Freitag, 31. August 2012

Ein zackiger Abendgruß!

Für Markus P.
Übrigens kommt im Originaltext das Wort "Bahnhof" nicht vor ;)


Allen einen schönen Freitag abend und einen guten Start ins Wochenende!

31. August: Der hl. Paulinus von Trier: Arianismus ist attraktiv und modern!

Heute finden wir im Heiligenkalender den Gedenktag des hl. Paulinus von Trier. Er wurde um das Jahr 346 Bischof von Trier. Auf der von den Arianern beherrschten Synode von Arles 353 weigerte er sich, der Verurteilung des Athanasius zuzustimmen. Deshalb wurde er abgesetzt und von Kaiser Konstantius II. nach Phrygien im westlichen Kleinasien, also in der heutigen Türkei, verbannt, wo er 358 starb. Sein Leib soll nach Trier übertragen worden sein. 1072 fand man in der Krypta der um 400 erbauten Kirche des späteren Kanonikerstiftes Sankt Paulinus in Trier seinen Sarg, der, wie sich aus den Symbolen und Inschriften ergibt, aus dem Ende des 4. Jahrhunderts stammt.

Dieser Heiligengedenktag, liebe Leserinnen und Leser, wäre eigentlich nicht besonders erwähnenswert, wenn es dabei nicht um eine interessante Irrlehre ginge, nämlich den Arianismus. In der Kirche des 4. Jahrhunderts ging es theologisch um die Frage, wer denn nun Jesus Christus sei und in welchem Verhältnis er zu Gott Vater stehe. Der Priester Arius nun, nach ihm ist also der Arianismus benannt, hatte, jetzt etwas vereinfacht dargestellt, gelehrt, dass Jesus Christus zwar aller Ehren wert sei, dass er aber doch ein von Gott geschaffenes Geschöpf sei und eben nicht Teil der göttlichen Trinität. Diese Lehre wurde eine zeitlang kirchlich und sogar politisch mehrheitsfähig und so traf es dann die Verteidiger des wahren Glaubens wie z.B. Athanasius oder eben auch unseren Paulinus, dass sie in die Verbannung geschickt wurden.
Erst die Konzilien von Nicäa 325 und Konstantinopel 381 konnten die Verhältnisse wieder in die richtige Richtung bringen und eben diesen Konzilien verdanken wir in unserem sog. „Großen“ Glaubensbekenntnis diese uns heute etwas fremden Aussagen über Jesus Christus: „Ich glaube an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen.“

Was hat das mit uns heute zu tun? Ich glaube zweierlei: Einmal für jeden von uns die Frage: „Wer ist Jesus Christus für mich?“ Kann ich wirklich glauben, dass er Gottes Sohn ist, der „für uns Menschen und zu unserem Heil vom Himmel gekommen ist“? Und wenn ja, welche Konsequenzen hat das für mich?
Und das zweite: Im Zeitalter des Relativismus, der nebeneinander her geltenden Wahrheiten und auch des interreligiösen Dialogs ist der Arianismus nicht unattraktiv: Rückt er doch einerseits Gott so ins Unkonkrete, dass er sich gleichsam verflüchtigt und damit insofern für die meisten Menschen zustimmungsfähig wird, weil diese Zustimmung für mich ja keine konkreten Folgen hat. Andererseits macht es der Arianismus natürlich für den Dialog einfacher, da er Jesus Christus in eine Reihe mit anderen Religionsstiftern oder anderen (welt-)ethisch vorbildlichen Menschen stellt. Solchen „Vulgärarianismus“, so will ich ihn einmal nennen, treffen wir dann in unserer Pastoral immer dort an, wo Jesus Christus nur noch ein liebender Bruder ist und nicht mehr „Jesus Christus, dein Sohn, unser Herr und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Hinzu kommt, dass es uns anscheinend immer weniger gelingt, zu sagen, was denn die „Herrschaft Gottes“ bedeutet. Ich rate dazu, gerade zu diesem Thema einmal die Veröffentlichungen des Dortmunder Theologen Thomas Ruster zu lesen.
Wir merken, liebe Leserinnen und Leser, auf einmal ist uns auch ein Mensch des 4. Jahrhunderts wie der hl. Paulinus ganz nahe und aktuell. In seinem Tagesgebet heißt es: „Lehre uns, das Wahre vom Falschen zu unterscheiden, und hilf uns, ohne Furcht für die Wahrheit einzutreten.“ Darum wollen wir heute ganz besonders beten.

Mittwoch, 29. August 2012

Verabschiedung der Jakobuspilger

Seit vielen Jahren gibt es in unserer psychiatrischen Klinik das Jakobusprojekt: Eine Gruppe von (ehemaligen) Patientinnen und Patienten macht sich gemeinsam mit einigen Mitarbeitern etappenweise auf den Weg nach Santiago de Compostela. Ich halte das für eine richtig gute und schöne Idee! Vor zwei Jahren ist die immer unterschiedlich zusammengesetzte und manchmal mehr, manchmal weniger fromme Gruppe nun in Santiago angekommen und seit dem letzten Jahr haben sie wieder mit dem Pilgern angefangen, diesmal auf der "Via Regia". Start war auf dem Annaberg in Schlesien und die erste Etappe ging bis Breslau. In diesem Jahr wandern sie von Breslau nach Görlitz. Morgen werden die Pilger feierlich verabschiedet.
Und ungefähr das folgende habe ich vor, morgen zu sagen:

