Freitag, 28. Juni 2013

29. Juni: Petrus und Paulus

Zum anstehenden Hochfest mein aktueller Zeitungsbeitrag:
Petrus und Paulus, liebe Leserinnen und Leser, könnten charakterlich nicht unterschiedlicher sein: Petrus „der Fels“ auf den Christus seine Kirche baut, aufbrausend und wankelmütig, der seinen Herrn mit dem Schwert verteidigen will und ihn wenige Stunden später verrät und der dennoch der Kirche bis auf den heutigen Tag Festigkeit und Gestalt gibt. Paulus, der leidenschaftliche Theologe und strategische Organisator, der auch einem Streit mit Petrus nicht aus dem Wege geht und selbstbewusst das Apostelamt für sich einfordert. Dennoch, gemeinsam werden sie die „Säulen der Kirche“ genannt und ihr Fest wird am gleichen Tag begangen. Über ihren Gräbern, übrigens archäologisch recht sicher lokalisiert, erheben sich der Petersdom und die Basilika St. Paul vor den Mauern in Rom. Unser Bild zeigt zwei Figurenmodelle des bekannten Künstlers H.G. Bücker.
Der Münsterschwarzacher Benediktiner Mauritius Wilde entwickelt anhand von Petrus und Paulus in seinem Buch "Petrus und Paulus - Wer in Gruppen entscheidet" eine Charaktertypologie in der er den "Verwaltertyp" Petrus (Schlüsselwort: "Dazugehören") und den "Unternehmertyp" Paulus (Schlüsselwort: "Dazugewinnen“) beschreibt. Diese beiden Typen werden aber nicht gegeneinander ausgespielt, sondern es wird deutlich, dass beiden ein für Gruppen (und somit auch Kirche und Gesellschaft) unverzichtbares Charisma innewohnt. Am Ende seines Buches schreibt Wilde: "Die Grenze für eine gute Zukunft läuft nicht zwischen Unternehmern auf der einen und Verwaltern auf der anderen Seite. (...) Sie läuft zwischen schlechten Verwaltern und schlechten Unternehmern auf der einen und guten Verwaltern und guten Unternehmern auf der anderen Seite. Innovation und Nachhaltigkeit entstehen nur gleichzeitig. Wenn gute Verwalter und gute Unternehmer zusammentreffen, dann entsteht wirklich etwas Gutes."
Worauf es bei Gott wohl letztlich ankommt, ist, sich nicht mit einem „ich bin nun mal so“ zufriedenzustellen oder auch zu resignieren, sondern aus den geschenkten Talenten etwas Gutes zu machen. Petrus und Paulus zeigen dabei, dass auch ganz unterschiedliche Menschen miteinander Großes erreichen können. Nur Mut, probieren wir es aus!

Donnerstag, 27. Juni 2013

"Kollege-Hund-Tag"

Was es nicht alles gibt: Heute ist "Kollege-Hund-Tag"!
Der Link dazu findet sich hier.
Kleiner Insider: Eigentlich kenne ich die Hunds doch nur als geriatrische Ministranten ;-)
Aber es könnte ja auch noch anders gehen: Beim "Kollege-Meerschweinchen-Tag" z.B. könnte man den kleinen Freund auch mit zur Arbeit nehmen. Am besten zwischen zwei Brötchenhälften...
Ist ja auch egal, ich jedenfalls warte auf den "Kollege-Kater-Tag"!

Dienstag, 25. Juni 2013

Experiment Diözesane Pastoralwerkstatt

Was sich hinter diesem Wortungetüm verbirgt, erschließt sich der geneigten Leserin und auch dem Leser hier: http://www.pastoralwerkstatt.de/

Dafür wurden sogar Gebetsbildchen gedruckt. Hoffentlich nützt es was...

Kernkompetenzen

"Es gibt Menschen, deren Kernkompetenz im Wesentlichen aus ihrer Inkompetenzkompensationskompetenz besteht."

Eigene Erkenntnis.

Zwang und Freiheit

"Ich habe nie verstanden, weshalb man den Zwang von der Freiheit unterscheidet. Je mehr Straßen ich ziehe, um so freier bist du in deiner Wahl. Aber jede Straße ist ein Zwang, denn ich habe sie mit Schranken eingefaßt. Was aber nennst du Freiheit, wenn es keine Straßen gibt, zwischen denen du wählen kannst? Nennst du Freiheit das Recht, im Leeren umherzuirren? Sobald der Zwang eines Weges begründet wurde, steigert sich zugleich deine Freiheit."

gefunden bei Antoine de Saint-Exupery, Die Stadt in der Wüste

Sonntag, 23. Juni 2013

Für Eisenbahnfans!

