Freitag, 7. September 2012

Erst katholisch und dann christlich

"Vielleicht sind wir immer noch ein wenig überrascht, dass im Gottesdienst bereits das Gottesreich Wirklichkeit werden soll. Warum sieht man denn so wenig davon? Der bloße Handschlag beim Friedensgruß, das Gehen zur Kommunionbank - das soll es schon sein? Die Theologie hat auf diese Schwierigkeit hin eine wichtige Unterscheidung formuliert: 'Insofern das Werk getan wird' (ex opere operato), ist dort Gottesreich. 'Insofern die Handelnden das Werk persönlich vollziehen' (ex opere operantis) ist aber längst noch nicht überall Gottesreich. Der Gottesdienst und das ganze Leben der Kirche zielen jedoch darauf ab, dass die Differenz zwischen den beiden Dimensionen minimiert wird. Man ist gewissermaßen erst katholisch und dann christlich: Die Teilnahme an den Vollzügen der Kirche führt, so ist es jedenfalls gedacht, immer tiefer in das Leben des Gottesreiches hinein. Das Leben in der Kirche verwandelt die Menschen nach und nach von der amtlich gegebenen Realität zur persönlichen Realität."

Thomas Ruster: Glauben macht den Unterschied, München 2010, 165.

Oje, erkläre das mal einem Protestanten... Und dabei ist Thomas Ruster nun wirklich keiner der konservativen Professoren. Der politische Ökumene-Aufruf war für mich die Luftblase der Woche: Von anderen fordern, was man selbst nicht hinkriegt: CSDPU- GG: Die Christlich-sozial-demokratische-Partei-Union-Grün-gelb...

Mit dem "Muck-Bild" der Woche wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins Wochenende! (Übrigens: Wenn man Mucki so Tag für Tag erlebt, kann der nur katholisch sein...)

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