Dienstag, 15. Mai 2012

Einstimmung zum Katholikentag

Zur Einstimmung auf den kommenden Mannheimer Aufbruch ein Bericht über den Katholikentag 1927 in Dortmund:

"Dem Katholikentag waren umfangreiche Vorbereitungen vorausgegangen. Sie hatten in Händen eines fünfköpfigen Ehrenpräsidiums und eines vierköpfigen Lokalpräsidiums gelegen, dem fast ausschließlich Laien in sieben Kommissionen zuarbeiteten. Nur die zweiköpfige Altarkommission, die einhundert Altäre für die angereisten Priester in der Stadt zu organisieren hatte, war von Geistlichen besetzt. Der Katholikentag erfreute sich nicht nur einer Rekordzahl von Teilnehmern aus allen Schichten. Er bestach auch durch die Anwesenheit zahlreicher prominenter Gäste und die hochkarätige Besetzung der Rednerlisten. Der inoffizielle Auftakt begann, als der Apostolische Nuntius Pacelli in Begleitung von Bischof Klein und weiteren Würdenträgern das Eisen- und Stahlwerk Hoesch besuchten sowie auf der Zeche Dorstfeld unter Tage einfuhren. Nachdem bei der Begrüßungsveranstaltung in der Westfalenhalle aus Platzgründen nur 12000 Teilnehmer Einlaß gefunden hatten, sprengten die mehr als 120000 Gottesdienstbesucher bei der Festmesse im Stadion Rote Erde alle Erwartungen. Den Einzug des päpstlichen Nuntius und der übrigen Würdenträger zur Altarinsel begleitete ein aus 1400 Männern gebildeter Chor der vereinigten Dortmunder Kirchenchöre mit dem 'Tu es Petrus'. Am Sonntagnachmittag fanden Parallelveranstaltungen statt. Im Stadion Rote Erde trafen sich 40000 Jugendliche um Generalpräses Ludwig Wolker zu Reden, Musik und Spiel, in der Westfalenhalle 15000 Männer zur Arbeiterkundgebung. Zahlreiche andere Veranstaltungen waren über ganz Dortmund verteilt."


gekürzt aus: Brandt/Hengst, Geschichte des Erzbistums Paderborn, Band 3: Das Bistum Paderborn im Industriezeitalter, 315f.
Außerdem gibt es vom Katholikentag auch ein ganz seltenes Foto von Eugenio Pacelli in Bergmannskleidung, ich finde es nur leider nicht!

Kommentare:

  1. Da muss man Kardinal Meisner wohl recht geben: "Katholikentage sind nicht mehr das, was sie mal waren."

    Irgendwie merkt man doch, dass damals jemand anders, der Herr nämlich, im Mittelpunkt stand. Man wird geradezu ein bisschen wehmütig...

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  2. Ja, man liest solche Texte mittlerweile mit einer gehörigen Portion Wehmut...
    Das Bild gibt es übrigens hier:
    http://orbiscatholicussecundus.blogspot.de/2012/02/worker-pope-santo-subito.html

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  3. Das Foto ist zu sehen im Buch OPUS IUSTITIAE PAX Eugenio Pacelli-Pius XII. (1876-1958), 2009 Verlag Schnell & Steiner, ISBN 978-3-7954-2197-7

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  4. Herzlichen Dank für die Hinweise zum Foto!!!

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