Sonntag, 17. Februar 2013

Das "Pippi-Langstrumpf-Syndrom" oder: "Ich strick' mir eine Kirche..."

Jedes Jahr am ersten Fastensonntag verwöhnt uns der Erzbischof mit seinem Fastenhirtenbrief. Immerhin nicht mehr so lang wie sein verehrter Vorgänger, da musste der Hirtenbrief schon mal auf zwei Sonntage verteilt werden, wenn es um die Sünde ging: "Man kann nicht mehrere läßliche Sünden zu einer schweren Sünde zusammenfassen" hieß es dann.
Die Zeiten sind vorbei. Aber dass man jetzt den Hirtenbrief einer eigenen redaktionellen Überarbeitung unterzieht, die Leseordnung verändert und dann auch noch ein völlig selbstgemachtes Hochgebet mit kirchenkritischer Polemik verwendet, erinnert schon an Pippi Langstrumpf, die sich die Welt so macht, wie es ihr gefällt. Oder eben die Kirche. Allerdings selbstgestrickt: Zu eng. Zwickt unter den Armen und kratzt auf der Haut.
Ich hatte einen entfernten Onkel, der war Gebrauchtwagenhändler in Bochum. Bei der Polizei war er in den 60ern rausgeflogen, weil er ein Verhältnis mit der verheirateten Wirtin einer Fußballvereinskneipe in Herne angefangen hatte. Also machte er in Gebrauchtwagen, der windige Hund. Dem hätte ich allerdings ein Auto abgekauft, denn er stand wenigstens hinter seiner Firma. 

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