Sonntag, 16. September 2012

So ist's recht...

Ein kurzer Rückblick auf den Tag der Ewigen Anbetung am Gedächtnis der Schmerzen Mariens:
Messformular vom Tag, also keine VAM. Der Liedplan:
Zu Beginn GL 584: "Christi Mutter stand mit Schmerzen" (passend zum Fest, dabei wurde auch die hinten in der Kirche stehende Pieta inzensiert, eine gute Idee!)
Kyrie aus der X. Choralmesse "Alme pater", GL 419, die auch an Marienfesten vorgesehen ist. Mit ihrer Melancholie halte ich sie für eine der schönsten Choralmessen.
Gloria GL-PB 817: Wenn schon Paraphrase, dann ist das Paderborner "Es jubelt aller Engel Chor" an Heiligenfesten richtig gut passend.
Zwischengesang: Sequenz "Stabat mater" aus dem Graduale (für die Leute übersetzt, erklärt und mit einigen meditativen Anregungen ausgelegt)
Kein Credo (liturgisch richtig, da am Fest nicht vorgesehen)
Sanctus und Agnus Dei wieder aus der Choralmesse GL 420/421
Communio: "Qui manducat carnem meam" aus dem Graduale

Und jetzt wirds nochmal richtig nett:
Nach dem Schlußgebet Wechsel in den Chormantel und Aussetzung des Allerheiligsten, dazu GL-PB 864: "Wir beten an, dich wahres Engelsbrot"
Gebet für den Frieden, GL 789, 2 unter Auslassung des nervigen "Das zweite Vatikanische Konzil sagt..."
"Te deum" GL 257 mit allem was läuten oder schellen kann
"Ecce panis angelorum", GL-PB 865, dreimal gesteigert (wunderbar, vor allem das völlig unkorrekte "non mittendus canibus")
"Tantum ergo", GL 543, 5;6, viel schöner als GL 541
"Panem de caelo" und Oration - manches geht eben nur auf Latein...
Sakramentaler Segen und zum Schluß "Salve Regina" GL 570.

Ich bin ja bei Gottesdiensten und Liturgie immer ziemlich anspruchsvoll und häufig auch recht kritisch, vielleicht manchmal zu sehr. Aber gestern abend habe ich mich nach langer Zeit wieder einmal dabei erwischt, dass es mir richtig gut gefallen hat. Vielleicht auch, weil für hiesige Verhältnisse relativ wenig geredet wurde und das, was gesagt wurde, sinnvoll war. Und natürlich die Musik. Da merke ich auch, wie meilenweit weg ich von NGL, Gospel oder frommen Kitschliedern bin. Das macht mir aber gar nichts. Gestern abend habe ich mir dann jedenfalls zum Abschluss in bester Sonntagsstimmung noch ein Bier aufgemacht, die anderen haben es wahrscheinlich noch stilvoller im "Marieneck" ausklingen lassen...
Also manchmal macht Katholischsein auch mal wieder richtig Spaß.

Ach ja, in meiner Heimatwohnortgemeinde war übrigens Pfarrfest: Man merkte es an dem betörenden Duft von Rohkost und Kamillentee...   

Kommentare:

  1. Oha, lädt denn Deine Heimatwohnortgemeinde auch zum Tee- und Kaffee-Frühschoppen ein?

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    1. Genau! Und wenn es Bier gibt, ist es grundsätzlich warm...

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  2. Also, ich muß da mal ein paar Fragen stellen, weil ich nicht so recht den liturgischen Rang des Tages der ewigen Anbetung einzuordnen weiß (kann sein, daß ich mir da den Ruf als Korinthenkacker oder Spielverderber einhole ;-)):

    "Es jubelt aller Engel Chor" war auch früher meine Lieblings-Gloria-Paraphrase (Ignaz Knievel war ja auch Kirchenmusiker bei uns zu Hause). Du schreibst, es hätte kein Credo gegeben, weil dies am Fest nicht vorgesehen war. Meinst Du das "Fest der ewigen Anbetung" oder das "Fest der Schmerzen Mariens"? Letzteres ist im ordo novus nur noch ein gebotener Gedenktag und daher nicht nur ohne Credo, sondern auch ohne Gloria. Dann stellt sich natürlich die Frage, wie ein Anlaß im niedrigeren Rang die erste Vesper vom Sonntag verdrängen kann, so daß es keine VAM sondern die vom Tage ist.

    Der Tag der ewigen Anbetung war zu Hause immer der 3. Januar und liturgisch zum Hochfest der Gemeinde deklariert (keine Ahnung, ob man das so einfach tun kann), also mit Gloria und Credo.

    Dennoch muß es bei Euch eine schöne Feier gewesen sein, das nehme ich Dir wohl ab. :-)

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  3. Lieber Stanislaus, Du hast vollkommen Recht! Nach der alten Ordnung ist das Fest der Schmerzen Mariens allerdings ein Fest. Somit haben wir alles richtig gemacht. Noch Fragen?

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    1. Ach Ihr habt in der außerordentlichen Form gefeiert?! Na dann ist ja alles in Ordnung (wäre dann allerdings nicht mit Credo?) ;-)

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  4. Lieber Stanislaus, entschuldige, dass es so lange gedauert hat, wie Du gemerkt hast war ich in Urlaub! Meine Argumentation: Die Messe war vorgesehen als feierliches Abschlußamt des Tages der Ewigen Anbetung. Also wäre wohl die Votivmesse von der hl. Eucharistie angebracht gewesen, man hätte auch das Formular von Fronleichnam nehmen können. Sie hätte damit auch den Sonntag verdrängt, da sie nach Paderborner Direktorium zu den "Messen zu besonderen Feiern, Messen für besondere Anliegen, Votivmessen im Auftrag oder mit Erlaubnis des Ortsordinarius im Fall einer besonderen Notwendigkeit oder pastoralen Situation" gezählt hätte. Da der Tag der "Ewigen Anbetung" in den Gemeinden vom Bischof festgelegt wird, wäre es also eine "Votivmesse im Auftrag des Ortsordinarius" gewesen. So wird man wohl die "Ewige Anbetung" grundsätzlich in der Rangfolge behandeln können: Sie verdrängt also alles unterhalb und einschließlich der JK- und Weihnachtszeitsonntage. Sie verdrängt aber nicht: Die drei österlichen Tage, Gründonnerstag, Sonntage der Advents-, Fasten- und Osterzeit, Hochfeste, Aschermittwoch, Tage der Karwoche (Mo-Mi), Tage der Osteroktav und Allerseelen.
    Das Stundengebet wird davon nicht berührt. Also 1. Vesper vom Sonntag beten und dann Votivmesse feiern!
    Du hast natürlich recht: Tagesformular B.M.V. passte nicht. Schön wars trotzdem. Aber auch das kann natürlich nicht alleiniges Kriterium sein, also ein Spielverderber bist Du garantiert nicht :)

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