Sonntag, 30. September 2012

Sonntagsupdate

Wolfgang Rosenbaum wurde doch noch erwähnt! Zwar nicht in "seiner" Gemeinde, sondern in der Stadtkirche, aber dafür recht eindrucksvoll. Wofür so ein Blog nicht alles gut ist ;)

In der Stadtkirche gab es das Pontifikalamt zum 150-jährigen Bestehen der Elisabeth-Konferenz mit Weihbischof Grothe aus Paderborn. Der hat eine bei Bischöfen nicht überall verbreitete Gabe: Er kann gut zuhören und man kann ihm gut zuhören.
Dazu wunderbare Musik mit viel Mozart und einen respektablen Stunt des Diakons auf dem Weg zur Kommunionausteilung. Aber Paul ist ein harter Brocken: trotz Sturz über mehrere Stufen, geschicktem Abrollen und Rettung der Hostienschale stand er eine Minute später wieder da als wäre nichts geschehen und teilte seelenruhig die Kommunion aus. Respekt!
Nervig ist nur, wenn die Leute beim Auszug schon rausrennen und der Bischof samt Gefolge noch nicht in der Sakristei angelangt ist, das führt dann schon zu Zusammenstößen...
Danach Festakt im Pfarrheim mit Verleihung von Elisabethkreuzen und CKD-Ehrennadeln und Festvortrag der CDU-MdB Ingrid Fischbach. Aber alles in allem recht locker und herzlich.

Heute abend gibt es dann noch als Abschluss des Improvisationsfestivals um 19.30 Uhr ein Konzert des Altenberger Domorganisten Rolf Müller an der Marienorgel. Herzliche Einladung!

In meiner Heimatgemeinde dagegen wurde schon Erntedank gefeiert (wie passend, wir sind hier ja auch weitgehend agrarisch geprägt) und zum Einzug gab es den unverwüstlichen Evergreen "Lasst uns miteinander". Dazu ein neuer Vikar aus einer polnischen Ordensgemeinschaft, der so gut wie kein Deutsch spricht. Was soll eigentlich eine solche bischöfliche Personalpolitik? Meine ansonsten doch recht sturmerfahrene Mutter fands gruselig...

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag!

Samstag, 29. September 2012

Ein vergessener Märtyrer: Bruder Wolfgang Rosenbaum OFM

Am 30. September jährt sich der 70. Todestag eines heute weitgehend unbekannten Märtyrers: Fritz Rosenbaum, mit Ordensnamen später Br. Wolfgang. Er stammte aus meiner Heimatgemeinde und wenigstens dieser Beitrag soll jetzt an ihn erinnern, denn in meiner Gemeinde ist morgen der übliche Familiengottesdienst mit den Kommunionkindern.

Aus seiner später verfassten Lebensbeschreibung: Fritz wurde am 27. Mai 1915 in Witten geboren. Sein Vater Ludwig, ein strenggläubiger Jude, besaß in der Bahnhofstraße ein gut gehendes Textilgeschäft. Seine Mutter Elli, geb. Marcus, war eine liebenswürdige und kontaktfreudige Frau. Nach Besuch der jüdischen Volksschule wechselte Fritz Rosenbaum 1926 zum Realgymnasíum, dem heutigen Ruhrgymnasium, das er jedoch 1930 wieder verließ, um eine kaufmännische Lehre in Dortmund zu beginnen. Durch seinen besten Schulkameraden und einen alten Freund der Familie begegnete ihm der katholische Glaube. Der Pfarrer von St. Josef, Johannes Rechmann berichtete, dass vor allem die Gespräche mit diesem älteren Freund der konkrete Anlass waren, sich mit dem Christentum intensiv auseinanderzusetzen. Obwohl ihm sein Vater gedroht hatte ihn, falls er katholisch würde, zu enterben, ließ er sich am 15. September 1933 von Pfarrer Rechmann heimlich taufen. Nach einer anderen Version hat ihn sein Vater sogar mit dem Tod bedroht. Kurz darauf wurde er am 8. Oktober 1933 durch Weihbischof Baumann in Witten gefirmt. Am Abend des Tauftages sagte Rosenbaum zu Pfarrer Rechmann: "Nun ist alles, aber auch alles gleich, wenn ich nur Jesus lieb habe'". Im Jahr nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten begann auch die Judenhetze in Witten. Hatte sich Fritz Rosenbaum schon in Vorahnung der kommenden Dinge von einem Privattrainer zur Selbstverteidigung das Boxen beíbringen lassen, wurde nun sein Vater wegen angeblichen Besitzes einer Pistole von der SA zusammengeschlagen und massiv bedroht. Um sich der entwürdigenden und ungerechten Gewalt zu entziehen, nahm er sich 1935 das Leben. Seine Mutter konvertierte ebenso wie ihr Sohn und wurde am 20. Dezember 1936 getauft. Nach ihrer Firmung 1939 in Köln verlieren sich ihre Spuren. Pfarrer Rechmann, selbst ehemaliger Franziskaner, konnte den jungen Fritz Rosenbaum für die Nachfolge des hl. Franziskus begeistern. Im Sommer 1938 führte er erste Gespräche in Werl. Kurz danach brach auch in Witten der Sturm der Reichspogromnacht los: Fritz Rosenbaum wurde blutig zusammengeschlagen, und als er erklärte er sei kein Jude, sondern Katholik, wurde er dennoch misshandelt. Er flüchtete sich in dieser Nacht erst zu Pfarrer Rechmann und dann zu einer befreundeten Familie in die Eifel. Nach langer Prüfungszeit wurde er endlich probeweise in den Franziskanerorden aufgenommen. Am 1. März 1939 kam er in das deutsche Kolleg St. Ludwig in Vlodrop hinter der holländischen Grenze, wo er am 3. Oktober 1939, dem Vigilfest des hl. Franziskus, unter den Ordensnamen Bruder Wolfgang in den regulierten klösterlichen dritten Orden des hl. Franziskus aufgenommen wurde. Doch auch nachdem er von dort in das Kloster Woerden bei Utrecht geschickt wurde, war er nicht vor Verfolgung durch die inzwischen in Holland einmarschierten Deutschen sicher. 1940 legte er in Woerden Profess ab. Seinen Brüdern war er ein Vorbild in Gebet und Lebensführung. Doch war er auch aufgrund seiner Herkunft unter den Mitbrüdern isoliert. Am 2. August 1942 wurde er verhaftet und in das Lager Westerbork gebracht. Hier könnte er zwischen dem 2. und 6. August 1942 auch Edith Stein, die ebenfalls in dieses Lager gebracht worden war, getroffen haben. In erstaunlicher Weise ähnelt sich ihr Lebensweg: Beide fanden aus dem Judentum zum Christentum, beide waren sie in einen Orden eingetreten, nun sollten sie auch das gleiche Martyrium erleiden: Edith Stein wurde am 9. August 1942, Bruder Wolfgang am 30. September in Auschwitz ermordet.
Am 30. Todestag von Bruder Wolfgang erklärte der damalige Pfarrer von St. Franziskus, Heinrich Keller: "Es bestehen auffällige Zusammenhänge zwischen dem Leben des hl. Franziskus und dem des Bruder Wolfgang. Beide hatten einen Textilkaufmann zum Vater, beide mussten sich mit dem Vater auseinandersetzen wegen ihres Gewissens, beide gaben ihr Hab und Gut der Kirche. In Witten wurde das Pfarrhaus und die Vikarie von dem Vermögen gebaut, das Bruder Wolfgang nach seinem Klostereintritt der Kirche geschenkt hatte."

