichen Hausmeister. Das wundert nicht, hat man doch trotz Schließung von drei Fachbereichen und des Übernachtungsbetriebs auch die Stelle einer Hausdame geschaffen und einen Assistenten des Direktors eingestellt. Warum soll der Hausmeister dann nicht auch einen Assistenten bekommen? So weit also in Ordnung.
Nun hat diese Stelle einen Umfang von maximal 8 Wochenstunden und ist befristet bis Ende 2012. Das ist nun wirklich nichts dolles. Aber was soll der Bewerber mitbringen: "Persönliche Identifikation mit dem Glauben und den Aufgaben und Zielen der katholische Kirche auf der Grundlage einer aktiven Zugehörigkeit."
Hallo? Es geht hier um eine befristete Beschäftigung in ziemlich geringem Umfang! Ich finde das völlig übertrieben. Und: Würde bei diesem Einstellungskriterium nicht auch mancher Pfarrer, Professor oder Pastoral- und Gemeindereferent durchfallen?

Kommentare:

  1. Also ich finde den Ansatz, zunächst einmal "die eigenen Leute" einstellen zu wollen, eigentlich zu begrüßen. (Andere Glaubensgemeinschaften machen das durchaus auch so – versuch mal, beim Zentralrat der Juden angestellt zu werden, ohne Jude zu sein. Keine Chance.)

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  2. Ist der Beruf des Hausmeisters nicht naturaliter cathilicus?

    Wenig Arbeit (die Arbeit ist immerhin direkte Folge des Sündenfalls und daher unter eschatologischem Aspekt zu meiden) dabei aber ein hoher und breit gepflegter Verkündigungsauftrag: "Machense ma!" und "Gibbet nich!" gemahnt doch an die Sprache der Propheten.
    Dixit Dominus!
    Autos eipen!
    ne´um Hausmeister!

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  3. Hausmeister sind wie Bischöfe: An ihrer Dienstkleidung sind sie von weitem zu erkennen. Sie verwalten etwas, was ihnen nicht gehört. Meistens beklagen sie sich. Zuhören ist nicht ihre Stärke. Wenn alles so liefe wie sie es meinen, wäre es in Ordnung. Man macht mit ihnen keine Termine, sondern bittet um Audienzen. Wenn man sie braucht, sind sie nicht da. Wenn sie da sind, sind sie nicht zu gebrauchen. Wenn der oberste Chef da ist, geben sie sich devot, wenn er weg ist, machen sie was sie wollen...

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