Samstag, 6. Oktober 2012

Tief. Ganz tief. Im Sauerland.

Ganz tief im Sauerland liegt das Heimatdorf meiner Familie. Bodenständige Bauern und Handwerker sind sie alle einmal gewesen. Heute waren wir nach vielen Jahren einmal wieder dort und haben die Verwandtschaft besucht. Es war auch sehr schön. Komisches Gefühl: Auf dem Friedhof liegen lauter Leute, die genauso heißen wie man selbst. Durch das Dorf gegangen sind wir auch, das geht recht schnell und verlaufen kann man sich auch nicht.
Hier ein paar Eindrücke. Mein Onkel meinte, das Dorf hätte sich schon gewaltig vergrößert...
Hier stand einmal das Geburtshaus meines Großvaters, ein altes Fachwerkhaus. Immerhin habe ich aus dem Haus einen alten Balken geerbt, der jetzt bei mir zuhause einen Ehrenplatz gefunden hat.
Hier die Filialkirche St. Antonius d. Einsiedler. Als mein Großvater geboren wurde, mußte man zur Taufe noch in die Pfarrkirche nach Kirchhundem laufen, die Mutter lag da meist noch im Kindbett. Nach der Taufe kehrte man dann dort ins Gasthaus ein. Und da es Mitte August war, hatte man auch ordentlich Durst. Und da hat man dann den kleinen Theodor in der Kneipe vergessen. Als man das dann auf halbem Wege bemerkte, eilte man natürlich schnell zurück. Aber der Kleine lag immer noch selig schlummernd im Gasthaus. Und dann fragt man sich, wo man als Enkel so manches her hat...
Die Kirche ist neu ausgemalt und hat jüngst Altar, Ambo und Tabernakel aus einer aufgelösten Kirche in Bochum bekommen. Den Tabernakel hätte ich zwar in die Chormitte gestellt, aber ansonsten ist die Renovierung durchaus gelungen:
Hier die Figur des Kirchenpatrons St. Antonius d. Einsiedler, einer der Nothelfer und als "Fickeltünnes" ein im Sauerland häufiges Patronat. Dieser Kirche ging eine barocke Kapelle voraus.
Ziegen sind niedlich, aber sie riechen doch sehr nach Ziege. Auf der Wiese neben der Kirche:
Und dann ist es so richtig schön Sauerland: Beim Rundgang durchs Dorf treffen wir zwei Schützen auf dem Weg zur Halle: Weiße Hose, grüne Jacke. Wir so: "Hallo!", die so "Hallo!". Einer von denen: "Haaalllooo!!!", ich: "Ja, ja, hallo!", er kommt auf mich zu: "Ja kennze mich denn nich mehr???", ich: "Boah, da musse mir helfn!" - Und so ging das noch etwas hin und her, bis sich herausstellte, dass er ein waschechter Großgroßonkel war, der uns schon auf dem Weg ins Dorf gesehen hatte. Fremdes Kennzeichen eben...

Allen einen schönen Sonntag!

Kommentare:

  1. Jau, der Onkel hat recht. Das Dorf ist mit fast 400 Einwohnern zur regelrechten Großstadt geworden.

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  2. Heiminghausen ist auch sehr übersichtlich, und nach Berghausen gehts zu Fuß übern Berg. Lang ist´s her.

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