Heute erinnert ein 1982/83 von Jupp Gesing aus Herne geschaffenes Glasfenster in der Pfarrkirche an ihn: In der rechten Fensterhälfte sieht man die Begegnung von Wolfgang Rosenbaum und Edith Stein. Die Bildunterschrift lautet. "Liebe ist größer als Gewalt".
Ein mittlerweile verstorbener Franziskaner, P. Ottokar Mund OFM, hatte sich rührig um das Andenken an Wolfgang Rosenbaum gekümmert. Zum 40. Todestag gab es das schon erwähnte Fenster und einen Gedenkstein auf dem Friedhof, zehn Jahre später haben wir eine schöne Kerze bei den Karmelitinnen anfertigen lassen, außerdem hat der damalige Pfarrer in einem Radiogottesdienst über Wolfgang Rosenbaum gepredigt.
70 Jahre später? Nichts.

Freitag, 28. September 2012

28. September: Die hl. Lioba (und Thekla) - Die Kraft Christi

Heute sieht der Heiligenkalender das Gedenken der hl. Lioba vor. Das Würzburger Direktorium ist da etwas großzügiger und nimmt sinnvollerweise die hl. Thekla noch hinzu.
In der Lebensbeschreibung heißt es dort:
"Thekla und Lioba stammten wie der heilige Bonifatius aus vornehmen angelsächsischen Familien und waren ihm auch verwandtschaftlich verbunden. Deshalb rief er sie als Mitarbeiterinnen nach Deutschland. Beide wirkten vorbildlich an Tugend und christlicher Bildung. Thekla als Äbtissin in Kitzingen und Lioba in Tauberbischofsheim."

In der Lesehore gibt es neben einem Brief des hl. Bonifatius zur Auswahl auch einen interessanten Text von Romano Guardini aus seinem Buch "Der Herr", und zwar eine Betrachtung über die Christliche Ehe und Jungfräulichkeit. Er schreibt dort u.a.:
"Die Kraft aber, aus welcher die beiden Ordnungen (Ehe und Jungfräulichkeit) aufgebaut werden, ist jene, von der wir zu Eingang unserer Betrachtung gesprochen haben: die Kraft Christi. Hier müssen wir rein und entscheiden denken. Christliche Ehe wie christliche Jungfräulichkeit werden nicht aus soziologischen Einsichten aufgebaut, und seien sie noch so klar; nicht aus ethischen oder personalen Kräften, und seien sie noch so gut; nicht aus unmittelbarer Religiosität und sei sie noch so fromm. Alles das führt vom Eigentlichen weg. Auch nicht aus einer allgemein verstandenen 'Gnade', die so viel bedeuten würde, wie besondere menschlich-religiöse Begabung, natürliche Reinheit oder dergleichen. Vielmehr aus der Kraft, die im Wesen Christi liegt, die er selbst ist. (...) Und kein abstraktes 'Himmelreich' macht die Jungfräulichkeit möglich; auch nicht 'Gott' einfachhin, sondern Christus. Das, was aus ihm strahlt, aus seiner Person, seiner Gesinnung, seinem Handeln, seinem Schicksal: das Heilige, Unnennbare, dem Herzen Einleuchtende, Berührende, Erfüllende. Es würde verschwinden, wenn man es auf allgemeine Ausdrücke zu bringen suchte; etwa sagte, es sei das Ethos Jesu, oder seine Daseinsdeutung, oder die von ihm offenbarte Wertfülle. Nein, nicht Ethos, nicht Deutung, nicht Werte. - Er. Jenes, das nur mit einem Namen ausgedrückt werden kann: Jesus Christus. Der lebendige Sohn Gottes und Menschensohn zugleich. Der Schönste der Menschenkinder. Das Leben und die Liebe selbst. Christliche Ehe und Jungfräulichkeit werden unverständlich, sobald darin nicht mehr Jesus Christus das Eigentliche, die Norm und die Wirklichkeit ist."

