Donnerstag, 19. Juli 2012

Die barocke Religion: Umgang mit himmlischen Mächten

"Das Barockzeitalter war vielleicht die letzte Epoche einer integralen, den biblischen Glauben mit der Religion verbindenden Katholizität. (...) Insgesamt versuchte die katholische Kirche 'eine Integration bzw. Umwandlung magischer Vorstellungen in religiöse.' Die Magie wurde verkirchlicht, dadurch zugleich anerkannt, begrenzt und integriert. Die Protestanten ihrerseits hatten Gelegenheit, sich über den katholischen 'Aberglauben' aufzuregen und ihre Abgrenzung gegen das Katholische zu betonen. (...) Die barocke Religiosität überlebte nur in Restbeständen der Volksreligion, am längsten in den katholischen Mittelmeerländern. Der im barocken Katholizismus enthaltene Anteil von Religion, das heißt vom Umgang mit übersinnlichen und himmlischen Mächten, ist im Gefolge des 2. Vatikanischen Konzils praktisch ganz aus der katholischen Kirche ausgemerzt worden."

Thomas Ruster: Die neue Engelreligion, Kevelaer 2010, 56ff.

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