Liebe Pilgerinnen und Pilger, liebe Mitarbeiter, liebe Kollegen, liebe Gäste,

wir freuen uns sehr, heute bei der Verabschiedung der Jakobuspilger dabei sein zu können und Sie, liebe Pilgerinnen und Pilger, gleich mit dem Segen auf Ihren Pilgerweg aussenden zu können. Erlauben Sie mir dazu ein paar Gedanken:
Viele von Ihnen kennen den hl. Benedikt von Nursia, den Gründer des abendländischen Mönchtums. Benedikt, er starb im Jahre 547, hat für das Zusammenleben der Mönche eine sehr weise aber auch detaillierte Regel geschrieben. Und ganz am Anfang dieser Regel, die für unsere europäische Kultur bis heute prägend ist, schreibt er einen sehr einfachen Satz. Benedikt sagt: „Stehen wir also endlich einmal auf!“. „Stehen wir also endlich einmal auf!“ Bei uns hier würde man wahrscheinlich sagen: „Komm inne Pötte!“ oder „Komm aussm Quark!“.
Sich auf den Weg machen ist nicht leicht. Aber es kann uns trösten, dass dies kein neues Problem ist, denn es hat ja schon einen heiligen Benedikt vor 1500 Jahren beschäftigt. Er hat genau diese Startschwierigkeiten erkannt, denn an einer anderen Stelle seiner Regel sagt er: „Fliehe nicht den Weg des Heils, er kann am Anfang nicht anders sein als eng.“
Wie auch immer, liebe Pilgerinnen und Pilger, Sie machen sich heute auf den Weg und deshalb ist vielleicht doch etwas dran an dem Spruch: „Der Weg ist das Ziel!“. Aber so ganz reicht dieser Spruch dann ja doch nicht, denn es ist mindestens genauso richtig oder zumindest folgerichtig, sich auch ein Ziel zu setzen, sonst wird jeder Weg irgendwann einmal zu beschwerlich und letztlich sinnlos.
Also gilt auch der nächste Satz, den ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte: „Jeder Weg hat ein Ziel!“. Ob es nun konkret das Grab des heiligen Jakobus in Santiago ist, oder die inneren und äußeren Ziele die Sie sich bei Ihrer Pilgerfahrt setzen und die sich auch jeder von uns setzt. „Jeder Weg hat ein Ziel!“ Es gilt, diese Ziele realistisch zu setzen, denn nur dann kann ich sie auch erreichen. Dazu gehört, dass ich mir darüber bewusst werde, wo ich meine Stärken und meine Schwächen habe, was ich kann und woran ich noch etwas tun muss. Leider sehen wir beim Blick auf uns selber meist nur das Negative und tun das Gute als selbstverständlich und nicht weiter erwähnenswert ab. Sie kennen das: Schauen Sie morgens in Ihren Spiegel und Sie werden nur den neuen Pickel sehen und nicht Ihr schönes Gesicht drumherum. Und so ist es mit den inneren seelischen Ressourcen auch.
Es gilt also, den Blick, die Perspektive, hin zum Guten zu verändern. Dass das nicht leicht ist, wissen wir wohl alle. Und deshalb gilt auch der letzte Satz: „Jedes Ziel hat seinen Weg!“. „Jedes Ziel hat seinen Weg!“ – jeder von uns und auch gerade Sie, liebe Pilgerinnen und Pilger, wird spüren, dass es steinige Wege und Durststrecken gibt. Aber, und davon bin ich fest überzeugt, mit einem Ziel vor Augen lohnt sich der Weg. Und wir dürfen glauben und darauf vertrauen, dass wir auf diesem Weg zum Guten nicht allein sind. Viele Menschen begleiten uns auf unserem Weg und letztlich ist es auch Gott, der gleichermaßen Weg und Ziel ist.
Im Vertrauen auf diesen Beistand, liebe Pilgerinnen und Pilger, dürfen wir Sie nun einladen, den Pilgersegen zu empfangen!

Dienstag, 28. August 2012

Welche armen Seelen da wohl gemeint sind?

Aus dem aktuellen Pfarrbrief meiner Lieblingsgemeinde:

"Sonntag, 02.09.2012, 22. Sonntag im Jahreskreis
11.30 Familiengottesdienst zur Eröffnung der Erstkommunionvorbereitung; für die armen Seelen."

Welche armen Seelen da wohl gemeint sind? Der Pfarrer und die Katechetinnen? Die Kinder oder ihre Eltern? Oder vielleicht diejenigen, die sich das Spektakel eines Familiengottesdienstes antun müssen? Oder steht die diesjährige Erstkommunionvorbereitung etwa unter dem Thema "Mit (Fege-)feuereifer dabei!"??? - Das wär' doch mal was!

Wir wissen es nicht. Lieber Pfarrer, nichts für ungut ;)

28. August: Der hl. Augustinus

„Sag mir in der Fülle deiner Erbarmung, mein Herr und mein Gott, was du mir bist! Sag zu meiner Seele: Dein Heil bin ich. Sag es so, dass ich es höre!“ (Augustinus, Bekenntnisse)

Für viele Menschen stellt sich während einer Krankheit oder einer belastenden Situation die Frage nach Gott: Wo ist Gott? Ist er bei mir? Hilft Gott mir? Oder hat er mich verlassen? – Die Fragen nach der An- oder Abwesenheit Gottes sind berechtigt. Dass er mich hält und trägt, merke ich leider meist erst im Rückblick auf eine überwundene Krise. Trotzdem: Gott ist da. Er ist das Heil meiner Seele. - Gott, lass es mich spüren!

Montag, 27. August 2012

27. August: Die hl. Monika

Zum heutigen Gedenktag der hl. Monika mein aktueller Zeitungsbeitrag:

Monika war die Mutter des hl. Augustinus. Sie wurde um 332 in Tagaste in Nordafrika als Tochter christlicher Eltern geboren, mit 18 Jahren heiratete sie den Heiden Patricius, der sich später zum Christentum bekehrte. Augustinus war das älteste von drei Kindern, seine Entwicklung begleitete sie mit Freude und auch mit Sorge. Nach dem Tod ihres Mannes folgte sie Augustinus nach Rom und dann auch nach Mailand, wo er eine Professur angenommen hatte. Dort konnte sie noch seine Bekehrung und Taufe erleben. Im Herbst 387 wollten beide über Rom nach Afrika zurückkehren. Auf der Reise starb Monika, 56 Jahre alt, in Ostia bei Rom.