Donnerstag, 27. September 2012

Bild(er) des Tages: Katzenkorb zu Herbstbeginn

Eine etwas eigenwillige Interpretation lieferte Mucki heute mittag auf der Suche nach den letzten sommerlichen Sonnenstrahlen. Und dabei war es doch schon der herbstliche Erntekorb:


Ob das jetzt bequem war, weiß ich nicht. Aber er ist ja alt genug...

Dienstag, 25. September 2012

Wieder da! - Und jetzt auch noch mit Bildern...

Los geht der Urlaub in Kroatien mit der mitteldalmatinischen Metropole Split. Die ganze Altstadt besteht quasi aus dem zum Weltkulturerbe zählenden Diokletianspalast. Man meint wirklich, dass man mitten durch die Antike wandert. Aus dem Mausoleum des Kaisers ist dann - Gerechtigkeit der Geschichte - die Kathedrale entstanden:
Die Besichtigungssituation ist allerdings ziemlich daneben: Man betritt die Kathedrale durch den Chorraum und schlängelt sich dann an dem Volksaltarmöbel vorbei. Geht gar nicht. Fotografieren ist verboten, vielleicht deshalb ;)
Nach gut einer Stunde Überfahrt mit dem Katamaran landet man dann in einem Gesamtkunstwerk aus Licht, Landschaft, Wasser, Architektur und Lebensfreude:
Diese Kirche ist nicht nur seit über 800 Jahren eine veritable Kathedrale und Bischofssitz, hier wirkt auch der kroatische Willi Hoffsümmer (kennt den noch jemand?) der sonntäglichen Kinderkatechesen. Aber es ist für alle erträglich: Immerhin hält er sich in allem ans Messbuch und hier sind die Menschen auch schlau genug für drei Lesungen (was man den Leuten im deutschsprachigen Raum ja nicht zumuten kann...)

Was eine "Bismark-Pizza" ist, habe ich nicht herausbekommen. Vielleicht etwas mit Heringen? Aber als Ultramontaner wollte ich auch keine bestellen...
 Hier noch einige Inseleindrücke:
 Eine Gottesanbeterin. Das Männchen war irgendwie weg...

Das hier ist jetzt das Franziskanerkloster. Franziskaner gibt es in Kroatien ja wie bei uns im Ruhrgebiet früher Vinzentinerinnen: Fast überall. Im Kreuzgang finden im Sommer schöne Konzerte statt. Wir haben dort einen traditionellen dalmatinischen Männerchor, einen sog. "Klapa" gehört, was ob der Stimmfülle sehr eindrucksvoll war.
Die Lagerung mancher Gegenstände im Klostermuseum lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Bei allem notwendigen Respekt fällt mir dabei das Stichwort "Weltraumschrott" ein...
Apropos Weltraumschrott: Bei wenigen deutschen Programmen im Fernsehen und Party auf der Hotelterasse unter meinem Zimmerfenster habe ich am Sonntag spätabends nicht nur nach Jahren mal wieder "Die Brücke von Arnheim" auf 3-Sat gesehen (wunderbar: "Die Alliierten kommen, Herr Generalfeldmarschall!" - "Ach was, jetzt gehen wir erstmal essen!"),
sondern davor den skurillen Dokumentarfilm "Die Mondverschwörung". Echt empfehlenswert: Ein amerikanischer Journalist reist durch Deutschland (ähnlich wie damals Borat in den USA, nur seriös) und interviewt deutsche Verschwörungstheoretiker. Es geht um Außerirdische, Kondensstreifen, vergiftete Euros, Plutonium, Hitler am Südpol, Reichsflugscheiben, Neuschwabenland, die Wewelsburg und vieles mehr. Und natürlich die freimaurerisch-kapitalistisch-jüdische Weltverschwörung. Zumindest im religiösen Bereich meine ich mich mit solchen seltsamen Ansichten auszukennen. Aber der Film hat mich wegen der missionarischen Ernsthaftigkeit der Beteiligten wirklich noch einmal beeindruckt. Hier hätten nur noch die Piusbrüder und die Sedis gefehlt, aber vielleicht waren sie ja ganz zu Beginn im Interview, ich konnte erst nach der dalmatinischen Fischplatte einschalten;)


Zum Schluss noch einmal Split. Hier saß ich dann heute morgen mit Espresso und Zigarette und war echt froh, noch einmal dem westfälischen Herbstanfang für ein paar Tage entkommen zu sein!
Trotzdem schön wieder zuhause zu sein!

Wieder da!

Vielleicht hats der ein oder die andere gemerkt, hier war es in den letzten Tagen etwas ruhiger. Es hat uns noch einmal in die südliche Sonne gezogen, genauer gesagt auf eine dalmatinische Insel, und es gibt viel zu berichten: Dass es auch kroatische Erklärbärpfarrer gibt z.B., oder von weißbiersuchenden Bayern, von Südafrikanern aus Oberhausen, arroganten Amerikanern, vornehmen Engländern oder bombenlegenden Westfalen...
Aber jetzt erst mal Koffer auspacken, Mucki begrüßen, Bier aufmachen und Bilder hochladen.
Also bei nächster Gelegenheit mehr!

