Dienstag, 22. Oktober 2013

Karg - klar - klangvoll

Wenn wir heute Liturgie feiern wollen führt kein Weg zurück in das geschlossene Weltbild der Barockzeit oder das häufig mit dem Mittelalter verwechselte 19. Jahrhundert. Aber wir können auch nicht im nostalgischen Reformtraditionalismus der 70er Jahre verharren. Wir müssen uns lösen von der endlosen katechetischen Verwortung, von der penetranten Bronzekunst und vom vermeintlich gemeinschaftsstiftenden Liedchensingen. Wir können unsere Kirchen nicht mehr gestalten wie die Wohnzimmer unserer Eltern und Großeltern mit Blümchen und Deckchen. Wir können mit diesen Kirchenräumen, mit dem Licht, der Musik, dem Duft, mit unseren ganzen Symbolen nicht mehr achtlos umgehen, weil ja eh' alle kommen und sie jeder versteht. Es kommt halt eben keiner mehr einfach so. Bei mancher "Gestaltung" habe ich auch volles Verständnis wenn jemand zuhause bleibt. "Wir werden weniger, dafür müssen wir besser werden": Das gilt auch für die Art und Weise wie wir Gottesdienst feiern, natürlich zuerst einmal für mich selbst, aber auch für alle anderen Beteiligten. Einschließlich Küster.

Einen interessanten und nachdenkenswerten Versuch macht ein Freund in St. Agnes in Hamm, den ich heute besucht habe. Seht und lest selbst:
http://www.moonlightmass-hamm.de/

 



Kommentare:

  1. Es ist kein „interessanter und nachdenkenswerter Versuch“, sondern eine Katastrophe. Aber Herr Mönkebüscher scheint bei allem was er macht und sagt, Narrenfreiheit besitzen.

    Vgl. auch: Vom Priester zum Entertainer – Für Pfarrer Mönkebüscher Zölibatsende und Priesterinnen „fällig“

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    1. Das würde ich mir erst ansehen, bevor ich so urteile. Hier macht sich wenigstens jemand sehr ernsthaft und nicht ohne Zweifel Gedanken. Auch wenn sie vielleicht nicht meine sind. Aber die echten Katastrophen sehe ich woanders.

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    2. Ansehen?
      Was gibt es anzusehen, wenn nichts da ist? Wenn die Kirche leergeräumt ist? Etc.


      H. U, v, Balthasar hat es in „Die Würde der Liturgie“ sehr schön ausgedrückt und es gilt analog auch hier:
      »...Wenn ein Geschlecht keine echten religiösen Bilder für die Kirche zu schaffen vermag, soll es nicht sagen, leere Wände konzentrieren den Geist wirksamer auf das Wesentliche. Wenn wir kleine Leute geworden sind, sollten wir das Mysterium, das wir feiern, nicht auf unser Format zu reduzieren suchen. Und wenn wir weithin würdelos geworden sind, sollten wir durch unser Glaubensbekenntnis immerhin soviel Sinn für die Majestät Gottes behalten haben, daß wir dort, wo wir ihr begegnen, den Abstand noch fühlen - größere Zeitalter mögen ihn stärker gefühlt haben - und uns Gott gegenüber echt benehmen...«

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    3. Herr Niebecker, wenn Sie diese Hetzseiten lesen, den verlinkten Artikel, wenn das Ihre einzigen Quellen sind: was soll man dazu sagen?

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    4. So etwas zu sagen, finde ich schon krass.
      Zeiten haben sich geändert...
      Der eigentliche Punkt ist doch der, dass es nicht um Äußerlichkeiten geht, sondern um das Innere. Um das, was mich berührt, was ich fühle. Und das scheint dort der Fall zu sein, denn das Angebot kommt an. Wer selbst schon einmal da war, weiß, dass das wirklich berührt.
      Und außerdem muss es ja jemanden geben, der anfängt mit VERÄNDERUNGEN. Die braucht unsere Kirche nämlich dringend...

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  2. Ey, nix gegen Bronzekunst, solange sie auf Türmen hängt!

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  3. Der große leere Kirchenraum ist beeindruckend und berührt mich sehr. Nichts Zugestelltes, nichts Ablenkendes, nichts Erdrückendes, lässt meinen Gedanken wesentlich mehr FREI- RAUM! Die variierende Anordnung der Stühle, das Zusammenspiel von Licht und Schatten setzt punktvolle Akzente und intensiviert meinen Blick für das Wesentliche. Ich nehme den bankfreien Raum anders wahr, intensiv, berührend, bewegend, beruhigend, sensibel und ergreifend. Ich wünsche mir mehr mutige Geistliche, die alte und verknöchernde Strukturen durchbrechen.

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    1. Ich stimme Ihnen zu.
      Voller Respekt nehme ich neue Ideen auf, die mein Tun und mein Denken beeinflussen.
      Leben bedeutet Bewegung , deshalb: Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme (Thomas Morus, Humanist)

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