Freitag, 29. Juni 2012

Petrus und Paulus - Verwalter und Unternehmer

Ein lieber Mitblogger meinte neulich während eines geistigen Leerlaufs meinerseits, wir seien ja zum Glück nicht "pflichtbloggend" und daran halte ich mich jetzt während meines verbleibenden Urlaubs auch: "vorgestellt-nachgedacht" macht also noch ein paar Tage frei, das Hochladen von Bildern funktioniert immer noch nicht und deshalb wird hier weniger los sein. Ich mache derweil Gartenarbeit.
Aber am Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus kommt man natürlich nicht so ohne weiteres vorbei. Zur heutigen Lektüre möchte ich passend das Buch "Petrus und Paulus - Wer in Gruppen entscheidet" des Münsterschwarzacher Benediktiners Mauritius Wilde empfehlen. Er entwickelt darin eine Charaktertypologie in der er den "Verwaltertyp" Petrus (Schlüsselwort: "Dazugehören") und den "Unternehmertyp" Paulus (Schlüsselwort: "Dazugewinnen) beschreibt. Diese beiden Typen werden aber nicht gegeneinander ausgespielt, sondern es wird deutlich, dass beiden ein für Gruppen (und somit auch Kirche und Gesellschaft) unverzichtbares Charisma innewohnt. Am Ende seines Buches schreibt Wilde: "Die Grenze für eine gute Zukunft läuft nicht zwischen Untenehmern auf der einen und Verwaltern auf der anderen Seite. (...) Sie läuft zwischen schlechten Verwaltern und schlechten Unternehmern auf der einen und guten Verwaltern und guten Unternehmern auf der anderen Seite. Innovation und Nachhaltigkeit entstehen nur gleichzeitig. Wenn gute Verwalter und gute Unternehmer zusammentreffen, dann entsteht wirklich etwas Gutes."
Da hat er Recht. Allen einen schönen Feiertag!

Mittwoch, 27. Juni 2012

Gerade heute...

... am Gedenktag der heiligen Hemma von Gurk hätte ich gern ein paar Bilder aus dem Österreichurlaub gezeigt. Aber leider funktioniert das Bilderhochladen immer noch nicht. Schade!
Bei der vereinzelt für den heutigen Festtag überlieferten Gurkenprozession handelt es sich aber wohl um ein nicht von mir in Umlauf gebrachtes Gerücht. Aber wer unbedingt möchte, meinetwegen - der Volksfrömmigkeit sind ja kaum Grenzen gesetzt ;)

Dienstag, 26. Juni 2012

Ruhe. Vorbei. Zurück. Da. Weiter. Hilfe.

Liebe Leserinnen und Leser,


auch wenn die Überschrift sicher kein echter "Haiku" ist, hier war es in den letzten Tagen etwas ruhiger. Ich war nämlich nicht da, sondern im schönen Land des parochialen Ungehorsams. Ich würde jetzt gerne auch ein paar Bilder zeigen mit so schönen Titeln wie z.B.: "Die überflüssigsten Volksaltäre aller Zeiten", "Kunstinstallationen - sinnfrei aber teuer" oder auch "Warum im Lande Mozarts, Haydns, Schuberts und Bruckners Gospelmessen gerade noch gefehlt haben". Aber leider lädt das Programm im Moment keine Bilder hoch, bzw. hängt sich dabei auf. Ich hoffe, dass ich das hinbekomme, vielleicht hat ja jemand einen Tipp?

Freitag, 15. Juni 2012

Kirche verweigert Bestattung - Tränendrüsenjournalismus in der WAZ

In Duisburg hat eine Gemeinde einem ausgetretenen Katholiken das Begräbnis auf dem kirchlichen Friedhof verweigert. Die WAZ drückt mal wieder auf die Tränendrüse, die Kommentare sind allerdings, vom üblichen Kirchengeschimpfe mal abgesehen, durchaus nicht schlecht.