Das oft wechselvolle Verhältnis zwischen Müttern und Kindern ist für uns häufig ein großes und belastendes Thema. Vielleicht tröstet es ein wenig, dass selbst große Gestalten wie der heilige Augustinus damit schon so ihre Schwierigkeiten hatten, jedem sei dazu die Lektüre seiner „Confessiones - Bekenntnisse“ wärmstens empfohlen. – Heute möchte ich daraus wiedergeben, was Augustinus über den Abschied von seiner Mutter erzählt, weil ich diese Geschichte sehr anrührend finde:

Der Tag kam, an dem Monika aus diesem Leben scheiden sollte; da geschah es, dass wir, sie und ich, allein beieinander standen, an ein Fenster gelehnt, von dem aus man in den Garten des Hauses schaute, in dem wir wohnten. Es war in Ostia am Tiber, wohin wir uns vor dem Menschengewimmel zurückgezogen hatten, um uns nach den Anstrengungen der langen Reise vor der Seefahrt zu erholen. Wir unterhielten uns also allein in herzlichem Gespräch, vergaßen, was hinter uns lag, und streckten uns aus nach dem, was vor uns war. Wir fragten uns, wie wohl das ewige Leben sein wird, das ‚kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und das keinem Menschen in den Sinn gekommen ist.’ In diese Richtung bewegte sich meine Rede, wenn auch nicht genau mit diesen Worten, aber über diesen Reden verflüchtigte sich uns an jenem Tag die Welt. Einige Tage später wurde sie immer schwächer und sprach zu meinem Bruder und mir: ‚Begrabt diesen Leib irgendwo, macht euch keine Sorge um ihn; nur darum bitte ich: Wo immer ihr seid, denkt an mich am Altar Gottes!’ Nachdem sie diesen Gedanken, so gut sie es konnte, ausgesprochen hatte, schwieg sie.

Wie wird wohl das ewige Leben sein? Wer glauben kann, dass es einen Himmel gibt, wird immer eine Brücke zueinander finden, auch über dieses Leben hinaus in die Ewigkeit.

Samstag, 25. August 2012

Wo die wahren Freuden sind...

Manchmal reicht es wirklich. Riesentheater am Freitag auf der Arbeit weil manche Ehrenamtliche einen echten Furz im Kopf haben und meinen, ihnen müsste ständig die ganze Welt dankbar zu Füßen liegen. Wenn dann etwas nicht so läuft wie sie es für richtig halten, rennen sie zur Zeitung und die sind sommerlocherhitzt für jeden noch so kleinen Skandal dankbar. Der arme kleine engagementwillige Bürger und die große, böse, paragraphenreitende Institution...
Dann hatte ich eine Krankenkommunion, erfreulich weil selten, bei der ich anschließend um 5 Euro angepumpt wurde. Die evangelische Kollegin musste derweil für eine penetrante Bittstellerin Freitags nachmittags Inkontinenzwindeln besorgen, und "Er" regte sich berechtigterweise über die neuen "Pastoralen Räume" auf: In seinem Heimatort würde ihm der leitende Pfarrer untersagen zu zelebrieren, weil eine zusätzliche Messe nicht ins neue Konzept passt, also bleibt die Kirche lieber zu. Genauso traf "Er" auch am letzten Sonntag einen Priester unserer Stadt der keine Messe hatte, weil ja "Ferienordnung" war...
Und dann seit Donnerstag Totalausfall von Telefon und Internet und angekokelte Steckdosen. Seit gestern versuchen wir mit Hilfe unseres Lieblingselektrikers so langsam wieder Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen. Ich sage nur "Telekomhotline"...
Also habe ich auch keinen Kopf für Edith-Stein-Triduum oder Orgelkonzert mit CD-Vorstellung. Es geht einfach nicht. Ich kann es nicht.
Was tröstet in dem ganzen Gewusel? "Gib, daß wir lieben, was du befiehlst, und ersehnen, was Du verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind." So heißt es im Tagesgebet für diesen Sonntag.
Da ist was dran. Einen schönen Samstag Abend!

Mittwoch, 22. August 2012

NUR HEUTE: Der Redewettbewerb!

Ein Freund von mir muss morgen als neuer Schulleiter seine erste Rede zur Einschulung der Kinder des 1. Schuljahres halten. Und da habe ich mir gedacht, dass wir ihm doch dabei ein wenig helfen könnten!
Also: Was würdet ihr sagen???

Dienstag, 21. August 2012

Herzlich willkommen "Obsculta"!

Es gibt wieder einen neuen katholischen Blog, vielleicht wissen es auch schon alle, nur ich habe es verschlafen, jedenfalls schreibt Fr. Nathanael aus dem Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel unter dem Titel "Obsculta - höre! horche! lausche!". Über seinen Blog sagt er: "Dieser Blog soll zum Lauschen auf Gott anregen."
Herzlich willkommen und gutes Gelingen!

Die Libelle des Jahres 2012

Zugegeben, dieser Beitrag hat jetzt nicht direkt etwas mit Pius X., dem heutigen Tagesheiligen, zu tun. Nein, es geht um die "Libelle des Jahres 2012": Die "blaugrüne Mosaikjungfer". Diese hat nicht nur einen reizvollen Namen, sondern ist auch faszinierend anzuschauen und im Flug zu beobachten.
Warum ich das schreibe? Weil sich am Wochenende ein solches weibliches Prachtexemplar in unser Wohnzimmer verirrt hat:
Sie hat nur ein paar Spinnweben abbekommen, sonst ist ihr nichts passiert und sie hat wieder den Weg nach draußen gefunden. Zum Glück hat Mucki nichts mitbekommen:
Obwohl Libellen völlig harmlos sind, hatte bei mir zuhause aber das Panikorchester einen Spontanauftritt...

