Montag, 16. April 2012

Österliche Begegnungen: Alles Alltag - oder was?

Nachdem gestern schon in mancher Kirche verkündet wurde Ostern sei vorbei, wird es Zeit, sich in der heutigen "österlichen Begegnung" mit dem Alltag zu beschäftigen:
In diesem Jahr sei Ostern kälter gewesen als Weihnachten hat mir neulich eine Mitarbeiterin erzählt. Das kann ich nicht nachprüfen, aber da wo ich wohne, und das ist nun nicht gerade im Gebirge, hat es am Karsamstag geschneit. Das ist wirklich nicht das, was wir von Ostern erwarten, zumindest nicht vom Wetter. Aber, liebe Leserinnen und Leser, das ist auch nicht weiter schlimm, denn wir haben ja noch ganz viel Zeit, Ostern zu feiern: „Die Zeit der Fünfzig Tage vom Sonntag der Auferstehung bis zum Pfingstsonntag wird als ‚der große Tag des Herrn’ gefeiert“, so heißt es in den liturgischen Vorschriften. Kein anderes Fest im Jahr wird so lange gefeiert wie Ostern. Bis Pfingsten brennt die Osterkerze an einem hervorgehobenen Platz, wird das ‚Halleluja’ besonders häufig gesungen, ist die liturgische Farbe der Gewänder das festliche Weiß und die Osterlieder übertreffen sich gegenseitig in jubelnden Texten und Melodien.
„Es ist schon wieder Alltag“ stöhnen wir manchmal wenn uns nach schönen erlebnis- oder erholungsreichen Zeiten die Routine wieder einholt. „Das meiste am Leben ist Mühsal und Beschwer“ weiß schon der Dichter der Psalmen im Alten Testament. Und es stimmt auch: Vieles lässt unser Leben wirklich grau und langweilig erscheinen.
Ein Kollege von mir hat einmal in einer Predigt den Leuten gesagt: „Ich wünsche Ihnen Osteraugen!“ und er erzählte von einem ländlichen Brauch in Frankreich, am Ostermorgen beim Geläut der Glocken zum Dorfbrunnen zu laufen und sich dort die Augen mit frischem, klarem Brunnenwasser zu waschen. In Franken, unser Bild zeigt den Marktplatz von Volkach, habe ich die festlich geschmückten Osterbrunnen selbst bewundern können. Da ist etwas dran: Meine Alltagsaugen mit der klaren Frische der Osterbotschaft zu waschen! Ich glaube wirklich, dass es uns dann gelingt, uns selbst und die Dinge unseres Lebens in neuer Farbigkeit und Helligkeit zu sehen! Und dafür haben wir jetzt noch ganz viel Oster-Zeit.

Heute möchte ich auch Papst Benedikt XVI. ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren und ihm Gesundheit und Gottes Segen wünschen - "ad multos annos!"

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