Zum Lesen (und vielleicht mitdiskutieren) hier der Link

Hochfest des heiligsten Herzens Jesu

Meine erste Begegnung mit dem heiligsten Herzen Jesu, liebe Leserinnen und Leser, war im Keller des Pfarrhauses meiner Heimatgemeinde. Und diese Begegnung war ziemlich erschreckend, stand doch in einer Nische unter dem Treppenabgang im Halbdunkel eine fast lebensgroße Herz-Jesu-Figur. Sie hatte bereits 1960 bei der Kirchenrenovierung ihren Platz in der Kirche verloren und fristete dort seitdem ihr Dasein.
In so einer Nische ist für mich die Herz-Jesu-Verehrung eigentlich immer geblieben, vielleicht liegt es auch daran, dass sie überall dort wo ich bislang gewohnt und gearbeitet habe, keine große Rolle gespielt hat. Natürlich kenne ich auch die Herz-Jesu-Wallfahrtsstätten wie Kloster Arnstein oder, dort wird es noch deutlicher, dass eine quasi bischöflich "von oben" eingerichtete Wallfahrtsstätte nicht funktioniert, die Herz-Jesu-Kirche in Graz. Aber so richtig ist der Funke nie übergesprungen. Auch das heutige Fest ist ja "nur" ein Devotions- bzw. Ideenfest, trotz seiner zwischenzeitlich übertriebenen Rangerhöhung durch Pius XI. Bei uns im Ruhrgebiet gibt es viele Gemeinden mit "Herz-Jesu"-Patronat, also typisch aus dem 19. / Anfang 20. Jahrhundert, die meisten können aber nicht mehr so recht etwas damit anfangen. Und das Wort "Sühne" gehört nun auch nicht zu meinem täglichen Frömmigkeitsvokabular.


Aber ich will ja nicht nur über das schreiben, was nicht geht, sondern auch für mich (und vielleicht andere) einen geistlichen Impuls aus diesem Fest mitnehmen. Ganz kurz soll es heute eine Strophe aus einem alten Herz-Jesu-Lied aus dem "Sursum corda" sein:

"Jesu Herz, in Dir zu bleiben ist mein Trost und Freud allein; nichts soll mich von Dir vertreiben, hier soll meine Ruhstatt sein! Du wirst trösten und belohnen mich nach meinem letzten Streit und mich lassen in Dir wohnen nun und bis in Ewigkeit."


Diese Worte des Gottvertrauens sollen mich durch den Tag begleiten: Trost - Freude - Ruhe - Lohn - wohnen lassen.

Diese Worte sagen etwas aus über den Herrn, über mich und über unsere Beziehung zueinander. Hier kann mir deutlich werden, dass er ein Herz für mich hat, dass er mich an seinem Herzen birgt, dass sein Herz mir offen steht.

Allen einen schönen Tag!

Mittwoch, 13. Juni 2012

O Antoni, hör uns an!

Ein altes Wallfahrtslied aus Österreich:

1. Sei gegrüßet von uns allen
die wir dir zu Füßen fallen,
unser Schutzherr, unser Schild,
O Antoni Gnadenbild.
Wir sind kommen nach Geziemen,
dir ein Danklied anzustimmen.
O Antoni, hör uns an,
hier vor deinem Gnadenthron.

2. Tausend Dank sei dir gesungen
von getreuer Diener Zungen
für so groß und manche Gnad'
die dein Huld uns gönnet hat;
Eben dieses will uns lehren,
deine Ehre zu vermehren,
hier versammelt am Altar
dir ein Opfer reichen dar.

3. Wer wird alle Gnaden nennen,
wer wird g'nungsam all's bekennen,
was du uns oft unverweilt
durch dein' Fürbitt' mitgeteilt?
Oft den Sonnenschein, oft Regen,
da wir baten derowegen,
haben wir nach Haus' gebracht,
und durch wen? Durch deine Macht.

Wunderbar, oder? Auch die Melodie ist volksliedhaft beschwingt. Die Wallfahrtskirche zum hl. Antonius in der Radmer/Steiermark war vor 20 Jahren für so manchen als "Ferialchorherrenstift" ein echtes Refugium, lange ist's her...
Das Lied hat insgesamt sechs Strophen, in der letzten wird der hl. Antonius auch gebeten, "unser Erzhaus Österreich" zu schützen. Aber ich finde die anderen Strophen nicht - heiliger Antonius, HILF!!!