Montag, 20. August 2012

Darf/muss/kann/sollte man so etwas sagen?

Die Mülheimer Gemeinde St. Mariä Geburt hatte hohen Besuch: Flavien Joseph Melki, Erzbischof der syrisch-katholischen Kirche in Beirut. Aber was er über den Islam gesagt hat, hat wohl manchem gar nicht gefallen. Nachzulesen hier!

20. August: Bernhard von Clairvaux

"Wenn du klug bist, mach dich selbst zu einem Wasserbecken und nicht zu einer Abflußleitung. Diese empfängt und vergießt das Wasser beinahe gleichzeitig; ein Wasserbecken hingegen wartet, bis es ganz voll ist; und so gibt es weiter, wovon es überfließt, ohne selbst etwas einzubüßen." (Cant., 18.3)

Die Bilder zeigen wieder einmal Motive von Thomas Jessen aus der Pfarrkirche in Brenkhausen. In seinem Heiligenzyklus hat der Künstler hier Hildegard von Bingen mit einem Forsythienzweig und Bernhard als "honigfließender Doktor" mit Bienenwaben dargestellt. Zwei Menschen, deren Herz und Geist von Gott bewegt waren.

Sonntag, 19. August 2012

Heut bin ich mal ein bisschen riot...

Vorbemerkung: 1. Ich mag Punkmusik. 2. Putin ist kein "lupenreiner" Demokrat. 3. Freie Meinungsäußerung ist ein Grundrecht.
Aber jetzt nur ein Aspekt und auch ganz subjektiv:
Niemand würde diese Band kennen und niemand käme normalerweise auf die Idee, russische Punkmusik zu hören. Warum auch. Jetzt aber wird protestiert und Solidarität gezeigt, der Herr Alipius berichtet über die Vorkommnisse in Wien und Köln.
Man stört also einen Gottesdienst. Boah, seid ihr aber riot! Ist ja auch echt ne mutige Leistung, denn bei den Katholiken weiß man ja nie: Tempelritter, Daumenschrauben, finstere Verliese...
Und was macht ihr Superhelden der korrekten Betroffenheit morgen? Vielleicht in einem Hells-Angels-Vereinslokal gegen die Unterdrückung von Frauen demonstrieren?
Mich erinnert das an das Afrika-Engagement so mancher Popstars, das hippe "Che"-T-Shirt oder das Arafattuch, den "Free-Tibet"-Aufkleber am Volvo des Waldorflehrers oder die Aids-Schleife am Revers des Gemeindereferenten: Revolution im Wohnzimmersessel.
Einfach Scheiße. 

Freitag, 17. August 2012

Bald ist Wochenende!

Eine ereignisreiche und mit Arbeit angefüllte Woche neigt sich dem Ende zu. Gestern abend hatten wir unseren traditionellen "Hüttenabend" in der Grabelandhütte eines Freundes, ich hatte schon einmal davon berichtet. Diesmal war es etwas speziell, da Achmed, der neue türkische Gartenmitbesitzer, anfangs auch noch da war (da war der Grill für die Schweinesteaks auch noch nicht in Betrieb, "kannsu Pepperoni, willsu?") und die Bierversorgung streikte. Das ließ sich aber Gottseidank schnell beheben, sonst hätte der Getränkeshopheini auch ein echtes Problem bekommen...
Vorhin hatte ich dann eine Beerdigung bei der dem Verstorbenen seine Prinz-Heinrich-Mütze mit ins Grab gegeben wurde (wer Herbert Knebel kennt, weiß wie so ein Ding aussieht), d.h. sie wurde der Urne aufgesetzt und das war schon "a bit strange". Kann man machen...
Und daheim reifen die Trauben, ein echter Ruhrgebietstropfen: Südlage mit Blick aufs Stahlwerk...
Allen ein schönes, sonniges und erholsames Wochenende!

Donnerstag, 16. August 2012

16. August: Hl. Altfrid, Gründer des Stiftes Essen

Am heutigen Tag gedenken die Bistümer Hildesheim und Essen des hl. Altfrid. Altfrid, geboren um 800, wird 851 zum vierten Bischof von Hildesheim erwählt. Um 852 gründet er auf seinem Hofgut Astnide das Stift Essen. Als Berater König Ludwigs des Deutschen erlangt er politischen Einfluß, als Anwalt des Friedens vermittelt er zwischen dem West- und Ostfrankenreich. Er starb am 15. August 874 und wurde auf seinen Wunsch in der von ihm errichteten Münsterkirche zu Essen bestattet.
Mit dem Bistum verbindet man leider im Moment eher nur Kirchenschließungen und Gemeindefusionen, mit der Stadt Essen im Wesentlichen Krupp und A40. Dabei ist ein Besuch im Essener Münster und vor allem in der Schatzkammer unbedingt lohnenswert! 
Da es bei mir mit dem Bilderhochladen wieder mal nicht klappt, gibt es jetzt hier wenigstens die "Altfrid-Anrufungen" aus dem Essener Diözesananhang des Gotteslob (GL881):

Heiliger Altfrid,
du Gründer des Stiftes und der Stadt Essen.
Bitte für uns und alle Gläubigen unseres Bistums.
Du Bischof voll Weisheit und Kraft.
Bitte für uns, daß wir dein Erbe treu verwalten.
Du Hirte und Diener deines Volkes.
Bitte für uns, daß unser Beten und Arbeiten fruchtbar werde.
Du Lehrer des Evangeliums Christi.
Bitte für uns, daß wir das Wort des Heils bewahren.
Du treuer Verwalter der Geheimnisse Gottes.
Bitte für uns, daß wir das Opfer Christi tiefer erfassen.
Du Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit.
Bitte für uns, daß wir deinem Beispiel folgen.
Du Freund der Wissenschaft und Weisheit.
Bitte für uns, daß wir hungern nach der Wahrheit.
Du geistlicher Vater unseres Bistums.
Bitte für uns, daß wir glaubwürdige Jünger Christi sind.

