Freitag, 16. August 2013

Mit Herner Kirchen ins Wochenende...

Zuerst St. Marien in Eickel. Die alte Eickeler Pfarrkiche St. Johannes, Tochterkirche von Bochum in der Dekanie Wattenscheid, ging nach 1577 durch die Reformation verloren. Der katholischen Minderheit wurde im Religionsvergleich 1672 öffentliche Religionsausübung gestattet. Der Streit um die Simultankirche fand 1687 durch eigenen Kirchbau ein Ende, in der Zwischenzeit gab es auf Schloß Nosthusen katholischen Gottesdienst. Ab 1672 wurde die Pfarrei durch Dortmunder Minoriten verwaltet, 1836 bekam sie einen eigenen Geistlichen. Der heutige Kirchbau stammt ursprünglich aus dem Jahre 1880, nach schweren Kriegszerstörungen ist davon allerdings nur noch der Turm im Untergeschoß erhalten, das Langhaus wurde 1949/50 neu erbaut und hat danach auch schon einige Renovierungen und Umbauten erlebt:


Hier die vor einigen Jahren völlig neu erbaute Kapelle nebenan in unserem Marienhospital, viel Stahl, aber eigentlich ganz stimmungsvoll:


Herz-Jesu in Herne, eine eindrucksvolle neugotische Kirche, stammt aus den Jahren 1908-10. Hier wurde, wie so oft, der zweite Turm nach Kriegszerstörungen nicht wieder aufgebaut. Leider war sie verschlossen, liegt aber malerisch mitten in der Stadt auf der grünen Wiese:


Und zum Schluß St. Bonifatius, die Herner Hauptkirche. Die alte Pfarrkirche St. Dionysius stand unter dem Patronat der Grafen von Mark, die nach 1570 eine Besetzung der Pfarrstelle und der Vikarien mit katholischen Priestern verhinderten, so dass die Gemeinde ausstarb. Seit 1847 zogen wieder katholische Arbeiter zu, 1856 besonders solche aus Irland (hier gab es eine Zeche Shamrock). Ab 1858 fand ein Sonntagsgottesdienst von Haus Bladenhorst aus statt, der erste Kirchbau erfolgte 1859. 1887 wurde Herne von Eickel abgepfarrt. (Wovon noch heute kein echter Herner etwas wissen will). Von der 1872 erbauten und 1888 erweiterten neugotischen Pfarrkirche steht nur noch der Turm (mit Schuhgeschäft unten drin), sie hatte keine Kriegszerstörungen, wurde aber wegen angeblicher Bergschäden in den 70ern des letzten Jahrhunderts abgerissen. Die heutige Bonifatiuskirche ist Kind ihrer Zeit, d.h., wer z.B. an der Ruhr-Uni Bochum studiert, wird sich hier wiederfinden:

 
Die nachträglich angebrachte Darstellung des hl. Bonifatius stammt von H.G. Bücker. Ursprünglich war die Kirche rein betonsichtig und nicht angestrichen und die Eingangstür war rosa.
Innen geht's eigentlich, sehenswert ist die in den Neubau eingebrachte Ausstattung der alten Kirche, besonders aber auch der Mosaikfries von Sr. Erentrud Trost, OSB:


Allen Leserinnen und Lesern einen guten Start ins Wochenende!

1 Kommentar:

  1. Ach wie schön! Mit "liturgischer" Orgel zu ebener Erde vorne links.

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