Mittwoch, 16. Mai 2012

Katholikentag - was man so alles findet...

Insgesamt dreimal war ich beim Katholikentag: 1982 bei der Schlussveranstaltung in Düsseldorf, 1984 in München mit den Pfadfindern und dann dienstlich 2000 in Hamburg als ich den Stand eines westfälischen Metropolitanbistums mitbetreut habe.
An 1982 habe ich wenig Erinnerungen, ich weiß nur noch, dass die Leute beim Abschlussgottesdienst unentwegt "Herr, gib uns deinen Frieden" gesungen haben und der arme Kardinal Höffner nicht mit der Messe fortfahren konnte.
1984 habe ich da schon besser auf dem Schirm, wir sind mit unserer Jugendgruppe in ein Privatquartier in Waldtrudering eingefallen und haben nicht nur alle Räume des schmucken Einfamilienhauses in Beschlag genommen, sondern dem wirklich herzlichen Gastgeberehepaar auch noch mehrfach die Biervorräte vernichtet. Ob die jemals wieder Ruhrgebietler beherbergt haben? Wir wissen es nicht. Gerade habe ich auf dem Dachboden noch das Programm eines "Festes zu einem neuen Aufbruch" (gabs also damals auch schon) wiedergefunden. Es wurde von der "Chansongruppe Sulzbach-Rosenberg" musikalisch gestaltet und drehte sich inhaltlich um das Lied "Father and son" von Cat Stevens. Eingangslied war "Zieh den Kreis nicht zu klein" und es findet sich auch folgender wunderbarer Satz: "Die Pantomimengruppe entzündet unsere Kerzchen, Zeichen der Hoffnung, Licht in der Dunkelheit, liebende Wärme, Zeichen das wir weitergeben." Hach, war das kuschelig, vor allem, wenn man das Glück hatte, neben einigen bestimmten Mädchen unserer Gruppe zu sitzen... Und dann erinnere ich mich noch an eine Band die auf dem Marienplatz nach ein paar geistlichen Schmankerln nur noch "Van Halen" gespielt hat. Und Andi, unser Leiter, hat sich vor dem Abschlussgottesdienst in einem unterirdischen U-Bahn-Restaurant ein Jägerschnitzel über die Hose gekippt. Wir durften nicht lachen.
2000 in Hamburg wiederum war man ziemlich isoliert auf dem Messegelände und so Arbeit am Messestand kann ja auch wirklich anstrengend sein. Dafür haben wirs abends an der Hotelbar immer richtig krachen lassen. Und dann weiß ich noch wie ich mit dem damaligen BDKJ-Vorsitzenden unter einer Laterne stehend viel Flaschenbier aus einer eigens besorgten Kiste getrunken habe. Das war schon schön und da kann der ostwestfälische Generalvikariatsmitarbeiter auch schon mal richtig aus sich herausgehen...
Aber um nochmal auf den ganzen Aufbruchkram in München zurückzukommen, wie sagte vorhin mein bester Freund am Telefon: "Das Schlimme ist, wir fandens damals gut!" Gott sei Dank, auch das geht vorbei.

1 Kommentar:

  1. Ich glaub, das ist der erfrischendste Beitrag, den ich dazu seit längerer Zeit gelesen habe.

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