Montag, 13. August 2012

Ich mag den Papst.

Vorhin auf der Arbeit: Krankenhäuser und medizinische Zentren müssen sich regelmäßig Zertifizierungen unterziehen. Dafür kommt dann ein externer Auditor und befragt in einem Audit die verschiedenen Abteilungen um dann beurteilen zu können, ob alles nach den Vorgaben funktioniert. Nun habe ich schon viele solche Audits hinter mir und war an meiner früheren Stelle auch mal selbst QM-Beauftragter und habe andere Einrichtungen auditiert. Also meine ich ungefähr zu wissen, wie der Hase läuft.
Aber heute wars besonders nett: Ich stelle mich vor. Der Auditor: "Sind Sie Pfarrer?", Ich: "Nein, sonst würde ich ja wohl anders rumlaufen." - Auditor: "Was halten Sie denn vom Papst?" - Ich: "Naja..." - Chefarzt: "Der stellt schon den ganzen Tag so komische Fragen!" - Auditor: "Dieser Papst, der geht ja wohl gar nicht! Ratzinger bleibt halt Ratzinger! Und jetzt hat er ja auch noch den Müller nach Rom geholt. Wir sind ja froh, dass wir ihn los sind!" - Ich: "Ach, Sie sind wohl aus Regensburg?" - "Ja, und der Papst ist eine echte Katastrophe!". Ich verstumme kurz (ich wollte ja auch nicht den positiven Ausgang der Zertifizierung gefährden), der Auditor befragt ähnlich kompetent die Kollegen aus anderen Bereichen. Dann wieder zu mir: "Was machen Sie eigentlich mit nichtchristlichen Patienten?" - Ich (leicht genervt): "Wir besuchen natürlich nur Leute mit Kirchensteuernachweis." - "Wirklich?" - "Nein, natürlich nicht, wir besuchen alle, die es wünschen." - "Das dürfte aber der Papst jetzt nicht hören!" - Dio mio!
Am Schluß fragt er dann: "Haben Sie denn noch etwas, was Sie mir sagen möchten?" - Ich: "Ja, nur das eine: Ich mag den Papst."
Wenn dieser Mann von Medizin so viel Ahnung hat wie vom Glauben und der Kirche, würde ich mir von ihm noch nicht einmal eine Kopfschmerztablette geben lassen...
Die Dämlichkeit mancher Priester ist mir ja schon peinlich, aber für viele Laien kann man sich einfach nur fremdschämen.

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