Sonntag, 16. September 2012

So ist's recht...

Ein kurzer Rückblick auf den Tag der Ewigen Anbetung am Gedächtnis der Schmerzen Mariens:
Messformular vom Tag, also keine VAM. Der Liedplan:
Zu Beginn GL 584: "Christi Mutter stand mit Schmerzen" (passend zum Fest, dabei wurde auch die hinten in der Kirche stehende Pieta inzensiert, eine gute Idee!)
Kyrie aus der X. Choralmesse "Alme pater", GL 419, die auch an Marienfesten vorgesehen ist. Mit ihrer Melancholie halte ich sie für eine der schönsten Choralmessen.
Gloria GL-PB 817: Wenn schon Paraphrase, dann ist das Paderborner "Es jubelt aller Engel Chor" an Heiligenfesten richtig gut passend.
Zwischengesang: Sequenz "Stabat mater" aus dem Graduale (für die Leute übersetzt, erklärt und mit einigen meditativen Anregungen ausgelegt)
Kein Credo (liturgisch richtig, da am Fest nicht vorgesehen)
Sanctus und Agnus Dei wieder aus der Choralmesse GL 420/421
Communio: "Qui manducat carnem meam" aus dem Graduale

Und jetzt wirds nochmal richtig nett:
Nach dem Schlußgebet Wechsel in den Chormantel und Aussetzung des Allerheiligsten, dazu GL-PB 864: "Wir beten an, dich wahres Engelsbrot"
Gebet für den Frieden, GL 789, 2 unter Auslassung des nervigen "Das zweite Vatikanische Konzil sagt..."
"Te deum" GL 257 mit allem was läuten oder schellen kann
"Ecce panis angelorum", GL-PB 865, dreimal gesteigert (wunderbar, vor allem das völlig unkorrekte "non mittendus canibus")
"Tantum ergo", GL 543, 5;6, viel schöner als GL 541
"Panem de caelo" und Oration - manches geht eben nur auf Latein...
Sakramentaler Segen und zum Schluß "Salve Regina" GL 570.

Ich bin ja bei Gottesdiensten und Liturgie immer ziemlich anspruchsvoll und häufig auch recht kritisch, vielleicht manchmal zu sehr. Aber gestern abend habe ich mich nach langer Zeit wieder einmal dabei erwischt, dass es mir richtig gut gefallen hat. Vielleicht auch, weil für hiesige Verhältnisse relativ wenig geredet wurde und das, was gesagt wurde, sinnvoll war. Und natürlich die Musik. Da merke ich auch, wie meilenweit weg ich von NGL, Gospel oder frommen Kitschliedern bin. Das macht mir aber gar nichts. Gestern abend habe ich mir dann jedenfalls zum Abschluss in bester Sonntagsstimmung noch ein Bier aufgemacht, die anderen haben es wahrscheinlich noch stilvoller im "Marieneck" ausklingen lassen...
Also manchmal macht Katholischsein auch mal wieder richtig Spaß.

Ach ja, in meiner Heimatwohnortgemeinde war übrigens Pfarrfest: Man merkte es an dem betörenden Duft von Rohkost und Kamillentee...   

Freitag, 14. September 2012

15. September: Gedächtnis der Schmerzen Mariens

Die Verehrung der „Sieben Schmerzen Mariens“ ist im Zusammenhang mit dem vorausgehenden Fest Kreuzerhöhung und der mittelalterlichen Passionsfrömmigkeit zu verstehen. In Deutschland wurde das Fest vereinzelt im 15. Jahrhundert gefeiert, so in Köln und Erfurt, dort findet sich übrigens auch eine der ältesten Pieta-Figuren, also die Darstellung Mariens die ihren toten Sohn betrauert. 1667 wurde die Feier des Festes dem Servitenorden gestattet, 1814 von Pius VII. allgemein eingeführt. Als „Sieben Schmerzen Mariens“ werden bezeichnet: 1. die Weissagung Simeons, ihr werde „ein Schwert durch die Seele dringen“; 2. die Flucht nach Ägypten; 3. das dreitägige Suchen nach Jesus bei der Wallfahrt nach Jerusalem; 4. der Weg nach Golgota; 5. die Kreuzigung Jesu; 6. die Abnahme Jesu vom Kreuz; 7. die Grablegung Jesu.
Unser Bild zeigt das Gnadenbild im Kloster Stiepel.
Am heutigen Fest ist in der Liturgie eine Sequenz vorgesehen. Sequenzen sind besondere zum Festgeheimnis passende Gesänge, die an einigen wenigen Tagen im Jahr vor dem Evangelium gesungen werden. So gibt es eine Oster-, Pfingst- und Fronleichnamssequenz, oder das düster-hoffnungsvolle „Dies irae“ des Requiems. Heute beginnt die Sequenz mit den Worten „Stabat mater“ und besingt das Stehen Marias unter dem Kreuz ihres Sohnes. Die Verfasserschaft dieser Sequenz ist ungeklärt, sie läßt sich aber bis ins hohe Mittelalter zurückverfolgen. Viele berühmte Komponisten haben sie vertont, so z.B. Palestrina, Bach, Dvorak, Verdi oder in jüngster Zeit Arvo Pärt.
Edith Stein, die hl. Theresia Benedicta a cruce, hat an Karfreitag 1935 über die Textzeile „Iuxta crucem tecum stare“ ein Mariengebet geschrieben, aus dem ich heute einen Ausschnitt wiedergeben möchte:

