Montag, 26. März 2012

Was ist eigentlich konservativ?

Dieser Frage stellt sich Erzabt Jeremias Schröder von St. Ottilien in der neuesten Ausgabe der "Missionsblätter". Er geht dabei v.a. auf das "Auftrittsverbot" für Hans Maier ein. U.a. schreibt er:

"(...) Dass mit Hans Maier dieser führende Vertreter einer typisch bayerischen katholisch-konservativen Kultur in klerikalen Kreisen zu einer Angstfigur werden kann, hat mit Konservativismus gar nichts zu tun. Eher geht es hier um freiwillige Selbstbeschränkung des kirchlichen Horizonts. Wenn man zulässt, dass die geistige Welt sehr klein wird, dann kann auch Donum Vitae, der von katholischen Laien aufgebaute Schwangeren-beratungsverein, zum Angelpunkt von Entscheidungen werden. In so einer kleinräumigen Welt kann sich dann auch eine neue Radikalität breit machen, die mutig umstürzt, auf- und abbricht. Konservativismus ist aber etwas anderes. Die seit zehn Jahren schwelende Diskussion um Donum Vitae hat zu einer tiefgehenden Frustration vieler politisch tätiger Laien geführt. Dem nicht direkt beteiligten Beobachter drängt sich der Eindruck auf, es gehe inzwischen vor allem um die Bekräftigung bischöflicher Autorität um ihrer selbst willen. Man findet das vor allem im Lehrwirken von Bischof Gerhard Ludwig Müller von Regensburg, dessen großes Verkündigungsthema ja das kirchliche Amt ist. Wir haben in Bayern bislang anders gelebt.(...) Orte und Personen, die die kulturelle Bedeutung der katholischen Kirche lebendig halten, sind nicht mehr häufig. Das ist ein Trauerspiel in unserem Herzland Europas, dieses Kontinents der immerhin 1500 Jahre lang zutiefst vom Christentum geprägt wurde. Es gäbe da viel zu bewahren und weiterzugeben. Und Bewahren heißt „Conservare“!

Den ganzen Text gibt es hier.
Ich kann Erzabt Jeremias Schröder nicht in allem folgen, nachdenkenswert ist der Beitrag aber auf jeden Fall und deshalb möchte ich ihn hier zur Diskussion stellen!

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