Donnerstag, 17. Mai 2012

Wie ist es im Himmel?

Liebe Leserinnen und Leser, wie ist es wohl im Himmel? Wenn man nach dem Münchner Dienstmann Alois Hingerl geht, ist es beim Bier im Hofbräuhaus schöner. Denn dort landet er in Ludwig Thomas bereits 1911 erschienener wunderbaren kleinen Satire vom Münchner im Himmel ja auch wieder, weil das dauernde Frohlocken ihm doch nun so gar nicht liegt.
Im vergangenen Jahr war ich zum 25-jährigen Priesterjubiläum eines Freundes in Werl eingeladen. Chor und Orchester boten die Messe in D-Dur von Antonin Dvorak dar, und als wir nach gut zwei Stunden bei der hl. Kommunion angekommen waren, sang der Chor das engelsgleiche „Panis angelicus“ von Cesar Franck. Als ich dann da so kniete, die Sonnenstrahlen sich in den bunten Kirchenfenstern brachen und sich mit der gotischen Architektur, den Kerzen, Blumen, dem Weihrauch, der Musik und dem Gold der Gewänder zu einer Gesamtsinfonie verbanden, habe ich gedacht: „Ja, so muss es im Himmel sein!“ - Zumindest in der katholischen Abteilung. Und auch im Alltag ist viel vom Himmel die Rede: Man „schwebt im siebten Himmel“ wenn man verliebt ist, „Dich schickt der Himmel“ sagen wir, wenn uns jemand aus einer Notlage hilft. Dennoch: Einen Stadtplan vom Himmel hat niemand von uns in der Tasche, und denjenigen, die genau zu wissen meinen, wer drinnen ist und wer draußen, sollte man wirklich mit Vorsicht begegnen.


Alles was wir vom Himmel ausdrücken möchten bleibt letztendlich schwach, versuchen wir doch, mit menschlichem Maß eine göttliche Wirklichkeit zu beschreiben. Das Fest „Christi Himmelfahrt“ das wir heute feiern allerdings gibt uns eine Perspektive: Jesus Christus ist die Tür zum Himmel. Er ist gekommen, damit wir „das Leben in Fülle haben“ (Johannesevangelium). Und was sollte dieses „Leben in Fülle“ anderes sein als die alles umgreifende Liebe Gottes, also das, was wir Himmel nennen. Wenn wir auf Jesus Christus schauen, können wir darauf vertrauen, dass er uns und alle Menschen bei seiner Himmelfahrt gleichsam an die Hand fasst und in den Himmel mitnimmt. Im Tagesgebet dieses Festes heißt es: „Allmächtiger, ewiger Gott, erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit, denn in der Himmelfahrt deines Sohnes hast du den Menschen erhöht. Schenke auch uns das feste Vertrauen, dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind, in die Christus uns vorausgegangen ist.“
Allen einen schönen Feiertag!

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