Freitag, 18. Januar 2013

Der liturgische Alltag eines Bischofs...

Aus den Hinweisen eines westfälischen Weihbischofs zu den Firmungsgottesdiensten:

- Die biblischen Lesungen können nicht durch nicht biblische Texte (Geschichten etc.) ersetzt werden.
- Das Glaubensbekenntnis der Firmbewerber als Tauferneuerung wird grundsätzlich in der vorgeschriebenen Frage- und Antwortform durchgeführt. Ich bitte, am Text des Glaubensbekenntnisses keine Veränderungen vorzunehmen.
- Selbstverständlich kann nur ein approbierter Messkanon verwendet werden.

Eigentlich selbstverständlich, oder? Das und noch einiges mehr gibt der Bischof seinen Priestern und Gemeindereferentinnen und -referenten mit auf den Weg. Er muss wohl schon viel erlebt haben...

Kommentare:

  1. Vermutlich gar nicht selbstverständlich, wenn ich mir den täglichen liturgischen Wahnsinn so anschaue. Dann nehme ich noch mal eine exemplarische Firmvorbereitung dazu, zwei Nachmittage "Sozialstunden", zwei Gottesdienste (einer davon in der Jugendkirche) und schon stehen unsere Jugendlichen vor dem Bischof. Da wundert mich eine solche Handreichung gar nicht. Den Priestern und Gemeindereferenten wird'S recht sein, sie können schön sagen, wir hätten's ja anders gemacht, aber der Bischof hat es uns so vorgeschrieben. Noch Fragen, wer da der Böse ist?

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  2. Der Bischof ist in diesem Fall sicher gern "der Böse", wenn dadurch obiges sichergestellt wird. Daß solche Verlautbarungen offenbar nötig sind, hab ich auch schon mitbekommen, wenn von anderen geplante Gottesdienste hierzukirch stattfinden. Da ist auch schon mal das Lamm Gottes durch ein vorgesungenes Band-Tralala (mit anderem Text) ersetzt worden, worauf ein Bischof ergrimmt das Lamm Gottes selber angestimmt hat, der Gesang der Band vertröpfelte. Nach dem Gottesdienst dann der Hinweis, man möge bitte dafür sorgen, daß das nicht wieder vorkomme. "Aber wenn es in deren Liederheften schon so steht?!" Soifz.

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  3. Muß der firmende Bischof nicht den Gottesdienstablauf vorher "absegnen"? Ich kenne es so, daß man alles vorher einreichen muß - und wenn irgendwas nicht ok ist, wird es rechtzeitig geändert - bevor man die Liedhefte druckt.
    Aber traurig ist, daß das überhaupt nötig ist.

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    1. Ja, ist hier auch so: Die Gottesdienstabläufe müssen 14 Tage vorher eingereicht werden. Aber stell' dir das Theater vor, wenn der Entwurf korrigiert zurückkommt, dann wird wieder "Zensur!" geschrieen...

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    2. Doch, eingereicht werden muß vorher schon. Der Bischof hat aber eigentlich jemanden, der darauf schauen soll. Irgendwo auf diesem Weg scheint da die Qualitätskontrolle versagt zu haben.

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  4. Wenn das zu den Medien durchsickert!
    Da lässt sich doch schnell ein kleiner Skandal konstruieren:
    Eine Firmlingin (ein Muß wegen der "Frauenfrage") hat sich für diesen so schönen Tag ein wunderschönes Lied gewünscht. Das Pastoralteam steht voll hinter dem Wunsch und dann kommt der Brief des "romtreuen" und "erzkonservativen" Bischofs, der das nach der Art der Inquisition verbietet und die enttäuschten Firmlinge fundamentalistisch auf die traditionelle und gar nicht mehr zeitgemässe Liturgie zwangsverpflichten will...
    Dann fehlt noch ein Satz wie "Unter Tränen sagte Jenny X (Name der Redaktion bekannt): "Wir hatten so viele innovative und peppige Ideen. Und dann sowas!"

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