Donnerstag, 28. März 2013

Österliche Zeichen: Wasser

Mein aktueller Zeitungsbeitrag zu Ostern:

In der Feier der Osternacht, liebe Leserinnen und Leser, gibt es ein sehr archaisch anmutendes Element: Nach der Predigt nimmt der Priester die Osterkerze und senkt sie zu den Worten: „Durch deinen geliebten Sohn steige herab in dieses Wasser die Kraft des Heiligen Geistes“ dreimal in das Becken mit Taufwasser hinab. Im Außerordentlichen Ritus passiert dies noch viel umfänglicher: Der Priester betet gleichsam einen Exorzismus über das Wasser, er haucht es an, teilt es in die vier Himmelsrichtungen, bläst den griechischen Buchstaben Psi als Zeichen des Heiligen Geistes über das Wasser und fügt zuletzt noch Katechumenenöl und das heilige Chrisam hinzu.
So ein Aufwand wegen etwas Wasser?
„Es preise dich Herr, unsere Schwester, das Wasser! Es ist so nützlich und demütig, so köstlich und rein“ betet der hl. Franziskus in seinem berühmten 1224 entstandenen Sonnengesang. Romano Guardini schreibt über das Wasser: „Geheimnisvoll ist das Wasser. Schlicht, klar, selbstlos; bereit, rein zu waschen, was beschmutzt ist, zu erquicken, was dürstet. Und zugleich unergründlich, ruhelos, voller Rätsel und Gewalt; niederlockend in den Untergang. Ein Gleichnis des Lebens selbst, das so klar scheint, und so rätselhaft ist. Da verstehen wir gut, wie die Kirche es in der Taufe zum Gleichnis und Träger des neuen göttlichen Lebens macht.“ – Ostern ist seit der frühen Kirche der klassische Tauftermin, so wie die Israeliten ausgezogen sind aus der Sklaverei, so wie Christus von den Toten auferstanden ist, so werden auch wir durch die Taufe zum neuen Leben geboren, zum Leben der Gnade. Aber was bedeutet das? Es bedeutet, dass Gott uns aus Liebe dazu befähigt, Altes hinter uns zu lassen und Neues wagen zu können, dass wir uns von Gott geführt und begleitet wissen dürfen, dass wir darauf vertrauen können, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, sondern dass es eine „Hoffnung auf Herrlichkeit“ gibt. Das Wasser ist dafür ein bleibendes Zeichen.
Vielleicht denken Sie einmal daran, wenn Sie in den nächsten Tagen in unsere Kapelle oder in eine andere Kirche gehen und sich am Eingang mit dem Weihwasser segnen. Ihnen und Ihren Familien und Freunden wünsche ich ein gesegnetes Osterfest!

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