„Heut hab’ ich unterm Kreuz mit Dir gestanden und hab’ so deutlich wie noch nie empfunden, dass unterm Kreuz Du unsre Mutter worden. (…) Du kennst uns alle: unsre Wunden, unsre Schäden, kennst auch den Himmelsglanz, den Deines Sohnes Liebe um uns ergießen möchte in der ew’gen Klarheit. So lenkst Du sorgsam unsre Schritte. Kein Preis ist Dir zu hoch, um uns ans Ziel zu führen (…)“

In den dunklen Stunden unseres Lebens dürfen wir uns mit Maria unter das Kreuz Christi stellen. Wir dürfen uns trösten mit dem Blick auf das Kreuz: Der Herr geht auch die Wege des Leidens mit uns, denn er ist sie selbst gegangen. Er lässt uns nicht allein. Er hat Leiden und Kreuz überwunden und damit auch uns eine Perspektive eröffnet: „Himmelsglanz.“

Donnerstag, 13. September 2012

14. September: Fest Kreuzerhöhung

Vor einigen Jahren habe ich auf dem Trödel diese Kreuzigungsgruppe erstanden:

Ich weiß, sie ist nicht sonderlich viel wert, hat keine künstlerische Bedeutung und ist auch vermackt und arg ramponiert. Aber ich habe sie in meinem Büro aufgehangen. Denn oft begegne ich Menschen, denen es ähnlich geht: Wertlos, bedeutungslos, vermackt, arg ramponiert, vielleicht geht es mir ja manchmal selber so. Manche bringen sich selbst in einen solchen Zustand, manche werden von anderen dazu gebracht. Und da kann man nicht gleich mit dem Himmel um die Ecke kommen, nein, manchmal muss man einfach erst einmal unter dem Kreuz stehen. Man braucht auch nicht das Kreuz zu ersehnen oder sich selbst Kreuze auferlegen. Das passiert schon von allein und manchmal schneller und schwerer als man denkt.
Aber ich kann darauf vertrauen, dass ich in den tiefsten Verstiegenheiten und dunkelsten Stunden meines Lebens nicht allein bin, dass Gott diese Wege mit mir geht weil er sie selbst aus Liebe zu mir gegangen ist: Jesus Christus am Kreuz - wertlos, bedeutungslos, vermackt, arg ramponiert.
Und gerade dort am Tiefpunkt wird das Kreuz zum Siegeszeichen: "Des Königs Banner wallt empor, hell strahlt das heilge Kreuz hervor, daran den Tod das Leben litt und Leben durch den Tod erstritt", heißt es im Hymnus. Aus dem Tod wächst das Leben, aus dem Kreuz die Hoffnung. Nichts und niemand ist vor Gott wertlos und bedeutungslos. Und auch meine vermackten und ramponierten Stellen kann ich ihm anvertrauen.
Das kann Hoffnung geben über das Leid hinaus: "O Kreuz, du einzger Trost im Leid, Gruß dir in dieser Leidenszeit! Vermehr den Frommen Gottes Gnad und tilg der Sünder Missetat!"
Es kann Hoffnung geben, es muss es nicht. Ich kann es verstehen, wenn jemand das nicht oder noch nicht als Trost annehmen kann. Warum auch? Manches wiegt zu schwer, zu ungerecht, als ob es jemand tragen könnte. Wenn mir so etwas passieren sollte, dann, o Herr, bewahre mich vor den lauten Missionaren, ich könnte sie nur noch verachten. Schicke mir lieber die stillen Tröster.
Wir werden uns in das Geheimnis des Kreuzes immer wieder hineinfinden müssen. 

Gut, dass uns Tage wie "Kreuzerhöhung" daran erinnern.

Fremdkörper oder Wurzel - Christentum in Europa

Eine wirklich bemerkenswerte Rede hat der Wiener Kardinal Schönborn gestern beim St.-Michaelsempfang der Deutschen Bischofskonferenz gehalten. Sie ist hier zu finden.
Für mich einer der besten Beiträge zu diesem Thema in der letzten Zeit!

Johannes Chrysostomos: Weggemobbt!

Zweimal wurde der heutige Tagesheilige in die Verbannung geschickt: Beim ersten Mal betrieb die Kaiserin in Konstantinopel die Absetzung des Patriarchen wegen seiner unliebsamen Kritik am luxuriösen Lebensstil der reichen Damen. Johannes konnte zwar bald zurückkehren, aber eine zweite Ausweisung war endgültig: Er wurde nach Armenien verbracht und sollte von dort an das Ostufer des schwarzen Meeres transportiert werden. Auf dem Weg dorthin starb er an Erschöpfung.
Gibt es das heute noch, jemanden "in die Verbannung schicken"? - Ich glaube ja, nur nennen wir es heute anders, z.B. "Mobbing". Aber im Grunde ist es das Gleiche: Menschen werden schlecht gemacht, über sie wird hergezogen, ihre Arbeit wird ungerechtfertigt kritisiert, sie werden gemieden, ja, sie werden gleichsam in die Verbannung geschickt. Und das alles ganz geschickt und subtil, denn man kennt sich mit dem Thema ja bestens aus. Die einen machen es, die anderen sehen zu, keiner tut etwas dagegen.
"Gott sei für alles gepriesen", das waren die letzten Worte des hl. Johannes Chrysostomos. Das werden diejenigen an die ich gerade denke nicht sagen können.