Laßt uns beten.
Herr und Gott. Du hast den heiligen Bischof Altfrid zum Hirten der Kirche bestellt. Durch seine Lehre und sein Leben hat er für dein Volk Großes geleistet. Hilf uns, gemäß seinem Vorbild so zu leben, daß auch in uns die Kraft deiner Gnade sichtbar wird durch Christus, unsern Herrn. Amen.

Mittwoch, 15. August 2012

Pius XII: Gebet zu Mariä Himmelfahrt

Anläßlich der Verkündigung des Dogmas von der Aufnahme Mariens in den Himmel hat Papst Pius XII. im Heiligen Jahr 1950 ein Gebet verfasst und damals eigenhändig niedergeschrieben. Es lautet:

Jungfrau, unbefleckt empfangen, Gottes und der Menschen Mutter:

1. Wir glauben in der ganzen Glut unseres Herzens, daß du mit Leib und Seele glorreich aufgenommen bist in den Himmel, wo dir die Chöre der Engel und die Scharen der Seligen als ihrer Königin huldigen. Wir vereinen uns mit ihnen im Lobpreis des Herrn, der dich über alle Geschöpfe erhob, und huldigen dir mit ihnen in Verehrung und Liebe.
2. Wir wissen, daß dein Blick, der einst in zarter Mutterliebe auf der demütigen und hienieden leidenden Menschengestalt Jesu ruhte, nun im Himmel an der verklärten Menschheit der ungeschaffenen Weisheit sich freut und daß die Freude deine Seele in der Schau des dreieinen Gotes dein Herz aufjubeln läßt in seligem Entzücken. Und wir arme Sünder, deren Leib den Aufschwung der Seele hemmt, wir flehen dich an: läutere unsere Sinne, daß wir es lernen, schon hienieden, inmitten der Lockungen der Geschöpfe, Gott zu lieben und nur ihn allein.
3. Wir vertrauen darauf, daß du voll Ebarmen niederschaust auf unsere Nöte und unsere Ängste, auf unsere Kämpfe und unsere Schwächen: daß du dich mit uns freust an unseren Freuden und an unseren Siegen und daß du die Stimme Jesu hörst, die dir von einem jeden von uns, wie einst von seinem geliebten Jünger, sagt: Siehe da dein Kind. Und wir, die wir dich als unsere Mutter anrufen, wir machen dich, wie einst Johannes, zur Führerin, Kraft und Trösterin unseres irdischen Lebens.
4. Wir glauben, daß deine Augen, die weinten über eine von Jesu Blut benetzte Erde, sich auch heute noch auf unsere Welt richten, die voll ist von Kriegen, Verfolgungen und Unterdrückungen der Gerechten und der Schwachen. Und wir erhoffen in dem Dunkel dieses Tales der Tränen von deinem himmlischen Lichte und deinem milden Erbarmen Hilfe in unseren Herzensnöten, in den Heimsuchungen der Kirche und unseres Vaterlandes.
5. Wir glauben endlich, daß du in der ewigen Herrlichkeit, umkleidet mit der Sonne und mit Sternen bekränzt, nach Christus die Freude und die Wonne aller Engel und Heiligen bist.
Und wir Erdenpilger blicken in festem Glauben an die künftige Auferstehung auf dich, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung; zieh uns in Liebe zu dir und zeige uns dereinst, nach diesem Elend, Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria. 

Montag, 13. August 2012

Ich mag den Papst.

Vorhin auf der Arbeit: Krankenhäuser und medizinische Zentren müssen sich regelmäßig Zertifizierungen unterziehen. Dafür kommt dann ein externer Auditor und befragt in einem Audit die verschiedenen Abteilungen um dann beurteilen zu können, ob alles nach den Vorgaben funktioniert. Nun habe ich schon viele solche Audits hinter mir und war an meiner früheren Stelle auch mal selbst QM-Beauftragter und habe andere Einrichtungen auditiert. Also meine ich ungefähr zu wissen, wie der Hase läuft.
Aber heute wars besonders nett: Ich stelle mich vor. Der Auditor: "Sind Sie Pfarrer?", Ich: "Nein, sonst würde ich ja wohl anders rumlaufen." - Auditor: "Was halten Sie denn vom Papst?" - Ich: "Naja..." - Chefarzt: "Der stellt schon den ganzen Tag so komische Fragen!" - Auditor: "Dieser Papst, der geht ja wohl gar nicht! Ratzinger bleibt halt Ratzinger! Und jetzt hat er ja auch noch den Müller nach Rom geholt. Wir sind ja froh, dass wir ihn los sind!" - Ich: "Ach, Sie sind wohl aus Regensburg?" - "Ja, und der Papst ist eine echte Katastrophe!". Ich verstumme kurz (ich wollte ja auch nicht den positiven Ausgang der Zertifizierung gefährden), der Auditor befragt ähnlich kompetent die Kollegen aus anderen Bereichen. Dann wieder zu mir: "Was machen Sie eigentlich mit nichtchristlichen Patienten?" - Ich (leicht genervt): "Wir besuchen natürlich nur Leute mit Kirchensteuernachweis." - "Wirklich?" - "Nein, natürlich nicht, wir besuchen alle, die es wünschen." - "Das dürfte aber der Papst jetzt nicht hören!" - Dio mio!
Am Schluß fragt er dann: "Haben Sie denn noch etwas, was Sie mir sagen möchten?" - Ich: "Ja, nur das eine: Ich mag den Papst."
Wenn dieser Mann von Medizin so viel Ahnung hat wie vom Glauben und der Kirche, würde ich mir von ihm noch nicht einmal eine Kopfschmerztablette geben lassen...
Die Dämlichkeit mancher Priester ist mir ja schon peinlich, aber für viele Laien kann man sich einfach nur fremdschämen.

