Donnerstag, 4. Oktober 2012

5. Oktober: Der hl. Meinolf: Kann man im Generalvikariat heilig werden?

"Meinolphum sanctum genuit Westfalia tantum": Am 5. Oktober gedenkt der Paderborner Heiligenkalender des hl. Meinolf von Böddeken.


Er entstammte einer einflußreichen, christlich gewordenen Familie aus der Paderborner Umgebung. Unter Bischof Badurad besuchte er die Domschule in Paderborn; gegen 836 erhielt er das Amt eines Archidiakons. Er wurde beauftragt, die Liborius-Reliquien aus Le Mans zu holen. Später hat er aus den Mitteln seines väterlichen Erbes das bei Paderborn gelegene Kloster Böddeken gegründet. Er wird mit einer kleinen Glocke dargestellt, mit der er der Legende nach das Volk zu Predigt und Gottesdienst sammelte. Seine Gebeine ruhen in der Busdorfkirche zu Paderborn. Im Kloster Böddeken selbst ist heute ein Internat untergebracht, von der einstigen Kirche steht nur noch die Chorruine. Aber dennoch sehenswert!


Mit seiner Tagesoration könnte der hl. Meinolf allerdings mindestens gebotener Gedenktag in allen deutschen Diözesen werden, sie lautet:
"Allmächtiger, ewiger Gott, der heilige Diakon Meinolf hat mit all seiner Kraft für den Aufbau der Kirche von Paderborn gwirkt. Schütze auch in unserer Zeit die Kirche dieses Landes und festige ihre Verbindung mit dem römischen Oberhirten."

Bei Hans-Jürgen Brandt und Karl Hengst lesen wir zum hl. Meinolf in ihrer "Geschichte des Erzbistums Paderborn":
"Seit 1803 hütet die Busdorfkirche ebenso die aus dem damals aufgehobenen Kloster Böddeken überführten Gebeine des hl. Diakons Meinolf, der im Jahre 836 die Reliquien des hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn geleitet hatte. Bis in die Gegenwart hinein ist "Meinolf" bistumsweit als Tauf- und Rufname beliebt und wiederholt als Kirchen- oder Hauspatron gewählt worden. Die volkstümliche Verehrung des Heiligen der Paderborner Frühzeit aber ist seit der Säkularisation, abgesehen von der jährlichen Feier seines Todestages am 5. Oktober in Böddeken, eingeschlafen. Dabei verdiente der hl. Diakon Meinolf von mehreren Seiten aus dem Dornröschenschlaf erweckt zu werden: von der Diözesanjugend als einem grenzenüberwindenden Vorbild und von den Ständigen Diakonen als ihres frühen Standesheiligen ebenso wie vom Domkapitel und vom Generalvikariat, als dessen erster Dompropst bzw. Generalvikar der "Archidiakon" Meinolf angesehen werden kann. Die Kosten für die längst fällige Anfertigung eines würdigen Meinolphischreins würden nicht zuletzt die zahlreichen Namensträger des Heiligen nach einem entsprechenden Aufruf bestreiten."

Frommer Wunsch!

Mein geistlicher Impuls für diesen Tag:
Man kann auch im Generalvikariat heilig werden, aber es ist nicht leicht. Man kann es wohl nur dann, wenn man dort, nach dem Vorbild des heutigen hl. Diakons Meinolf, aus einer Grundhaltung heraus arbeitet, die mit Machtausübung nicht viel zu tun hat. Es geht um etwas anderes: Die Bistumsverwaltung als diakonischer Dienst?
Ich finde, darüber kann man mal nachdenken!

Trotzdem allen Meinolfs (ich kenne zumindest immerhin fünf, wobei einer leider bereits verstorben und ein anderer evangelisch ist) herzliche Glückwünsche zum Namenstag!

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