Dienstag, 12. Juni 2012

Ich blogge was ich will, und was mich beglücket?

Zum Bloggertreffen in Freiburg am Wochenende ist bereits von vielen etwas geschrieben worden. Wenn man nicht dabei war, sieht man es natürlich nur von außen. Was mich freut ist nicht nur, dass es überhaupt stattgefunden hat – man hätte ja auch wie vielfach geschehen, alle katholischen Blogger mit entsprechenden Hetzseiten in einen Topf werfen können – und dass es wohl ein schönes brüderlich/geschwisterliches Miteinander gegeben hat und auch eine bereichernde geistliche Erfahrung war.
Nein, was mich auch freut, ist dass auch kontrovers diskutiert worden ist. Ich glaube einerseits, dass die Mahnung zur Einheit, immerhin vom Herrn selbst, natürlich oberste Priorität hat. Andererseits hat sie sich auch häufig wie ein Mehltau auf unsere Diskussionen gelegt. Warum? Weil sie häufig (absichtlich?) falsch verstanden wird, ich will dieses Missverständnis einmal „Konsensuismus“ nennen: Mahnung zur Einheit bedeutet nicht Aufforderung zum Mainstream, Mahnung zur Einheit bedeutet nicht alles gelten zu lassen und alles gut zu finden, Mahnung zur Einheit bedeutet nicht, dass klare Missstände nicht aufgedeckt werden und Mahnung zur Einheit bedeutet erst recht nicht, als Kirche eine gesellschaftskonforme und staatstragende Funktion wahrzunehmen.
Die Fragen nach Gott, nach der Kirche, nach dem, was denn katholisch und was häretisch ist, erinnern mich ein wenig an den Anfang meines Studiums. Da waren wir auch ein zusammengewürfelter Haufen von 30 Menschen, die alle ungefähr das gleiche wollten. Problem war allerdings, dass jeder meinte, der von ihm eingeschlagene Weg sei der einzig richtige. Das ist insofern auch nachvollziehbar, da eine Berufung immer sehr individuell ist und es ja auch wichtig ist, den als richtig erkannten Weg weiter zu verfolgen. Wir haben halt nur ganz viele Kräfte damit verschleudert, uns gegenseitig Häresien zu unterstellen. Das hat bei manchen tiefe Verletzungen hinterlassen. Es ist nicht alles gleich Häresie, nur weil es eben nicht meins ist.
Also, Diskussion und Auseinandersetzung sind notwendig. Es wäre aber nur ratsam, und das bringt mich vielleicht auf die Spur von dem, was wohl der Herr mit „eins sein“ meint, nicht zuerst eine behauptende, sondern eine fragende Haltung anzunehmen. Ich muss im Gespräch bleiben, muss nachfragen: „Warum siehst du das so?“, „Warum ist das für dich wichtig?“. Zuerst käme also das respektvolle Interesse für die Glaubensbiographie des anderen, dann kann ich mir mein Urteil bilden. Ich finde das wichtig, denn es ist doch z.B. viel interessanter nachzufragen, was denn Hans Küng persönlich wirklich glaubt, als das was er vermeintlich unfehlbar in seinen Büchern schreibt. Es wäre doch viel interessanter einen Piusbruder zu fragen, was er persönlich wirklich glaubt, als eine alte Enzyklika auswendig zu lernen.
„Die Kirche ist so real wie die Republik Venedig“ sagt einmal Robert Bellarmin in Abwehr der spiritualisierenden Reformatoren. Das heißt aber doch auch, dass Kirche erst einmal das ist, was da ist: In ihrer Unterschiedlichkeit ist sie, unzulänglich und vorläufig, doch immer Kirche Jesu Christi. Das würde mir als Grundkonsens schon fast reichen.

