Montag, 27. August 2012

27. August: Die hl. Monika

Zum heutigen Gedenktag der hl. Monika mein aktueller Zeitungsbeitrag:

Monika war die Mutter des hl. Augustinus. Sie wurde um 332 in Tagaste in Nordafrika als Tochter christlicher Eltern geboren, mit 18 Jahren heiratete sie den Heiden Patricius, der sich später zum Christentum bekehrte. Augustinus war das älteste von drei Kindern, seine Entwicklung begleitete sie mit Freude und auch mit Sorge. Nach dem Tod ihres Mannes folgte sie Augustinus nach Rom und dann auch nach Mailand, wo er eine Professur angenommen hatte. Dort konnte sie noch seine Bekehrung und Taufe erleben. Im Herbst 387 wollten beide über Rom nach Afrika zurückkehren. Auf der Reise starb Monika, 56 Jahre alt, in Ostia bei Rom.

Das oft wechselvolle Verhältnis zwischen Müttern und Kindern ist für uns häufig ein großes und belastendes Thema. Vielleicht tröstet es ein wenig, dass selbst große Gestalten wie der heilige Augustinus damit schon so ihre Schwierigkeiten hatten, jedem sei dazu die Lektüre seiner „Confessiones - Bekenntnisse“ wärmstens empfohlen. – Heute möchte ich daraus wiedergeben, was Augustinus über den Abschied von seiner Mutter erzählt, weil ich diese Geschichte sehr anrührend finde:

Der Tag kam, an dem Monika aus diesem Leben scheiden sollte; da geschah es, dass wir, sie und ich, allein beieinander standen, an ein Fenster gelehnt, von dem aus man in den Garten des Hauses schaute, in dem wir wohnten. Es war in Ostia am Tiber, wohin wir uns vor dem Menschengewimmel zurückgezogen hatten, um uns nach den Anstrengungen der langen Reise vor der Seefahrt zu erholen. Wir unterhielten uns also allein in herzlichem Gespräch, vergaßen, was hinter uns lag, und streckten uns aus nach dem, was vor uns war. Wir fragten uns, wie wohl das ewige Leben sein wird, das ‚kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und das keinem Menschen in den Sinn gekommen ist.’ In diese Richtung bewegte sich meine Rede, wenn auch nicht genau mit diesen Worten, aber über diesen Reden verflüchtigte sich uns an jenem Tag die Welt. Einige Tage später wurde sie immer schwächer und sprach zu meinem Bruder und mir: ‚Begrabt diesen Leib irgendwo, macht euch keine Sorge um ihn; nur darum bitte ich: Wo immer ihr seid, denkt an mich am Altar Gottes!’ Nachdem sie diesen Gedanken, so gut sie es konnte, ausgesprochen hatte, schwieg sie.

Wie wird wohl das ewige Leben sein? Wer glauben kann, dass es einen Himmel gibt, wird immer eine Brücke zueinander finden, auch über dieses Leben hinaus in die Ewigkeit.

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