Freitag, 19. Oktober 2012

Beim Blick aus dem Bürofenster...

"Erst im Christentum und durch den Glauben an Gott gewinnt die menschliche Arbeit einen eigenen, wenn auch durch die Erbsünde verschatteten Wert. Arbeit ist nach Augustinus nicht Folge des Sündenfalls, dieser führt zur Verschärfung der Arbeit als Mühe 'im Schweiß des Angesichts', denn eigentlich setzt der Mensch in seiner Arbeit Gottes Schöpfungswerk fort und seine Arbeit födert zugleich die Aufheiterung der Seele. Durch die Benediktsregel gelangt der urchristliche Zusammenklang des 'ora et labora' in die abendländische Kultur. Dahinter steckt die Überzeugung: Müßiggang an Leib und Seele führt zu selbstbezogener und, modern gesprochen, narzisstischer Verstrickung. Dem wehren gleichermaßen Gebet und Arbeit. Das Ziel ist immer ein doppeltes: Bildung und Ausbildung der eigenen Persönlichkeit und Dienst am Mitmenschen. Unmerklich gewinnt die Arbeit damit zugleich den Sinn von Berufung, dies wird im neutestamentlichen Gleichnis von den Talenten eindrucksvoll entfaltet. In dieser Sicht hat jetzt jeder Mensch die Aufgabe, sich und seine Talente zum Wohl von Welt und Mitmensch zur Entfaltung zu bringen. Arbeit ist für den Menschen nicht irgendeine Form entfremdeter Beschäftigung, sondern immer auch und grundlegend ein Stück gerechter Selbstverwirklichung im Dienst der eigenen und der anderen Personen, als Teil der Lebensberufung durch Gott."

gekürzt aus: Peter Schallenberg: Wer ist Gott und was machen wir wenn es ihn gibt?

Stimmt ja alles. Trotzdem ist es schön wenn Freitag ist, das Wetter gut und das Wochenende vor der Tür steht. Allen Leserinnen und Lesern sonnige Herbsttage!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen