Samstag, 6. Oktober 2012

Augen auf, Herr Erzbischof!

Das Interview mit Erzbischof Müller in dem es u.a. um die "Nichtverhandelbarkeit" des Glaubens geht, ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt. Aus dem Umfeld der DBK sagte mir mal jemand, dass Erzbischof Müller eine gewisse akademische Blasiertheit nicht ganz fremd sei, vor allem dann, wenn er mit geschlossenen Augen zu Monologen ansetzte.
In diesem Interview scheint er wohl die Augen auch geschlossen zu haben, geschlossen nämlich vor dem, was Tag für Tag, Sonntag für Sonntag, in unserer Kirche so abgeht. Denn die Piusbrüder, zu denen ich nun auch keine sonderlichen Sympathien hege, sind nun mal ein leichter Gegner: Zahlenmäßig überschaubar, gesellschaftlich eh' im Abseits, ohne politische Lobby, schlechte Presse, kaum Einfluß in den gesellschaftlichen Leitmilieus. Ja, da ist ist man schnell eindeutig. Ist ja auch einfach.
Und was ist mit den ganzen Lammerts, Glücks und Gefährten? Was ist mit den ganzen Ungehorsams-Initiativen? Was ist mit den Priestern, die sich ihr Leben, ihre Seelsorge und ihre Liturgie so basteln wie es ihnen am gemütlichsten ist? Was ist mit den Funktionären in den Gremien, Verbänden und Dialogprozessen, die sich von nichts und niemandem mehr etwas sagen lassen, schon gar nicht aus Rom?
Es gibt Gegner, die brauchen mehr Mut. Augen auf, Herr Erzbischof!

Kommentare:

  1. Aber hat er da nicht in Sachen Entzug der Lehrerlaubnis, Aufruf an die "Petition Vaticanum 2"-Professoren zu Gehorsam und anderen Dingen in seinem Bistum genug Staub aufgewirbelt? Ich finde, da war er konsequent und hat sich dadurch leider auch recht unbeliebt in der Öffentlichkeit gemacht. Aber das ist nunmal der Preis dafür.

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    1. Natürlich, das stimmt. Nur erinnert es mich trotzdem an jene geistlichen Herren, die ihre ganze kalte klerikale Macht und Herrlichkeit an Rosenkranzbetern und Maiandachtbesuchern auslassen, währenddessen andere eruptiv um den Altar tanzen. Und da kriege ich immer Ausschlag...

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