Montag, 8. Juli 2013

8. Juli: Der hl. Kilian und Gefährten

Wenn Sie schon einmal in Würzburg waren, was ich Ihnen nur sehr empfehlen kann liebe Leserinnen und Leser, werden Ihnen der heilige Kilian und seine Gefährten auf Schritt und Tritt begegnet sein. Kilian war ein iro-schottischer Wanderbischof, der, als er gegenüber der in Würzburg ansässigen Herzogsfamilie das kirchliche Eherecht geltend machte, mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan um das Jahr 689 um seines Glaubens willen ermordet wurde. Das Märtyrergrab in der Gruft der Neumünsterkirche wurde und blieb der religiöse Mittelpunkt Frankens bis auf den heutigen Tag. Diese enge Verbundenheit wird in einem schönen alten Lied aus dem Jahre 1625 deutlich: „Wir rufen an den teuern Mann, Sankt Kilian! Sankt Kolonat und Sankt Totnan! Dich loben, dir danken deine Kinder in Franken, Sankt Kilian! In Würzburg ruht der heil’ge Mann / mit den Genossen lobesam. / Laß dir die edlen Franken dein / von Herzen anbefohlen sein!“
 

Unser Foto zeigt die Figur des heiligen Kilian auf der alten Mainbrücke in Würzburg die die Altstadt mit der Festung Marienberg auf der anderen Mainseite verbindet. Heilige sind für mich Brückenbauer. Einerseits bauen Sie eine Brücke in die Vergangenheit: Das, was Kilian und seine Gefährten vor über 1300 Jahren geglaubt haben, ist auch unser Glaube heute. Das verbindet uns durch alle Zeiten und Generationen. Ich brauche meinen Glauben nicht immer neu zu erfinden, es gibt ein Fundament auf das ich mich verlassen kann. Das nennt man dann Kirche und es ist gut, dass es sie gibt! Andererseits sind Heilige Brückenbauer zu Menschen: Mit diesem Glauben bin ich nicht allein oder lediglich rückwärtsgewandt. Der Glaube verbindet mich auch aktuell mit anderen Christen auf der ganzen Welt. Ihre Freude und Trauer, Hoffnung und Angst sind auch meine Anliegen. Und genauso darf ich sicher sein, dass alles was mich bewegt, in ihrem Gebet und Gedenken aufgehoben ist. Als letztes: Heilige sind Brückenbauer zu Gott: Von den Heiligen kann ich lernen, wie Leben gelingen kann. – Aber Moment, stimmt das? Aus rein menschlicher Sicht ist es doch beim heiligen Kilian und vielen anderen nicht wirklich gut gelaufen. Es kommt auf die Perspektive an. Mit den Augen der Ewigkeit gesehen, ist das Leben des heiligen Kilian reich und erfüllt. Heilige helfen mir beim Perspektivenwechsel. Mein Tipp: Probieren Sie es für sich einmal aus!

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