Mittwoch, 16. Mai 2012

16. Mai: Johannes Nepomuk

Zum heutigen Gedenktag des hl. Johannes Nepomuk (und Quasi-Namenstag):

Er stammte aus Nepomuk in Böhmen, studierte in Prag, war seit 1370 Kleriker von Prag und später Generalvikar. Dass er Beichtvater der Königin war und, wie in der katholischen Volksfrömmigkeit überliefert, als Opfer des Beichtgeheimnisses starb, ergibt sich aus den zeitgenössischen Dokumenten jedoch nicht. Sein grausamer Tod, er wurde gefoltert und am 20. März 1393 sterbend in die Moldau geworfen, gehört eher in die Geschichte der Streitigkeiten zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof. Johannes Nepomuk wurde später im Veitsdom in Prag beigesetzt und 1729 heiliggesprochen. Er gilt als Patron des Beichtgeheimnisses, als „Brückenheiliger“ ist seine Darstellung häufig an Brücken zu finden.

„Tacui – Ich habe geschwiegen!“, dieses Wort finden wir häufig auf Darstellungen des hl. Johannes Nepomuk. Es soll deutlich machen, dass ein Beichtvater selbst bis in den Tod an das Beichtgeheimnis gebunden ist. Und viele Priester sind dafür, vor allem auch in den totalitären Regimen des Nationalsozialismus und Kommunismus, in den Tod gegangen.
Unser heutiges Bild von A. Paul Weber aus dem Jahre 1943 heißt „Das Gerücht“. Aus den Fensterlöchern der unmenschlich monotonen Großstadtarchitektur strömen die Gestalten dem Gerücht zu und geben ihm immer neue Nahrung. Weber spielte in den Details der schlangenartigen Figur auf zahlreiche "geflügelte Worte" oder Redewendungen an, die wir im Zusammenhang mit diesem Thema benutzen: Der Schlangenleib - Symbol der Falschheit - ist besetzt mit Augen und Zungen, der Kopf hat große, spitze Lauscher, mit denen das Gerücht "die Ohren spitzt" und "etwas spitzkriegen" kann, dicke Brillengläser, durch die es alles genauestens zu sehen glaubt und doch alles nur verzerrt wahrnimmt, eine große "Klappe" mit "spitzer" Zunge und einen langen "Riecher", den es "in alles steckt".
„Tacui“ – gilt das auch für mich? Kann man mir etwas anvertrauen, tratsche ich nicht jede Neuigkeit, jedes Gerücht weiter? Heiliger Johannes Nepomuk, hilf mir, rechtzeitig meinen Mund zu halten!

Kommentare:

  1. Ja, dann:
    Nachträglich herzlichen Glückwunsch zum Namenstag!
    Ich vermisse das Muck-Foto...

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