Dienstag, 29. Oktober 2013

Neues vom "Kirchsprech"...

Die kirchliche Binnensprache ist immer wieder ein hoch interessantes und schier unerschöpfliches Thema, z.B. solche skurrilen Wortschöpfungen wie "Sühneopferseele" oder "Tanz-Dank-Tankstelle" muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Und dann versuchen sie jemandem zu erklären. 
Bei einem meiner Lieblingssätze legte man früher die Hände ineinander, den Kopf leicht schräg und äußerte dann mit leicht gepresster Stimme: "Wir bräuchten dann noch zwei Dalmatiken!" (wobei damit genauer ja eine Dalmatik und eine Tunizella gemeint waren, aber egal) - Dieser Satz zur richtigen Zeit in der richtigen Sakristei öffnete das kultische Herz, denn meist kündigte sich dann Großes an. Allerdings hört man ihn in letzter Zeit leider immer seltener.
Man ist natürlich auch "irgendwie" und "irgendwo", zumindest "ein Stück weit" "ganz". Dinge haben nicht Sinn, sondern "machen" ihn. Atmosphären und Gespräche sind "spannend", "dicht" oder "offen". Meist gleichzeitig. "Wütend, traurig und betroffen" kann man natürlich auch sein, häufig verbunden mit augenrollendem Reiben des Wollpullovers in Höhe der Magengegend. Technikbegeistert, ein Regenschirm wird ja wohl nicht gemeint sein, hat man etwas "auf dem Schirm" oder auch auch nicht. Meist letzteres.
Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass alle irgendwie "als" oder "mit" etwas "da ja" unterwegs sind, also z.B. "Ich bin da ja auch noch als Coach unterwegs" oder "Wir sind da ja mit einem ganz neuen Projekt unterwegs". - Seltsam, wenn alle unterwegs sind, ist ja niemand mehr zuhause. Oder ist das jetzt der "Aufbruch"? (Und ich habe ihn vielleicht verpasst?)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen