Dienstag, 27. November 2012

Sinn und Unsinn von Altersgrenzen?

Wie alle Caritasverbände im Erzbistum Paderborn müssen auch wir eine neue Satzung gemäß der vorgegebenen "Mustersatzung" beschließen. Das mag seinen Sinn haben und das soll dann auch, wenn alles gut geht, die Vertreterversammlung am Donnerstag tun. Als ich heute mit dem Geschäftsführer noch einmal die neue Satzung durchgegangen bin, habe ich mich wieder einmal über folgenden Paragraphen geärgert: "Die Mitglieder des Caritasrates sollen bei ihrer Wahl das 70. Lebensjahr nicht überschritten haben." Zur Erläuterung: Der Caritasrat ist ungefähr das was jetzt der Vorstand ist, also eine Art ehrenamtlicher Aufsichtsrat.
Ich wollte diese Altersbegrenzung streichen. Der Anruf bei der zuständigen Juristin im Diözesancaritasverband ergab jedoch, dass es dann massive Schwierigkeiten mit der Satzungsgenehmigung durch das Generalvikariat gäbe.
Da frag' ich mich doch: Benedikt XVI. ist Jahrgang 1927, Weihbischof Grothe ist Jahrgang 1939. Ich kann also mit 85 noch als Papst die Weltkirche leiten oder mit 73 Vorsitzender eines Diözesancaritasverbandes sein, aber nicht mehr ehrenamtliches Mitglied eines Caritasrates werden. Ahja.
Altern Laien schneller? Vielleicht wegen der ehelichen Inanspruchnahme oder des Nachgehens einer regelmäßigen Tätigkeit? Oder schützt etwa Weihe vor Alterserscheinungen?
Mancher mag das meinen (vor allem selbst Betroffene), aber ich glaube das kaum, sind doch häufig die älteren Priester die seltsamsten (Fidel Castro läßt grüßen). Ich gehe davon aus, dass sowohl der Papst als auch der Weihbischof unzweifelhaft einen guten Job machen. Was also ist der Sinn einer solchen Altersgrenze?
Und jetzt erzähle mir bitte keiner, dass man damit eine Gerontokratie verhindern wolle, dass jemand also an seinem Posten klebt und somit keine Jüngeren nachrücken könnten. Mal ehrlich, welche Jüngeren denn?

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