Schlingensief statt Papst

In seiner Geburtsstadt Oberhausen wird Christoph Schlingensief eine Straße gewidmet. Das finde ich gut. Aber muss es denn unbedingt die Pacelli-Straße sein?
Den Artikel bei Welt-Online gibt es hier.
Was ich mittlerweile nur noch kotzlangweilig finde, ist dieser aufgeblasen-überheblich-ironische Dumpfsprech der Kommentatoren und Feuilletonisten wenn es um Religions- oder Kirchenthemen geht.

Samstag, 11. August 2012

11. August: Klara von Assisi

"Glücklich der, dem es gegeben ist, vom heiligen Gastmahl zu trinken und mit dem ganzen Herzen dem anzuhangen, dessen Schönheit die seligen Scharen des Himmels immerfort bewundern, dessen Liebe uns bewegt, dessen Betrachtung uns erquickt, dessen Güte und Süße uns erfüllt, dessen Gedächtnis beglückend aufleuchtet, von dessen Duft die Toten lebendig werden und dessen herrliche Schau die Bürger des himmlischen Jerusalem erfreut."

Aus einem Brief an Agnes von Prag.

Wunderschön, oder?
Allen ein nettes Wochenende!

Freitag, 10. August 2012

Der hl. Laurentius, die Kirmes und der Reichtum

Zum heutigen Fest mein aktueller Zeitungsbeitrag:

Der heilige Laurentius, liebe Leserinnen und Leser, ist nicht nur einer der berühmtesten römischen Märtyrer, sondern uns in Herne in besonderer Weise nahe, war doch die Kapelle in Haus Crange ursprünglich nach ihm benannt, woran uns die heutige Pfarrkirche St. Laurentius in Wanne immer noch erinnert, und, was wohl für manchen noch viel entscheidender ist: Ohne das Fest des heiligen Laurentius gäbe es die Cranger Kirmes nicht!
Der Diakon Laurentius erlitt das Martyrium unter Kaiser Valerian, wahrscheinlich am 10. August 258. Nach der schon Ambrosius im 4. Jhdt. bekannten dramatischen Leidensgeschichte wurde er auf einem Rost zu Tode gebraten. Die Basilika über seinem Grab an der Via Tiburtina ist eine der sieben Hauptkirchen von Rom.
Unser Bild zeigt die Figur des heiligen Laurentius über dem Seiteneingang der St. Laurentius-Kirche in Wanne.

„Die Kirche ist ja so reich!“ – Diesen Satz höre ich zuweilen in Gesprächen. Das stimmt und stimmt auch wieder nicht, vergleichen Sie doch nur einmal den Besitz der Kirche mit den täglichen Rüstungsausgaben. Sicherlich ist der Kirche im Laufe der Zeit Besitz zugewachsen, häufig jedoch als fromme Stiftung, zur Ehre Gottes oder zur Verschönerung der Liturgie. Diesen darf und sollte man nicht antasten, aber es gibt ja auch noch anderes, wie z.B. den „Weltbild“-Verlag. Wenn Papst Benedikt XVI. dann in seiner Freiburger Rede vor einer „Verweltlichung“ der Kirche warnt, heißt das ja gerade nicht, dass sie sich nicht mehr in der Welt engagieren sollte, sondern dass sie um ihrer Glaubwürdigkeit Willen ihr Verhältnis zu Reichtum und Besitz durchaus einmal kritisch überprüfen sollte.
Vom heiligen Laurentius wird eine nachdenkliche Geschichte überliefert: Als Kaiser Valerian ihn zwingen wollte, die Schätze der Kirche herauszugeben, holte Laurentius alle Armen und Bettler der Stadt Rom zusammen und präsentierte sie dem Kaiser als die wahren Schätze der Kirche.
Da ist etwas dran: Die wahren Schätze der Kirche sind die Menschen und im Besonderen die Armen und Bettler. Niemand ist zu gering vor Gott, als dass er ihn nicht annehmen würde, niemand ist zu gering, als dass er nicht seinen Platz in der Kirche hätte. Egal wie nahe oder fern Sie dem Glauben und der Kirche sind, egal wie wenig Sie meinen an Leistungen vorweisen zu können: Sie sind ein Schatz der Kirche!

Donnerstag, 9. August 2012

Edith Stein: seltener Kartoffeln schälen als schreiben

"Wir glauben, dass es Gott gefällt, sich eine kleine Schar von Menschen auszuwählen, die besonders nahen Anteil an seinem eigenen Leben haben sollen, und glauben, zu diesen Glücklichen zu gehören. Wir wissen nicht, nach welchen Gesichtspunkten die Auswahl getroffen wird. Jedenfalls nicht nach Würde und Verdienst, und darum macht uns die Gnade der Berufung nicht stolz, sondern klein und dankbar. Unsere Aufgabe ist es, zu lieben und zu dienen."
"Weil Gott die Welt, die er geschaffen hat, niemals preisgibt und vor allem die Menschen sehr lieb hat, ist es natürlich für uns unmöglich, die Welt und die Menschen zu verachten. Wir haben sie nicht verlassen, weil wir sie für wertlos hielten, sondern um für Gott frei zu sein. Und wenn es Gott gefällt, müssen wir auch mit manchem, was jenseits unserer Gitter liegt, die Verbindung wieder aufnehmen."
"An sich gilt es gleich bei uns, ob man Kartoffeln schält, Fenster putzt oder Bücher schreibt. Im allgemeinen verwendet man aber die Leute zu dem, wozu sie am ehesten taugen, und darum habe ich sehr viel seltener Kartoffeln zu schälen als zu schreiben."

Der Text stammt aus ihrem Brief 160 vom Sommer 1937, die Bilder zeigen Glasfenster des Künstlers Thomas Jessen, die er 2002 für die Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Brenkhausen geschaffen hat. Die Entwürfe haben wir damals in einer großen Thomas-Jessen-Ausstellung in Dortmund zeigen können. Zu den Werken von Thomas Jessen sind auch zwei Bücher von uns erschienen: "Die Schwelle des Lebens überschreiten" und "Durchschaute Wirklichkeit", beide sind noch erhältlich.