Freitag, 8. Juni 2012

Das erste Ergebnis der EM

Das erste Ergebnis der EM: Meine Mutter hat heute die Kirchenzeitung des Erzbistums Paderborn "Der Dom" abbestellt. Mit dem Gedanken hat sie sich ja schon länger beschäftigt, ausschlaggebend war aber das Titelbild der letzten Ausgabe: Es war ja nun gestern Fronleichnam, das ist oder war ja mal nicht ganz unwichtig. Aber dafür gab es in der Kirchenzeitung betende Fussballfans und die heutige EM-Eröffnung auf dem Titelbild.
Das muss man sich trotz 50 Jahren Abotreue nicht antun, meint meine Mutter. Fronleichnam wäre doch wohl für eine Kirchenzeitung wichtiger. Ich habe ihr nicht widersprochen. Irgendwie mag ich das ja: Manchmal bringen Mütter Dinge einfach auf den Punkt, wofür andere ganze Dialogprozesse brauchen.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Fronleichnam

Über "Fronleichnam im Ruhrgebiet" habe ich ja schon im vergangenen Jahr geschrieben. Einen Gedanken der Predigt von heute morgen möchte ich nur kurz wiedergeben:

Feiere jede Messe so, als sei es deine erste,
feiere jede Messe so, als sei es deine letzte,
feiere jede Messe so, als sei es deine einzige.

Ich gebe zu, dass mich das schon beeindruckt hat.
Allen einen schönen Feiertag!

Mittwoch, 6. Juni 2012

Tanz an Fronleichnam

Der Schwedentanz in Attendorn

Wer kennt das große Kirchenlicht,
Den frommen Gustav Adolf nicht?
Er ließ die Deutschen niedersäbeln,
Zusammenschießen, schatzen, knebeln,
Auch laben mit dem Schwedentrank;
Und Deutschland – zollt ihm Lob und Dank!
Wer Lust hat, lobe den König der Schweden,
Ich will vom Schwedentanze reden,
Wie Attendorn ihn nachgetanzt.

Ein Streifenkorps Schweden lag verschanzt
Vor Attendorn vier lange, bange Wochen,
Doch blieb der Mut der Bürger ungebrochen.
Sie wehrten sich mit aller Macht und trieben
Die Schweden in die Flucht mit deutschen Hieben.
Die tapfern Schützen zogen mit der Beute
Bei hellem Jubelruf und Festgeläute
Zur Stadt, wo sie ein froher Menschenschwarm empfing.
Sie schritten paarweis, Arm in Arm,
Durchs Tor bis auf den Markt mit munterm Tritte.
Dort stellte sich der Hauptmann in die Mitte,
Auf jeder Seite stand ein Fahnenträger,
Ein Pfeifer, ein Hornist und Trommelschläger.
Und schnell und schneller spielten jetzt die Musikanten,
Hei, wie u sie und um den Kommandanten
Die Paare schnell und schneller hüpfend sprangen
Und viermal sich im Kreise künstlich schwangen!
Wie stets sie neue Schlangenpfade fanden,
Bis sie zuletzt in Reih und Glied da standen!
Hei, wie bei Trommelwirbel, Horn und Pfeifenklang
Der Fähnrich seine Siegesfahne schwang!

Der Schwedentanz ward alle Jahr gesprungen:
O, welche selige Erinnerungen
In jedes Attendörners Brust erwachten,
Wenn er die „Iserköppe“ könnt’ betrachten,
Die am Fronleichnamstag im Eisenkleid
Und Helm dem Herren gaben ihr Geleit.
Wenn nach dem hohen Amt der Tanz begann,
Stand um den großen Marktplatz Mann an Mann;
Daß kaum ein Apfel auf die Erde fiel.
Da las man denn in aller Mienenspiel:
Der Tanz ist schön, die Kunst nicht gering!

