Mittwoch, 12. Juni 2013

13. Juni: Der hl. Antonius und die verlorenen Dinge

„Il Santo - Der Heilige“, so wird er in Italien einfach nur genannt. Und es ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht wie man vermuten könnte, der hl. Franziskus, sondern Antonius von Padua, der aber ein enger Weggefährte des Franziskus war. 1195 wurde Antonius in Lissabon geboren und trat mit 15 Jahren zunächst bei den Augustinerchorherren ein. Als aber 1220 die ersten Märtyrer des Franziskanerordens von Marokko nach Coimbra überführt und dort bestattet wurden, machte dies einen so tiefen Eindruck auf ihn, dass er Franziskaner wurde. Franziskus ernannte ihn zum Lehrer der Theologie in Bologna, sein eigentliches Wirkungsfeld aber wurde die Predigt. Schon 1231 starb Antonius, erschöpft von seinen übermenschlichen Anstrengungen. Sein Grab in Padua zählt zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Italiens.


Unser Bild zeigt die Wallfahrtskirche zum hl. Antonius in der Radmer, einem abgelegenen Tal in der Steiermark. Ein Freund von mir war dort vor einigen Jahren Kaplan und ich habe ihn regelmäßig zum Antoniusfest besucht. Dann füllte sich das sonst etwas verschlafene Dorf mit Wallfahrern: „O Antoni, hör uns an!“ wurde dann wieder und wieder im Wallfahrtslied  gesungen. Und es ist wirklich so, wie kaum ein anderer Heiliger wird Antonius in allen möglichen Lebensnöten um seine Fürsprache bei Gott angerufen. Interessant ist dabei, dass er auch als Helfer beim Wiederfinden verlorener Dinge gilt. Meine Großmutter z.B. war schon reichlich „tüddelig“ – den Begriff „Demenz“ gab es so im Sprachgebrauch noch nicht – und verlegte laufend irgendetwas, meist ihre dritten Zähne. Da war der hl. Antonius bei uns zu Hause sehr gefragt.
Verlorene Dinge – das sind nicht nur Zähne, Schlüssel oder Geldbeutel. Ich kann auch meine Gesundheit verlieren oder meine Arbeit, ich kann Menschen und Sicherheiten verlieren, Ziele und Perspektiven können mir abhanden geraten und manchmal ist es nicht verwunderlich, dabei dann auch die Fassung zu verlieren. Jeder hat da so seine Erfahrungen. Der hl. Antonius erinnert mich daran: Auch in diesen Situationen bin ich nicht allein. Nun merke ich das erfahrungsgemäß meist erst im Nachhinein und manchmal mag man meinen, selbst Gott sei einem verloren gegangen. Trotzdem, und dafür steht der hl. Antonius, ich gehe Gott nicht verloren. Gott ist da.

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