Dienstag, 4. September 2012

4. September: Ida von Herzfeld: Der lebendige Kontakt mit Gott

Heute gedenken die westfälischen Bistümer der hl. Ida von Herzfeld. Sie war Gemahlin des Sachsenherzogs Egbert und führte, wie es so schön in den Heiligenviten heißt,  "ein Leben der Frömmigkeit, Buße und Nächstenliebe". Zwei ihrer Brüder und ein Sohn waren Abt von Corvey, ihre Tochter Gründungsäbtissin von Herford. Ida verbrachte ihr Lebensende bei der gemeinsam mit ihrem Mann gegründeten Kirche in Herzfeld, wo sie wahrscheinlich am 4. September 825 starb. Bischof Dodo von Münster erhob die Gebeine um 980.
Ein Besuch in der St. Ida-Kirche in Herzfeld mit ihrer gut erhaltenen neugotischen Ausstattung und dem modern gestalteten Ida-Grab ist wirklich lohnenswert!

In der Paderborner Lesehore ist als zweite Lesung ein interessanter Text des 1983 verstorbenen ehem. Konviktsdirektors und Patrologieprofessors Friedrich Normann angegeben. Es geht darum, ob die Kirche nicht ein "erbärmliches Schuldbewußtsein züchtet" und damit "eine unheimliche Macht über das menschliche Gewissen ausübt" , ja sogar "Lebt sie vielleicht nur von der Sündenangst?" - Irgendwie aktuell, oder? -
Normann schreibt: "Die Antwort wissen die Heiligen. Sie ist ablesbar an ihrem Leben. Je lebendiger ihr Kontakt mit Gott wurde, um so größer wurde er für sie, aber auch um so herrlicher, um so liebenswerter. Je tiefer sie sich freuten an seiner Lebensfülle, um so mehr auch erfuhren sie ihre eigene Unzulänglichkeit. Darum haben die Heiligen auch das stärkere Sündenbewußtsein, nicht etwa die Schwerverbrecher, die Gott kaum kennen, oder die gedankenlosen Menschen, welche 'die Sünde trinken wie Wasser'. Je mehr ich Gott erlebe, um so mehr muß mich alles schmerzen, was mich von ihm trennt. Solches Leid wird mich dann nicht niederknüppeln, es soll mir vielmehr einen Aufschwung geben zur Bekehrung. Unser Gück besteht darin, daß Gott uns 'trotzdem liebt'. Er ist in Jesus Christus sogar mit unwiderruflicher Liebe auf mich zugekommen, er ist allezeit offen für mich geworden. Wenn ich mich 'berge in seinen Wunden', bleibt mein Leben nicht steril, vielmehr sind dann auch meine Werke fruchtbar, 'denn sie sind in Gott getan'."

Die Tagesoration lautet:
"Vater im Himmel, du hast uns die heilige Ida zur Fürsprecherin gegeben. Als Frau und Mutter war sie ihrer Familie Vorbild im Glauben, als Witwe gab sie ein Beispiel der Frömmigkeit und Nächstenliebe. Gib auch uns die Kraft, dir in unserem Stand und Beruf treu zu dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus."

Hoffentlich hat sie als Witwe nicht "Frau und Mutter" gelesen ;)

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für den Text von Friedrich Normann. Das größere Sündenbewußtsein eines Bekehrten nach der Bekehrung als vorher hat mich immer verwundert.

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