Als unsereins in Knabenschuhen ging,
War Attendorn ein Demokratennest;
Da sah er staunend am Fronleichnamsfest
Den Tanz und frug: „Is düt de Kattendans?“
Da zupft’ es ihm am Ohr: „Du Buernhans!
Süh, so wat konn vi Börger men alleene,
Ihr Bueren hät viel te stiewe Beene!“

Der Schwedentanz, zuletzt im Jahre 1868 aufgeführt, hieß auch Triller, und bei den Bauern, welche die Attendorner schwerzweis „Kattfiller“ schimpften, Katzentanz. Die Figuren desselben, auf einer mir vorliegenden Zeichnung aus dem Jahre 1665, sind so künstlich verschlungen, dass eine lange Uebung dazu gehörte, ihn zu tanzen. Darum soll Brunabend wohl recht haben, wenn er meint, der Triller sei mittelalterlichen Ursprungs wie auch der Bügeltanz, der am Nachmittage desselben Festes unter Anwendung von Reifen oder gebogenen Stäben aufgeführt wurde, ähnlich wie ihn die Böttcher in München und Breslau aufführen.


aus: Peter Sömer: Hageröschen aus dem Herzogtum Westfalen, Paderborn 1909, 143f.

Allen Leserinnen und Lesern eine schöne Einstimmung auf einen festlichen und hoffentlich nicht allzu verregneten Fronleichnamstag!

Hier sollte man mal reinhören...

Die Seite mit den Podcasts des Auditoriums Kloster Stiepel, zuletzt mit dem gestrigen Vortrag von Peter Schallenberg. Empfehlung!

Norbert von Xanten und die Reform

Sie sind Pfarrer. Vielleicht schon im Ruhestand und/oder in Süddeutschland oder auch ganz woanders. Das ist egal. Hauptsache ist, dass Sie meinen, einen neuen und notwendigen Aufbruch wagen zu müssen.
Bitteschön, hier ist Ihr Programm:

"Norbert von Xanten zählt mit Recht zu denen, die sich erfolgreich für die Reform Papst Gregors VII. einsetzten. Er bemühte sich vor allem um einen Klerus, der nach dem Evangelium lebt und zugleich dem Apostolat dient, um einen keuschen und armen Klerus, der als Kleid und Zier den neuen Menschen anzieht, das eine im Mönchsgewand, das andere in der priesterlichen Würde. Er wollte einen Klerus, der danach strebt, der Heiligen Schrift zu folgen und Christus zum Führer zu haben. Dem Klerus pflegte er dreierlei zu empfehlen: Reinheit am Altar und beim Gottesdienst, im Schuldkapitel Beseitigung von Auswüchsen und Nachlässigkeiten, Sorge für die Armen und Gastfreundschaft."

Aus der Vita S. Norberti

Dienstag, 5. Juni 2012

Der heilige Bonifatius und das Gesangbuch

Obwohl es kein Bonifatiuslied in den Stammteil des "Gotteslob" geschafft hat, ist das "Nun lasst uns alle loben Sankt Bonifatium" (Text Mainz 1628 / Melodie Köln 1623) zumindest in Gemeinden mit dem entsprechenden Patronat wohl noch relativ bekannt. Weitgehend unbekannt ist dagegen "Winfried, hör der deinen Gruß", ein typisches Werk der 20er Jahre von Hüttemann / Schauerte, welches sich in der Auflage des "Sursum corda" von 1948 findet. Meiner Meinung nach übrigens das einzig wahre Gesangbuch, zumindest wohl das beste, was das Erzbistum Paderborn bislang hatte. Das Format war ideal für die Hand- bzw. Anzugtasche und ich kann mich erinnern, dass meine Großeltern 1975 mit dem neuen Gesangbuch nicht wirklich glücklich waren: "Dat passt ja nit!". Damit begann dann auch die Unsitte, Gesangbücher in Kirchen auszulegen, war doch früher das eigene Gesangbuch mit Widmung und gesammelten Kommunion-, Primiz- und Totenbildchen für die Katholiken ein Schatz, der sie durch das ganze Leben begleitete und ein ausdrucksstarkes Glaubenszeugnis, wenn man sich damit öffentlich auf den Weg zur Kirche machte. Für evangelische Christen galt das übrigens in ähnlicher Weise. Das ist nun alles leider schon lange aus dem Bewusstsein verschwunden, achselzuckend hingenommen. Wie so vieles unbedacht einfach weg und nicht wiederholbar.
Mit einem herzlichen Namenstagsgruß an alle Winfrieds und Bonifatiüsse:

1."Winfried, hör der deinen Gruß, die dich dankbar preisen, heilger Bonifatius!
Deinem Blut für uns vergossen, Heiles Fülle ist entsprossen. Lobet Gott, den Herrn!