Mittwoch, 8. August 2012

Abstimmen! Abstimmen! Abstimmen!

"Über die Auferstehung kann man nicht abstimmen!" - das war ein Lieblingspredigtthema des verstorbenen Kardinals. Blogs gab es damals noch nicht, denn da geht das durchaus: "vorgestellt-nachgedacht" ist doch tatsächlich in der "Cocktail"-Kategorie des "Robusta-Preises" nominiert. Also schnell zu Alipius rüber und abstimmen, man lernt auch so manchen interessanten anderen Blog kennen!

8. August: Theodor und Dominikus

Heute ist nicht nur der Gedenktag des hl. Dominikus, heute würde auch mein Großvater Theodor 111 Jahre alt. Nun liegt mir Opas Geburtstag zugegebenermaßen etwas näher, denn ich habe daran sehr schöne Kindheitserinnerungen. Er hatte sich immer sehr in unserer Gemeinde engagiert (so hätte man das damals allerdings nie genannt), also stellten sich natürlich der Pfarrer, der Kirchenvorstand und die Vinzenzbrüder ein.
Als Kind war aber für mich viel spannender, dass auch Opas ehemalige Kollegen kamen, er war nämlich Bezirksschornsteinfegermeister gewesen und ich war von der schwarzen Dienstkleidung mit den zweireihigen goldenen Knöpfen und dem polierten Koppelschloß immer fasziniert, auch dass meine Großeltern mit "Herr Meister" und "Frau Meisterin" angeredet wurden. 
Meine Oma war allerdings schon etwas "tüddelig", heute würde man hochkompliziert von "beginnendem demenziellen Syndrom" sprechen, so dass sie hundertmal am Tag nachfragte, was denn die ganzen Leute hier wollten. Trotzdem waren beide sehr gesellig und das Haus war immer voll. Später dann auch die Gäste, denn ich war für ein kleines Taschengeld für die Getränkeversorgung zuständig. Das Bier, natürlich Krombacher wegen der sauerländischen Heimat, war noch in den pummeligen Einheitsflaschen abgefüllt, alle Bierkästen waren damals gleichermaßen dunkelrot und es wurde rustikal in einer alten Zinkwanne gekühlt. Meistens saß man im Garten und alle waren mit den von meiner Mutter in großen Mengen hergestellten Mett- und Käsebrötchen hoch zufrieden. Hinterher gabs Doppelwacholder.
Wenn ich das alles so bedenke habe ich den Eindruck, dass damals in den 70ern das Leben manchmal einfacher war. Obwohl: Für ein gutes Mettbrötchen lasse ich noch heute das ausgefallenste Fingerfood links liegen...
Und diese gelungenen Geburtstagsfeiern schlagen auch die Brücke zum Gedenktag des heiligen Dominikus, denn dort heißt es in der alten Communio: "Fidelis servus et prudens, quem constituit dominus super familiam suam: ut det illis in tempore tritici mensuram", was ich heute mal ganz frei übersetze: "Der ist ein guter Chef, der für seine Leute immer genug zu Essen und zu Trinken im Haus hat".

Dienstag, 7. August 2012

Edith-Stein-Gedenkjahr: Herzliche Einladung!

Das Edith-Stein-Gedenkjahr erinnert an ihren 120. Geburtstag, den 70. Jahrestag ihres Todes und den 25. Jahrestag der Seligsprechung. Die Karmelitinnen in Witten laden deshalb zu einem Triduum ein:

"Unsere Gemeinschaft ist mit Edith Stein in besonderer Weise verbunden. Mutter Marianna de Deo und Mitschwestern aus Köln haben 1933 in Paselwitz bei Breslau einen Karmel gegründet. Anfänglich rechnete man noch damit, dass Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz, die auch eine Breslauerin war, vom Kölner Karmel nach Pawelwitz kommen würde, so wie es bei der Aufnahme in das Kloster abgemacht war. Aber es sollte nicht dazu kommen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Vertreibung sind die Schwestern in den Westen zurückgekommen und haben in Witten/Ruhr ab 1952 diesen Karmel wieder errichtet. Aus dieser Verbundenheit und Dankbarkeit feiern wir ein Triduum am 24. August, 25. August und 26. August 2012 zu Ehren unserer Mitschwester Teresia Benedicta vom Kreuz OCD."

Freitag, 24. August 2012
17.30 Uhr: Präsentation zu den Lebensstationen Dr. Edith Steins, vorgestellt von P. Provinzial Dr. Ulrich Dobhan OCD (München)
18.30 Uhr: Pontifikalamt mit Weihbischof Matthias König (Paderborn), Predigt: P. Provinzial Dr. Ulrich Dobhan OCD
19.30-20.00 Uhr Eucharistische Anbetung, danach Begegnung mit den Schwestern und Agape

Samstag, 25. August 2012
15.30 Uhr Präsentation zu den Lebensstationen Dr. Edith Steins
16.30 Uhr feierliche Vesper zu Ehren der Heiligen
17.30 Uhr Festgottesdienst, Hauptzelebrant: P. Provinzial Dr. Ulrich Dobhan OCD

Sonntag, 26. August 2012
09.15 Uhr: feierlicher Abschlussgottesdienst, Hauptzelebrant: P. Provinzial Dr. Ulrich Dobhan OCD

Es wäre ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit den Schwestern wenn der oder die eine oder andere sich Zeit nehmen könnte und nach Witten kommen würde. Herzliche Einladung!

Montag, 6. August 2012

6. August: Verklärung des Herrn

Der heutige Festtag hat für mich immer insofern einen persönlichen Bezug, als dass ich an einem 6. August vor 23 Jahren mein Aufnahmegespräch im Theologenkonvikt hatte, darüber habe ich bereits einmal geschrieben. Was waren das für Zeiten: Wir waren 30 Neuanfänger bei insgesamt 120 Priesteramtskandidaten im Haus. Und so lange ist das nun auch noch nicht her. 

