Freitag, 21. Dezember 2012

Weihnachten: Eine Liebesgeschichte

Unter dem seltsamen Wort „Arbeitsverdichtung“, liebe Leserinnen und Leser, kann man so manches fassen, was man in diesen letzten Wochen vor Weihnachten so erlebt: Als ob alle alles unbedingt noch erledigt haben müssten! Man könnte meinen, die Welt gehe danach unter.
Und gerade das glaube ich trotz Maya-Kalender eben nicht. Nicht dass diese Welt ewig wäre, das wäre schlimm, aber wir sollten uns nicht durch immer mal wieder irgendwo auftauchende angeblich uralte Weissagungen verunsichern lassen. Ich halte das schlicht für Blödsinn (und häufig auch Geschäftemacherei). Dass einem als Christ die Vorläufigkeit dieser Welt bewusst
sein sollte und dass gerade der Advent eine Zeit der Erwartung der Wiederkunft Christi ist, ist etwas ganz anderes, denn hier geht es nicht um heillosen Untergang, sondern heilsame Vollendung.
In der Zeit vor Weihnachten werde ich recht häufig zu Weihnachtsfeiern eingeladen. Komisch eigentlich, denn in der eigentlichen Weihnachtszeit gibt es sie dann nicht mehr und auch die Weihnachtsmärkte sind dann geschlossen und so mancher Weihnachtsbaum liegt dann schon schnell am Straßenrand. Wie auch immer, jedenfalls werde ich bei diesen Feiern dann meist gebeten, eine schöne Geschichte oder einen passenden Text beizutragen. Ich gebe zu, dass mir das nicht ganz leicht fällt: Die meisten Geschichten sind mir zu abgegriffen oder zu zuckersüß-kitschig, oder auch zu sozialkritisch oder moralinsauer. Eine gute Geschichte zu Weihnachten zu finden ist also schwierig, oder? Eigentlich ja nicht, denn die schönste Weihnachtsgeschichte ist die, die Gott selber erzählt: Es ist eine Liebesgeschichte, eine Liebesgeschichte zwischen Gott und dem Menschen, den er als sein Abbild geschaffen und ins Dasein gerufen hat, den er in Freiheit setzt, dem er Gott sein will. Letztendlich sogar so, dass er selbst Mensch wird um dem Menschen nahe zu sein.
Den Komponisten Anton Bruckner hat man einmal in einer Kirche weinend vor der Krippe angetroffen. Als er gefragt wurde, was ihn denn so anrühre, hat Bruckner gesagt: „Es ist das
göttliche Kind in der Krippe. Wie unfassbar groß muss diese Liebe sein!“
Da ist etwas dran. Probieren Sie es doch einmal aus: Erzählen Sie sich zu Weihnachten doch einmal wieder gegenseitig diese „göttliche Original-Liebesgeschichte“, Sie werden merken, es wird auch Ihre Geschichte werden!

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