2. Heil uns, himmlischer Patron! Dich hat Gott gesendet, stammverwandten Volkes Sohn,
Christi Botschaft uns zu künden, unter uns sein Reich zu gründen. Lobet Gott, den Herrn!

3. Aus Sankt Petri heilgem Dom, brachtest du den Frieden, reichbeladner Segensstrom:
Gottes Volk sind wir geworden, gläubig eins in Süd und Norden. Lobet Gott, den Herrn!

4. Doch des bösen Feindes Trug, ließ uns sündig werden, Zwietracht tiefe Wunden schlug.
Heile sie, zerbrich die Schranken, und dann hilf uns freudig danken: Lobet Gott, den Herrn!

5. Bitt das holde Friedenskind, dass es neu begnade, die da guten Willens sind;
neu die Ostersonne scheine, und der alte Ruf uns eine: Lobet Gott, den Herrn!

6. Wann der Jüngste Tag wird sein und des Kreuzes Zeichen unsre Hoffnung ist allein,
dann von allen deutschen Zungen werd in Ewigkeit gesungen: Lobet Gott, den Herrn!" 

Samstag, 2. Juni 2012

Anhaltender Leerlauf

Bei anhaltendem geistigen Leerlauf wie er mich im Moment heimsucht, kann man ja trotzdem eine Menge tun, z.B. Katze kraulen (danke an Dorothea für den Hinweis ;) oder gut essen und viel Grappa trinken. Oder Musik machen oder hören. Man könnte auch ein kirchenkritisches Buch schreiben und sich daran noch dümmer und dämlicher verdienen als man eh' schon ist. Bis auf das Buch habe ich das alles gestern auch ausprobiert. Man kann sich auch aufs Fahrrad setzen und sich den Kopf freipusten. Das gab es heute morgen und hier ein paar Eindrücke:

An der Ruhr bei der Nachtigallbrücke:
Ein paar Bilder für Eisenbahnfreunde, hier der ehemalige Bahnhof Bommern an der heutigen Museumseisenbahnstrecke "Ruhrtalbahn":

Hier unterquert die Ruhrtalbahn die rechts der Ruhr gelegene Güterzugstrecke Richtung Hagen:
Diese Bilder zeigen den ehem. Bahnhof Bommern-Höhe mit den Gleiszugängen. Der Radweg verläuft hier über einen Teil der alten Eisenbahnstrecke nach Wengern:


Und zum Schluss Baghira, Mucks Mutter. Baghira wohnt gegenüber und kommt immer noch regelmäßig zum Essen vorbei. Sie wohnt halt in einem Waldorfhaushalt und Eurythmie macht nicht satt. Ich wundere mich immer wieder, wie eine so zierliche Katze einen solchen Brummer zur Welt bringen kann...
Übrigens höre ich gerade eine geniale CD: "Wienerisch mit The Grooves - Local Grooves mit Josef Hader", eine wunderbar unterhaltsame und entspannende Platte zum Wienerisch lernen mit Musik unterlegt, kann ich nur empfehlen!
Ich hoffe, dass sich der Leerlauf bald verabschiedet, allen ein schönes Wochenende!

Freitag, 1. Juni 2012

Kurz zur Lage...

Nach einer zwar verkürzten aber doch vollen und anstrengenden Arbeitswoche steht das Wochenende vor der Tür. Am Wochenende feiert meine Urverbindung G-S! in Paderborn ihr 60. Stiftungsfest. Am Samstag abend ist um 18.00 Uhr Pontifikalamt mit Kardinal Cordes in der Busdorfkirche, anschließend Festkommers. Aber ich werde es leider nicht schaffen hinzufahren. Und was mir zum Hochfest Dreifaltigkeit einfällt, habe ich letztes Jahr schon gepostet.
Also momentane geistige Tristesse..., vielleicht kennt das jemand.
Aber wenigstens ein "Muck-Foto der Woche" soll es mal wieder geben:
Und jetzt regnets auch noch.