Dienstag, 24. Juli 2012

24. Juli: Christophorus

Fast hätte ich doch den heutigen Tagesheiligen vergessen. Ich vermute mal, das liegt daran, dass mein Auto mitsamt entsprechender C-Plakette in der Werkstatt ist. Nun denn, also zum heutigen Tag mein Beitrag, ursprünglich für die Krankenhauszeitung geschrieben:

Der heilige Christophorus, liebe Leserinnen und Leser, ist wohl vielen Menschen vertraut, sei es als recht häufiger Vorname, als Plakette im Auto oder als Rufname von Rettungshubschraubern. Dabei ist über sein Leben nicht viel bekannt. Er hat in Kleinasien, also der heutigen Türkei, vermutlich unter Kaiser Decius um 250 das Martyrium erlitten. In Chalkedon wurde ihm 452 eine Kirche geweiht. Auch in der abendländischen Kirche wurde Christophorus viel verehrt. Er gehört zu den Vierzehn Nothelfern. Aus seinem Namen, übersetzt „Christusträger“, hat sich die Legende entwickelt, er habe auf seinen Schultern das Jesuskind über einen Fluß getragen.


In vielen alten Kirchen finden wir an der Außenwand oder in der Nähe des Ausgangs oft meterhohe Darstellungen des heiligen Christopherus, so auch auf unserem Foto aus dem Stift St. Lambrecht in der Steiermark. Die Menschen glaubten, der Anblick des Bildes würde sie an diesem Tag vor einem „unversehenen“ Tod bewahren, also davor, zu sterben, ohne vorher die Sakramente empfangen zu haben.
Das hört sich für uns heute etwas seltsam an, denn Bilder und Gegenstände können zwar an etwas erinnern oder eine verborgene Wirklichkeit durchscheinen lassen, haben ja aber doch niemals eine Kraft aus sich heraus oder irgendeine magische Wirkung. Allerdings im Zeitalter von Amuletten, Traumfängern und Talismännern sollte man das immer wieder einmal deutlich betonen und bei manchem was heute so rumgeistert scheint mir die Verehrung des heiligen Christophorus doch geradewegs vernünftig. Zumindest erscheint es mir doch recht sinnvoll, hin und wieder über die "Letzten Dinge" nachzudenken, vor allem dann, wenn man aus seinem Leben etwas machen will. Aber das wäre ein eigenes Thema. Vielleicht jetzt nur so viel:
Jemanden wie Christophorus zu haben, einen Riesen mit breiten Schultern der mich schützt und trägt, das ist doch ein verständlicher Wunsch. „Christusträger“ lautet sein Name aus dem Griechischen übersetzt und darauf kommt es letztlich an: Christophorus hat Christus getragen und dafür hat Christus ihn getragen. Diese Zusage gilt auch einem jeden von uns: Wir können gewiss sein, wenn wir Christus im Herzen tragen, können wir uns darauf verlassen, dass er auch uns in allen Höhen und Tiefen unseres Lebens sicher trägt.

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