Freitag, 28. September 2012

28. September: Die hl. Lioba (und Thekla) - Die Kraft Christi

Heute sieht der Heiligenkalender das Gedenken der hl. Lioba vor. Das Würzburger Direktorium ist da etwas großzügiger und nimmt sinnvollerweise die hl. Thekla noch hinzu.
In der Lebensbeschreibung heißt es dort:
"Thekla und Lioba stammten wie der heilige Bonifatius aus vornehmen angelsächsischen Familien und waren ihm auch verwandtschaftlich verbunden. Deshalb rief er sie als Mitarbeiterinnen nach Deutschland. Beide wirkten vorbildlich an Tugend und christlicher Bildung. Thekla als Äbtissin in Kitzingen und Lioba in Tauberbischofsheim."

In der Lesehore gibt es neben einem Brief des hl. Bonifatius zur Auswahl auch einen interessanten Text von Romano Guardini aus seinem Buch "Der Herr", und zwar eine Betrachtung über die Christliche Ehe und Jungfräulichkeit. Er schreibt dort u.a.:
"Die Kraft aber, aus welcher die beiden Ordnungen (Ehe und Jungfräulichkeit) aufgebaut werden, ist jene, von der wir zu Eingang unserer Betrachtung gesprochen haben: die Kraft Christi. Hier müssen wir rein und entscheiden denken. Christliche Ehe wie christliche Jungfräulichkeit werden nicht aus soziologischen Einsichten aufgebaut, und seien sie noch so klar; nicht aus ethischen oder personalen Kräften, und seien sie noch so gut; nicht aus unmittelbarer Religiosität und sei sie noch so fromm. Alles das führt vom Eigentlichen weg. Auch nicht aus einer allgemein verstandenen 'Gnade', die so viel bedeuten würde, wie besondere menschlich-religiöse Begabung, natürliche Reinheit oder dergleichen. Vielmehr aus der Kraft, die im Wesen Christi liegt, die er selbst ist. (...) Und kein abstraktes 'Himmelreich' macht die Jungfräulichkeit möglich; auch nicht 'Gott' einfachhin, sondern Christus. Das, was aus ihm strahlt, aus seiner Person, seiner Gesinnung, seinem Handeln, seinem Schicksal: das Heilige, Unnennbare, dem Herzen Einleuchtende, Berührende, Erfüllende. Es würde verschwinden, wenn man es auf allgemeine Ausdrücke zu bringen suchte; etwa sagte, es sei das Ethos Jesu, oder seine Daseinsdeutung, oder die von ihm offenbarte Wertfülle. Nein, nicht Ethos, nicht Deutung, nicht Werte. - Er. Jenes, das nur mit einem Namen ausgedrückt werden kann: Jesus Christus. Der lebendige Sohn Gottes und Menschensohn zugleich. Der Schönste der Menschenkinder. Das Leben und die Liebe selbst. Christliche Ehe und Jungfräulichkeit werden unverständlich, sobald darin nicht mehr Jesus Christus das Eigentliche, die Norm und die Wirklichkeit ist."

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