Montag, 3. Juni 2013

3. Juni: Johannes XXIII.: Rom ist überall

Der gebotene Gedenktag heute ist der des hl. Karl Lwanga und seiner Gefährten, Märtyrer für ihren Glauben aus Uganda, die am 3. Juni 1886 lebendig verbrannt wurden. "Von ihrem Blut getränkt, wird Afrika, frei und unabhängig, neu erstehen", so die Vision Papst Paul VI. in seiner Predigt zur Heiligsprechung. Davon sind wir weit entfernt und vielleicht sollten wir uns weniger euphorisch eher den einfachen Satz aus dem Tagesgebet zu eigen machen: "Erhöre unser Gebet für die Kirche von Afrika", denn unsere Brüder und Schwestern dort haben es wirklich bitter nötig.

Viele begeben sich aber heute auf das wesentlich bequemere und sicherere innerkirchliche Spielfeld. Das ist in keiner Weise despektierlich gegenüber dem auch von mir sehr verehrten sel. Papst Johannes XXIII. gemeint um den es heute auch geht, aber ich bin schon der Meinung, dass die Prioritäten nicht immer richtig verteilt sind. Neulich z.B. hatte ich eine sehr interessante Begegnung mit einer Dame, die beim Dialogforum "Diakonische Kirche" teilgenommen hatte und die, nun wirklich in keinster Weise konservativ, maßlos darüber enttäuscht war, dass nicht der caritativ-diakonische Auftrag der Kirche im Mittelpunkt stand, sondern wieder nur über die bekannten angeblichen "Reformthemen" diskutiert wurde. In der letzten Woche war ich bei einem "Potenzialforum Pastoral" - Wahnsinnstitel - bei dem lauter Forderungen an die "Amtskirche" gestellt wurden. Scherzkekse, hätten wir nicht alle irgendwie ein Amt in der Kirche, hätten wir wohl kaum auf der Teilnehmerliste gestanden...

Für alles das kann man Johannes XXIII. nicht vereinnahmen. Heute möchte ich aus einem Brief an seine Schwestern aus dem Jahre 1928 zitieren:
"Mit großer innerer Ruhe gehe ich an meine tägliche Arbeit. Sie hat ihre Mühsal, wenn auch weniger, als ich bei anderen sehe, die in scheinbar erstrebenswerter Stellung sind. Außerdem muß ich sagen, daß ich gern aus Rom weggegangen bin. Es verdroß mich, dort die vielen kleinen menschlichen Erbärmlichkeiten mit ansehen zu müssen. Jeder sucht einen Posten zu erhalten und Karriere zu machen und ist mit dem Geschwätz darüber beschäftigt. Welch eine Herabsetzung des Priesterlebens, nur seine eigene Bequemlichkeit im Auge zu haben, statt um die Ehre des Herrn und das Kommen seines Reiches besorgt zu sein. Betet darum, daß Euer Bruder dem Ehrgeiz nach Ansehen in der Kirche und materiellem irdischem Wohl immer fern bleibe! Auch für Euch ist das sicher besser."

Unser Fazit für heute: Rom ist überall. Auch für Laien.

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