Das orthodoxe Liturgiebuch gibt zu "Verklärung des Herrn" eine schöne Hinführung:

"Das Hochfest der 'Metamorphosis' geht auf eine Kirchweihe einer im vierten Jahrhundert von der Kaiser-Mutter Helene gestifteten Kirche auf dem Berg Tabor zurück. Es ist im Gegensatz zu den übrigen Hochfesten kein Volksfest und kein Familienfest geworden, dafür fühlen sich viele Gläubige umso inniger zu diesem stillen Fest hingezogen. Ist es ihnen doch ein hochwillkommener Anlaß, sich des Sinnes und Zieles ihres Lebens zu vergewissern. Denn wie auf einer Bergwanderung im Nebel bisweilen der blaue Himmel durchbricht und einen Blick auf den noch zu erklimmenden sonnenbestrahlten Gipfel freigibt, so wurde den Jüngern hier auf dem Tabor für einen kurzen Augenblick etwas von der Herrlichkeit der Schau Gottes erfahrbar, zu der zu gelangen die Bestimmung und Sehnsucht unseres christlichen Lebens ist und die wir erreichen, wenn wir im geduldigen Aufstieg durch Leiden und Mühen das Ziel nicht aus dem Sinne lassen, auch wenn es uns meist durch Nebel verdeckt ist. Was aber im Nebel zumeist veborgen bleibt, ist jetzt schon und nicht erst in Zukunft die unvergängliche Wirklichkeit. Darum war es den orthodoxen Mönchsvätern im 14. Jahrhundert (u.a. Gregor Palamas) wichtig, in Auseinandersetzung mit einem humanistischen Rationalismus festzuhalten, daß das von den Jüngern auf dem Tabor geschaute Licht nicht nur ein psychologisch erklärbares Phänomen war, sondern Gott, das ungeschaffene Licht Selbst, das am Ende unseres Lebens von uns allen erfahren werden wird in dem Maße, wie ein jeder dazu bereit sein wird. Darauf spielt unser Festtropar an, und Ephraim, der Syrer, bezeugt es in einem seiner Hymnen mit den Worten:


'Wie ein jeder das Auge im Diesseits gereinigt hat,
so wird er dort schauen können
die Herrlichkeit des Allerhöchsten.
Wie ein jeder das Ohr im Diesseits geöffnet hat,
so wird er dort fassen können Seine Weisheit.
Wie ein jeder sein Inneres im Diesseits weit gemacht hat,
so wird er dort aufnehmen können von Seinen Schätzen.'"

Donnerstag, 2. August 2012

Kein Haus für Gott.

Ein lesenswerter Artikel über die Aufgabe von Gotteshäusern in der "Welt"!

Multireligiöse Feiern in der Schule?

Zu diesem Thema hat die Hauptabteilung Schule und Erziehung im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn jetzt eine Arbeitshilfe herausgebracht (hier der Link).
Ich habe sie bislang nur kurz überfliegen können, mir ist aber aufgefallen, dass sehr häufig auf muslimische Empfindlichkeiten, die es zu berücksichtigen gilt, eingegangen wird.
Nirgendwo aber ist von der christlichen Empfindlichkeit die Rede, in solchen Feiern nicht von Jesus Christus sprechen zu können!
Aber warum wundere ich mich, habe ich wirklich etwas anderes erwartet...?

Die Rede vom Gottesreich

"Eine rechte Rede vom Gottesreich muss Himmel und Erde mit einbeziehen. Lässt man den Himmel aus, begreift man weder recht, was Jesus erfahren und was ihn bewegt hat, noch erfasst man den Charakter von Gottes universaler Herrschaft. Heute hört man in Theologie und Kirche oft sehr matte und undeutliche Bestimmungen dessen, was eigentlich unter dem Gottesreich zu verstehen sei. Die Beziehung zwischen Jesus und dem Reich Gottes ist unterbelichtet. Möglicherweise scheuen Theologen und Verkündiger schon davor zurück, die Begriffe Herrschaft oder Reich in den Mund zu nehmen, haben diese doch einen schlechten historischen Leumund. Sie scheinen nicht mehr in unsere Zeit zu passen. Da wird dann lieber davon gesprochen, Gottes Reich bedeute Gottes unüberbietbare, unwiderrufliche und unbedingte Nähe zu den Menschen. Aber das ergibt keinen Sinn, 'Herrschaft' und 'Nähe' sind nicht dasselbe; die Begriffe entstammen verschiedenen semantischen Feldern und lassen sich nicht aufeinander beziehen. Und überdies folgt die Rede von der unüberbietbaren, unwiderruflichen und unbedingten Nähe einer Überbietungslogik. Als ob vorher, nämlich in Israel, Gottes Nähe überbietbar, widerruflich und bedingt gewesen wäre! Das ist Unfug, sowohl in Bezug auf das Zeugnis der hebräischen Bibel wie auch in Bezug auf das nachbiblische Judentum, dessen Treue zur unwiderruflichen Bundestreue Gottes weggeredet wird. Wer so redet, profiliert das Christentum auf Kosten des Judentums, und das ist immer falsch."

Thomas Ruster geht mit der Dogmatik von Otto Hermann Pesch ins Gericht, in: Die neue Engelreligion, Kevelaer 2010, 86f.

Sommertagsfeierabendentspannung

Hier braucht es nicht vieler Worte:
Die Biersorte ist übrigens noch ein empfehlenswertes Mitbringsel aus einer der schönsten Gegenden Frankens. Es fällt allerdings auf, dass hier "Pilsner" auf der Flasche steht, wohingegen es bei uns im Westfälischen "Pilsener" heißt. Dem müsste man mal nachgehen...