Dienstag, 24. Juli 2012

Sünde als Überforderung

"Sünde ist die Weigerung, Gott Gott sein zu lassen. Sie wirkt sich aus in der Überforderung von anderen oder anderem, dass sie uns Gott seien. Oder umgekehrt, was auf dasselbe hinausläuft, in dem Versuch, mich selbst zu Gott zu machen und alles andere zu meinem Dienst zu zwingen. Die Firma, die den Mitarbeiter über das Maß hinaus beansprucht, ist sein Gott. Sie überfordert ihn, überbeansprucht ihn, vielleicht so lange, bis er vor lauter Überforderung nicht mehr kann. Die Gesellschaft, die die Natur für ihre Zwecke ausbeutet, sie als Ressource benutzt und ihren übermäßigen Abfall an sie zurückgibt, überfordert sie. Sie spielt sich auf wie der Herr und Schöpfer der Natur. Sünde ist immer eine Art von Götzendienst. Sie überfordert Dinge und Menschen damit, wie Gott zu sein. Die Folge davon ist immer, dass Leben und Lebendigkeit reduziert wird. Paulus bringt es auf den Punkt: 'Die Folge der Sünde ist der Tod' (Röm 6,23)."

aus: Thomas Ruster, Glauben macht den Unterschied, München 2010, 131.

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