Mittwoch, 12. September 2012

Das politisch unkorrekte Patrozinium

Ein abendlicher Blick auf die Pfarrkirche. Gleich beginnt unsere Choralscholaprobe. Wir üben für das "Gedächtnis der Schmerzen Mariens" am Samstag, da ist hier nämlich Ewige Anbetung und wir singen in der Abendmesse, u.a. die ganze Sequenz, was nicht ganz einfach ist.

Die Kirche hat das wunderbar unkorrekte Patrozinium "Unsere Liebe Frau vom Siege", das erinnert, heute an "Mariä Namen" auch nicht ganz unpassend, an den Sieg bei Lepanto. Gefeiert wird am Rosenkranzfest. Nett, oder?

Dienstag, 11. September 2012

Nur ein paar Bilder...

Für große Texte reicht im Moment die Zeit nicht, aber dafür ein paar Bilder. Gestern war ich dienstlich im St. Elisabeth-Krankenhaus in Herten. Sobald man "übern Kanal" ist, fängt eine andere Welt an: das Münsterland!
Hier einige Bilder aus der von H.G. Bücker gestalteten Kapelle:




Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Tag!

Sonntag, 9. September 2012

Sonntagssplitter...

Gestern ein Gespräch mit dem 8-jährigen Matthias, 2. Klasse Grundschule: "Na, wie ist es denn so in der Schule?" - "Och, ganz gut! Nur im Reliunterricht ist es schwierig!" - "Ach, wieso denn?" - "Weil der Lehrer soviel redet. Der kommt rein und redet dann schon ohne Ende. Wie sollen wir Kinder was lernen, wenn wir nichts sagen dürfen?"
Schade, dass Matthias noch zu jung fürs bloggen ist, das könnte richtig interessant werden...

Und dann ist mal wieder "Er" ein unerschöpfliches Thema: "Er", diese geniale Kombination aus dem Erklärbären, dem Schlauschlumpf und Cindy aus Marzahn, dieser altmeisterliche Lehrer Rahners, Ratzingers und Küngs, dieser Erbwalter des neuen Pfingsten, der leidende Seelenverwandte aller ZulehnerInnen und Breitenbäche dieser Welt, "Er", der Wilhelm Tell und Günter Wallraff der Institutionen, der ostwestfälische Mandela, der Dalai Llama des Ruhrgebiets, der Käßmann aller Bedrückten und Bedrängten, der Schwergewichtsmeister in der Klerusklasse, der Semino Rossi der Kirchenmusik, der Karl Moik der Hochämter, der Daniel Düsentrieb der Liturgie.
Lieber Freund, wie kannst Du denn da ketzerisch nach der Gültigkeit der Messe fragen? Hier ist staunende Bewunderung angesagt!

Freitag, 7. September 2012

Erst katholisch und dann christlich

"Vielleicht sind wir immer noch ein wenig überrascht, dass im Gottesdienst bereits das Gottesreich Wirklichkeit werden soll. Warum sieht man denn so wenig davon? Der bloße Handschlag beim Friedensgruß, das Gehen zur Kommunionbank - das soll es schon sein? Die Theologie hat auf diese Schwierigkeit hin eine wichtige Unterscheidung formuliert: 'Insofern das Werk getan wird' (ex opere operato), ist dort Gottesreich. 'Insofern die Handelnden das Werk persönlich vollziehen' (ex opere operantis) ist aber längst noch nicht überall Gottesreich. Der Gottesdienst und das ganze Leben der Kirche zielen jedoch darauf ab, dass die Differenz zwischen den beiden Dimensionen minimiert wird. Man ist gewissermaßen erst katholisch und dann christlich: Die Teilnahme an den Vollzügen der Kirche führt, so ist es jedenfalls gedacht, immer tiefer in das Leben des Gottesreiches hinein. Das Leben in der Kirche verwandelt die Menschen nach und nach von der amtlich gegebenen Realität zur persönlichen Realität."

Thomas Ruster: Glauben macht den Unterschied, München 2010, 165.

Oje, erkläre das mal einem Protestanten... Und dabei ist Thomas Ruster nun wirklich keiner der konservativen Professoren. Der politische Ökumene-Aufruf war für mich die Luftblase der Woche: Von anderen fordern, was man selbst nicht hinkriegt: CSDPU- GG: Die Christlich-sozial-demokratische-Partei-Union-Grün-gelb...

Mit dem "Muck-Bild" der Woche wünsche ich allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins Wochenende! (Übrigens: Wenn man Mucki so Tag für Tag erlebt, kann der nur katholisch sein...)

Mittwoch, 5. September 2012

Waschanlage und Liturgie

Es gibt eine Waschanlage in die ich recht gerne fahre, nicht nur, weil sie das Auto gut säubert und über einen inzwischen leider selten gewordenen Schuhputzautomaten verfügt, sondern weil sie damals auf einem Brachgelände gebaut worden ist und man beim Bau auf Fundamente einstmals kriegszerstörter Häuser gestoßen ist. Und wenn man den Gang an der Waschanlage entlang geht, kann man einen Blick auf die übriggebliebenden schönen alten Fliesen werfen:
Da kam mir vorhin so ein Gedanke: Vielleicht ist es wie mit unserer modernen Liturgie: Wir bieten wie das "House of carwash" ein Rundum-Wohlfühl-Paket mit "Happy hour" - auch gerne auf Englisch - und laufen dabei achtlos über Fundamente hinweg, die meist viel schöner, feiner, faszinierender und durchdachter sind als die Konstruktionen die wir uns heute einfallen lassen...

