Donnerstag, 31. Januar 2013

Problemanzeige: Kommunionspendung außerhalb der Eucharistiefeier

"Wieso, den brauchen sie auch noch?" sagte der Küster zu einem auswärtigen Priester, der ihn darauf aufmerksam machte, dass er für die Eucharistiefeier auch einen Kelch benötige.
Diese Gemeinde hat seit Jahren keinen eigenen Pastor mehr, dafür aber einen dort ansässigen Gemeindereferenten N.N., den die meisten Menschen in dieser Gemeinde auch meistens nur "Pastor N.N." nennen. Dieser feiert die regelmäßigen Wortgottesdienste, oder besser "Wort-Gottes-Feiern", wie selbstverständlich mit Kommunionspendung, auch die Gottesdienste in der Kirche, die den dann von ihm durchgeführten Beisetzungen vorausgehen.
Vor vielen Jahren bereits habe ich mich als junger Theologe bei einem Konveniat furchtbar mit einem pensionierten Revolutionspfarrer in die Wolle gekriegt, als ich anmerkte, bei Wortgottesdiensten sei es normalerweise sinnvoll, auf die Kommunionspendung zu verzichten. Für wie blöd ich denn die Gemeinden halten würde, wurde ich aufbrausend gefragt, und wie arrogant ich denn sei zu meinen, dass die Menschen den Unterschied zur Messe nicht merken würden.
Dazu kann ich auch heute nur sagen: Ich halte die Gemeinden nicht für blöd, ob ich arrogant bin mögen andere beurteilen, aber dass der Unterschied zur Messe nicht mehr erkannt wird, dazu stehe ich nach wie vor.
Natürlich hat die Kommunionspendung außerhalb der Eucharistiefeier ihren Platz, bei der Krankenkommunion, oder z.B. bei Wortgottesdiensten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Aber nicht als regelmäßiger "Messersatz" in einer normalen Kirchengemeinde!

Trost: Auch wieder nicht in St. Kamillentee ;)

Kommentare:

  1. Von allem anderen abgesehen: daß ein Küster nicht weiß, was zur Heiligen Messe gebraucht wird, finde ich schon ein wenig schräg. Auch bei einem ehrenamtlichen.

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  2. Stimmt. Aber eben jener Priester hat es mir gestern glaubwürdig berichtet.

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  3. Die Frage nach der Kommunionfeier stand bei uns neulich auch im Raum (beim Thema "Notfallplan für eine Wort-Gottes-Feier, falls der Priester nicht auftaucht") - die Lösung war nicht eine theologische, sondern eine praktische: Wenn genug Hostien im Tabernakel sind, mit Kommunionfeier, wenn nicht, dann ohne.

    Ich habe aus verschiedenen Gründen lieber nichts dazu gesagt und hoffe nun, daß im Fall des Falles nicht genug Hostien da sind...
    Die meisten Leute erkennen den Unterschied nicht (wenn man sich mal GL 370, insbes. Abschnitt 4, anschaut, sieht man ein gutes Beispiel dafür, wie zur scheinbaren Einebnung dieses Unterschieds auch noch fleißig beigetragen wird).
    Überhaupt habe ich allgemein den Eindruck, daß die Leute - wenngleich sicher nicht blöd - so doch zu manchen Glaubens-/Liturgie-Themen einfach schlecht informiert sind - schade.

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