Sonntag, 14. Oktober 2012

Sonntagsupdate

Ein kurzer Blick auf die Lage: Gestern in der Vorabendmesse schrie eine Frau während des Totengedenkens: "Nein, ich glaub nicht dran, ich will nicht sterben!!!"
Hat Sie wirklich so Unrecht? Immerhin hatte "Er" die Messe...

Und noch eine interessante Begegnung aus der vergangenen Woche: Beim zurückliegenden 150-jährigen Jubiläum der Elisabethkonferenz meinte man, die festlichste Festwoche durch ein sog. "Kirchenkabarett" noch festlichster zu machen. Solche Kirchenkabaretts finde ich, von Willibald Pauels einmal abgesehen, grundgruselig, sie stehen aber gerade auch hier bei uns hoch im Kurs und das Pfarrheim war auch bis auf den letzten Platz besetzt. Wobei die Zielscheibe meistens die Katholiken sind. Aber warum das sozialpsychologisch so sein muss, hat uns ja Manfred Lütz erklärt. Und es geht mir auch gar nicht darum, ob man über Religion lachen darf oder nicht, das hat ja Hans Conrad Zander gut herausgearbeitet.
Nein, es war eine einfache Begegnung die mich nachdenklich gemacht hat. Da werde ich von einer Caritasmitarbeiterin angesprochen mit der Bitte, ob sie mich einmal persönlich etwas fragen dürfe. Sie fragt dann, ob ich auch bei dem Kabarett gewesen sei (was ich nicht war) und was ich denn von solchen Veranstaltungen halte. Diese Mitarbeiterin, eine ursprünglich aus Osteuropa stammende intelligente und studierte Frau, war von diesem Abend sehr betroffen. Sie war erschrocken und erschüttert darüber, wie man denn das Heiligste was man habe so verspotten könne. Das könne sie nicht verstehen und das habe sie sehr traurig gemacht.
Wer schon einmal für seinen Glauben und seine Überzeugungen massive Nachteile hat in Kauf nehmen müssen, dem bleibt wahrscheinlich das Lachen im Halse stecken. Bei aller notwendigen Befreiungs- und Ventilfunktion von Humor und Satire: Wir leben weder in einem absolutistischen Staatskirchensystem, noch in einem katholischen Ghetto-Vakuum. Kirchenkabarett hier und heute ist für mich Ausdruck einer institutionell-dekadenten Verbequemlichung von Kirche und Glauben.
Darüber kann man mal richtig nachdenken.

Ansonsten habe ich gestern festgestellt, dass man mit Heckeschneiden und Bürgersteigfegen locker 3 Stunden zubringen kann, zumindest dann, wenn man das monatelang nicht mehr gemacht hat. Mir hilft dann dabei immer folgendes Gedankenexperiment: "Du bist jetzt Mönch. Es gibt jetzt für dich nichts anderes als diese Hecke und diesen Bürgersteig. Und es ist deine Aufgabe, hier zu schneiden und zu fegen. Das ist jetzt dein 'ora et labora'." - Das gibt mir zumindest immer die notwendige Geduld, diese Dinge zu erledigen.

Und weil heute auch das Fest des hl. Burkhard, des ersten Bischofs von Würzburg, gefeiert wird, gibt es gleich in fränkischer Verbundenheit passend Gerupften und Blaue Zipfel.
Viel mehr kann ich im Moment nicht beitragen, geistig-geistliche-Blogger-Blockade.
Vielleicht bessert es sich ja noch. Allen einen schönen Sonntag!

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