Dienstag, 4. September 2012

Das hat noch gefehlt...

Ich finde, das hier gehört hinter jede ordentliche Sakristei:

4. September: Ida von Herzfeld: Der lebendige Kontakt mit Gott

Heute gedenken die westfälischen Bistümer der hl. Ida von Herzfeld. Sie war Gemahlin des Sachsenherzogs Egbert und führte, wie es so schön in den Heiligenviten heißt,  "ein Leben der Frömmigkeit, Buße und Nächstenliebe". Zwei ihrer Brüder und ein Sohn waren Abt von Corvey, ihre Tochter Gründungsäbtissin von Herford. Ida verbrachte ihr Lebensende bei der gemeinsam mit ihrem Mann gegründeten Kirche in Herzfeld, wo sie wahrscheinlich am 4. September 825 starb. Bischof Dodo von Münster erhob die Gebeine um 980.
Ein Besuch in der St. Ida-Kirche in Herzfeld mit ihrer gut erhaltenen neugotischen Ausstattung und dem modern gestalteten Ida-Grab ist wirklich lohnenswert!

In der Paderborner Lesehore ist als zweite Lesung ein interessanter Text des 1983 verstorbenen ehem. Konviktsdirektors und Patrologieprofessors Friedrich Normann angegeben. Es geht darum, ob die Kirche nicht ein "erbärmliches Schuldbewußtsein züchtet" und damit "eine unheimliche Macht über das menschliche Gewissen ausübt" , ja sogar "Lebt sie vielleicht nur von der Sündenangst?" - Irgendwie aktuell, oder? -
Normann schreibt: "Die Antwort wissen die Heiligen. Sie ist ablesbar an ihrem Leben. Je lebendiger ihr Kontakt mit Gott wurde, um so größer wurde er für sie, aber auch um so herrlicher, um so liebenswerter. Je tiefer sie sich freuten an seiner Lebensfülle, um so mehr auch erfuhren sie ihre eigene Unzulänglichkeit. Darum haben die Heiligen auch das stärkere Sündenbewußtsein, nicht etwa die Schwerverbrecher, die Gott kaum kennen, oder die gedankenlosen Menschen, welche 'die Sünde trinken wie Wasser'. Je mehr ich Gott erlebe, um so mehr muß mich alles schmerzen, was mich von ihm trennt. Solches Leid wird mich dann nicht niederknüppeln, es soll mir vielmehr einen Aufschwung geben zur Bekehrung. Unser Gück besteht darin, daß Gott uns 'trotzdem liebt'. Er ist in Jesus Christus sogar mit unwiderruflicher Liebe auf mich zugekommen, er ist allezeit offen für mich geworden. Wenn ich mich 'berge in seinen Wunden', bleibt mein Leben nicht steril, vielmehr sind dann auch meine Werke fruchtbar, 'denn sie sind in Gott getan'."

Die Tagesoration lautet:
"Vater im Himmel, du hast uns die heilige Ida zur Fürsprecherin gegeben. Als Frau und Mutter war sie ihrer Familie Vorbild im Glauben, als Witwe gab sie ein Beispiel der Frömmigkeit und Nächstenliebe. Gib auch uns die Kraft, dir in unserem Stand und Beruf treu zu dienen. Darum bitten wir durch Jesus Christus."

Hoffentlich hat sie als Witwe nicht "Frau und Mutter" gelesen ;)

Montag, 3. September 2012

3. September: Gregor der Große und die Ökumene

Neulich habe ich, auch interessant zum momentan aufkochenden Thema Ökumene, von meiner evangelischen Kollegin ein schönes Kompliment bekommen: Sie habe die Heiligen bislang immer für "Lachnummern" (wörtlich) gehalten und es habe sich für Sie durch meine z.T. auch hier wiedergegebenen Heiligenbetrachtungen in der Zeitung und den Mittagsgebeten eine "ganz neue Welt erschlossen" (auch wörtlich). So kann Ökumene gehen, denn auch von ihr habe ich wirklich viel gelernt wofür ich sehr dankbar bin.

Der heutige Tagesheilige, Papst Gregor der Große, ist für die Aktualität der Heiligen auch ein gutes Beispiel. In der heutigen Lesehore beklagt er sich über seine vielen Aufgaben und Tätigkeiten und sagt: "Ist aber der Geist gespalten und zerrissen und gezwungen, so viele und wichtige Dinge zu bedenken, wann soll er sich dann auf sich selbst zurückziehen (...)?"
Genau das war heute auch Gesprächsthema in der Klinik: In der Zeit von hamsterradartiger Arbeitsverdichtung bei ständiger Erreichbarkeit und dazu völlig verplanter Restfreizeit zu sich zu kommen. Ungespalten und ganz sein. Bei mir selbst sein. Geht das? Sich auf sich selbst zurückziehen? Sich von den "vielen und wichtigen Dingen" trennen? Darf ich das? Kann ich das? Und will ich das denn wirklich? Entdecke ich dann nicht möglicherweise Dinge die ich lieber verdrängen möchte? Wie ist das denn "auf mich selbst zurückgezogen"? Langweilig? Kann ich mit mir selbst etwas anfangen? Und wie wichtig sind die Dinge wirklich?

Ach Gregor, Du bist sowas von aktuell...

