Sonntag, 15. Juli 2012

Das schwarze Gold

Was kann man bei diesem Wetter unternehmen? Naja, zum Beispiel ins Museum gehen, vor allem dann, wenn es fast vor der Haustür liegt. Hier also ein paar Eindrücke von der Zeche Nachtigall heute morgen, einst eine der ersten Tiefbauzechen, dann Ziegelei, dann wilder Schrottplatz (haben wir als Jugendliche verbotenerweise erkundet), heute Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und mit ein wenig Glück bald Weltkulturerbe.
Hier haben wir, in Anlehnung an Frank Goosen, "das schwarze Gold mit bloßen Händen zu Tage gefördert!"
Die Maschinenhalle mit Dampfmaschine, diese kann zu Anschauungszwecken auch in Betrieb gesetzt werden (allerdings elektrisch):
Eine sog. "Ruhraak", auf diesen Schiffen wurde die Kohle ruhraufwärts transportiert. Zur Unterstützung wurden diese Schiffe auch mit Pferden auf dem "Leinpfad" gezogen. Dieser ist an der Ruhr an einigen Stellen auch noch erhalten.
Mit der Nordwanderung des Bergbaus war in unserer Gegend mit den meisten Zechen schon in der 1920er Jahren Schluß. Einige Klein- und Kleinstzechen z.B. mit dem bezeichnenden Namen "Eimerweise" haben sich jedoch gehalten und hatten vor allem in der Nachkriegszeit Konjunktur. Die letzte Kleinzeche schloss in den 1970er Jahren, von dort stammt auch der schöne Lkw:
Hier stehen wir über den Brennöfen der späteren Ziegelei. Durch die Öffnungen wurde dem Feuer immer wieder Kohle zugeführt. Die Beschickung der verschiedenen Öfen erfolgte nach einem komplizierten System. Diese ganze Ziegeleigeschichte ist wirklich spannend.
Und zum Schluß der Schienenbus der Ruhrtalbahn. Diese wird von der DGEG (Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen) betrieben, verkehrt immer sonntags zwischen Bochum und Hagen, am ersten Sonntag im Monat sogar unter Dampf. Im Vordergrund die Schmalspurgleise des Gruben- und Feldbahnmuseums der "Muttenthalbahn":
Meine Empfehlung: Besuch auf der Zeche Nachtigall (mit Führung durch den Besucherstollen) und im Gruben- und Feldbahnmuseum der Zeche Theresia, Wanderung auf dem bergbaugeschichtlichen Lehrpfad durchs Muttental, vielleicht auch noch Fahrt mit dem Museumszug oder mit dem Fahrgastschiff "Schwalbe" auf der Ruhr. Ein Ausflugstag an dem Fans von Industriegeschichte und Technik aber auch wildromantischer Natur gleichermaßen auf ihre Kosten kommen!

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