Guter Gott, hilf mir, auf die Fürsprache des heiligen Papstes Gregor, meine inneren Spaltungen zu überwinden. Ich möchte nicht zerrissen sein und bin es dennoch. Hilf mir dabei, bei mir selbst zu sein und das auch auszuhalten. Ich weiß, letztlich bist Du es, der alles zum Guten zusammenführt. Gib mir den Blick und den Mut, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu können. So wie Du mich annimmst, so lass mich auch mich selbst annehmen lernen. Du hast mich als Dein Abbild geschaffen und so sind wir beide dafür verantwortlich. Gib, dass ich meinen Teil tun kann und lass mich Deinen Anteil spüren. Amen.

Das wäre der erste Schritt zur Ökumene. Zumindest mit mir selbst.
Und das ist der größte Schritt, alles andere ergibt sich dann.

Sonntag, 2. September 2012

Komm zur Ruhr - unter Dampf!

Heute morgen bei der Fahrradtour: Der Museumszug der Deutschen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (DGEG) auf der Ruhrtalbahn:

Die P8 ist wohl eine der gelungensten preußischen Personenzuglokomotiven. Zwischen 1906 und 1928 wurden 3561 Exemplare gebaut. Die 38 2267 des Eisenbahnmuseums Dahlhausen wurde 1918 bei Henschel gefertigt und war viele Jahre beim Bw Erfurt stationiert. 1971 als Denkmallokomotive aufgestellt, wurde sie 1992 reaktiviert und steht seitdem als Museumslok zur Verfügung. Sie hat eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h, 1180 PS Leistung, ist 18,5 m lang und kann im Tender 7 to Kohle mitnehmen. Die Treibräder haben einen Durchmesser von 1,75 m.
Also schon richtig groß. Es ist wirklich faszinierend so eine Dampflok zu erleben. Ein Rentner mit dem ich kurz ins Gespräch kam, meinte, es sei wichtig, dass es so etwas gibt, denn sonst könnten sich ja nachfolgende Generationen nichts mehr unter einer Dampflok vorstellen. Wie wahr. Manchmal komme ich mir mit meinen Ansichten über Glaube und Kirche ähnlich vor: Irgendwie museal. Aber immerhin ausreichend PS.
Einen schönen Sonntag!

Samstag, 1. September 2012

Die 589. Zwiebelkirmes hat begonnen!

Seit gestern läuft bei uns die Zwiebelkirmes, und das nun schon zum 589. Mal. Früher hieß sie einmal "Ägidienkirmes", weil am Sonntag nach Ägidi, also nach dem 1. September, eine große Prozession mit einem wundertätigen Gnadenbild und anschließender Kirmes stattfand. Wer mag, kann das hier genauer nachlesen.
Heute hat das alles nichts mehr mit Kirche zu tun. Aber könnte man es nicht wiederbeleben? Wenn schon nicht mit Prozession und Gnadenbild, wäre doch wenigstens ein ökumenischer Gottesdienst am Samstag zum Kirmesauftakt nicht schlecht. Auf der Cranger Kirmes klappt das. Aber bei der heillosen Zerstrittenheit unseres Klerus sehe ich da wenig Chancen. Wir haben es ja erst vor kurzem erlebt: Wer sich mit einer guten Idee aus der mehltauartigen Erstarrung wagt, wird gnadenlos zerrissen. Wohlgemerkt von Mitbrüdern.
Da bleibe ich doch lieber bei meiner Zwiebel.

Komm zur Ruhr - es wird Herbst!

Ab heute bläst Aegyd in sein Horn und der Sommer verabschiedet sich. Die Bilder von der Fahrradtour heute morgen zeigen es eindeutig:

Der Herbst ist eine Zeit des Abschieds. So auch hier, das alte Haus wird demnächst abgerissen:

Abgerissen wird es wohl nicht, aber Priesteramtskandidaten hat es trotzdem keine: Das Theologenkonvikt des Bistums Essen in der Nähe der Ruhr-Universität Bochum. An der Lage kanns nicht liegen...

Haus Kemnade, eine stattliche Wasserburg. Innen kann man u.a. eine umfangreiche Instrumentensammlung besichtigen und auch die Gastronomie ist einen Besuch wert.



Bei soviel herbstlichem Abschied finde ich die Inschrift dieses alten Grabsteins sehr tröstlich:
Allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende!

"Du läßt uns die Auferstehung erfahren" - Zum Tod von Carlo M. Martini

"Herr, ich danke dir, denn du läßt uns den Geist erfahren und damit auch die Auferstehung. Ich danke dir, weil du in der Schrift, in der Eucharistie, in der Brüderlichkeit, im Guten, das wir empfangen, in den charismatischen Gaben und in all dem, was in der Kirche Leben ist, uns die Auferstehung erfahren läßt: in der Vergebung, Tröstung, gegenseitiger Ermutigung, in der Fähigkeit, Prüfungen zu bestehen, und in der Hoffnung, die du in verzweifeltsten Situationen weckst. Ich danke dir, Herr, weil du auch heute dich als Auferstandener bezeugst.
Jesus, laß uns dich erkennen, öffne unsere Augen, damit wir dich erblicken können. Laß uns die Wahrheit, die wir erfahren, einfach und klar, aber auch mutig zum Ausdruck bringen, damit sie für die anderen klar, erhellend, befeuernd ist."

Carlo M. Martini: Was allein notwendig ist - Jesusnachfolge nach dem Lukasevangelium, orig. it. 1983, dt. 1984, 239