Der Schienenbus der Ruhrtalbahn heute morgen im Muttental an der Zeche Nachtigall:


Samstag, 22. Juni 2013

22. Juni: Thomas Morus und das Gewissen

Thomas Morus beschreibt in seiner letzten schon in der Haft verfassten Schrift, wie notwendig es ist, Kompromisse einzugehen und durchaus auch die eigene Meinung zurückzustellen, solange es nur nicht um das Allerletzte geht. Das ist natürlich nicht das Gewissen der Helden und Bekenner. Aber es ist das normale Gewissen des normalen Menschen das Thomas Morus hier verteidigt, unser Gewissen, liebe Leserinnen und Leser. „Das kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren!“ hören wir manchmal. Mag sein. Aber Achtung: Ist das nicht auch häufig der moralisch verpackte Versuch, unbequeme und unangenehme Dinge zu vermeiden? Ist es nicht manchmal die eigene Eitelkeit, die sich z.B. weigert, sich in Hierarchien einzuordnen oder Ordnungen zu akzeptieren? Nein, verbiegen muss ich mich nicht, aber die Berufung auf das eigene Gewissen ist kein Freibrief, auch hier gilt es sorgfältig und vernünftig abzuwägen. Das funktioniert natürlich nur, wenn ich auch an meinem Gewissen arbeite, es bilde und es nicht nur bei passender Gelegenheit hervorhole. Und das, liebe Leserinnen und Leser, ist eine Lebensaufgabe. „Nie hätte ich daran gedacht, einer Sache zuzustimmen, die gegen mein Gewissen wäre“ sagt Thomas Morus. Er hat recht, aber er hat auch darum gerungen. Diese Aufgabe nimmt mir keiner ab.

Freitag, 21. Juni 2013

Vom Saufen.

"Ich halte jeden Menschen für voll berechtigt, auf die - von den Ingenieursgesichtern und Betriebswissenschaftlern herbeigeführte - derzeitige Welt mit schwerstem Alkoholismus zu reagieren, soweit er sich nur etwas zum Saufen beschaffen kann. Sich und andere auf solche Weise zu zerstören ist eine begreifliche und durchaus entschuldbare Reaktion. Wer nicht säuft, setzt heutzutage schon eine beachtliche und freiwillige Mehr-Leistung."

Heimito von Doderer (1896-1966), Repertorium

Gefunden bei Asfa-Wossen Asserate, Manieren, 2005/2009, 329. Im Weiteren gibt der äthiopische Prinz einige köstliche Ratschläge zum anständigen Besaufen in Gesellschaft. Lesenswert!

In diesem Sinne allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Nicht nur für Karrieristen...

Heute bei uns auf dem Kirchplatz: Europas größtes begehbares Darmmodell!

Das ist doch mal was, oder?

Rückgrat raus!

Angesichts von so Manchem was man mitbekommt, sollte man sich öfter einmal wieder die satirischen und gesellschaftskritischen Bilder von A. Paul Weber ins Gedächtnis rufen, so z.B. dieses hier:
"Rückgrat raus!", so der vielsagende Titel. Hier ist die Quelle. Da kann sich jetzt wer will mal Gedanken drüber machen...

Montag, 17. Juni 2013

Was ist denn heute los?

Vorhin mit angehört: "Ey, was ist denn heute los? Ist Berlusconi gestorben?" - "Nee, wieso?" - "Ja, weil die am Rathaus überall die deutsche und italienische Fahne hochziehen!"

Heute ist der 17. Juni und die Fahnen sind von Nordrhein-Westfalen.
Aaarghss!!! Die Woche kann nur besser werden!!!

Mittwoch, 12. Juni 2013

13. Juni: Der hl. Antonius und die verlorenen Dinge

„Il Santo - Der Heilige“, so wird er in Italien einfach nur genannt. Und es ist, liebe Leserinnen und Leser, nicht wie man vermuten könnte, der hl. Franziskus, sondern Antonius von Padua, der aber ein enger Weggefährte des Franziskus war. 1195 wurde Antonius in Lissabon geboren und trat mit 15 Jahren zunächst bei den Augustinerchorherren ein. Als aber 1220 die ersten Märtyrer des Franziskanerordens von Marokko nach Coimbra überführt und dort bestattet wurden, machte dies einen so tiefen Eindruck auf ihn, dass er Franziskaner wurde. Franziskus ernannte ihn zum Lehrer der Theologie in Bologna, sein eigentliches Wirkungsfeld aber wurde die Predigt. Schon 1231 starb Antonius, erschöpft von seinen übermenschlichen Anstrengungen. Sein Grab in Padua zählt zu den wichtigsten Wallfahrtsorten Italiens.


Unser Bild zeigt die Wallfahrtskirche zum hl. Antonius in der Radmer, einem abgelegenen Tal in der Steiermark. Ein Freund von mir war dort vor einigen Jahren Kaplan und ich habe ihn regelmäßig zum Antoniusfest besucht. Dann füllte sich das sonst etwas verschlafene Dorf mit Wallfahrern: „O Antoni, hör uns an!“ wurde dann wieder und wieder im Wallfahrtslied  gesungen. Und es ist wirklich so, wie kaum ein anderer Heiliger wird Antonius in allen möglichen Lebensnöten um seine Fürsprache bei Gott angerufen. Interessant ist dabei, dass er auch als Helfer beim Wiederfinden verlorener Dinge gilt. Meine Großmutter z.B. war schon reichlich „tüddelig“ – den Begriff „Demenz“ gab es so im Sprachgebrauch noch nicht – und verlegte laufend irgendetwas, meist ihre dritten Zähne. Da war der hl. Antonius bei uns zu Hause sehr gefragt.
Verlorene Dinge – das sind nicht nur Zähne, Schlüssel oder Geldbeutel. Ich kann auch meine Gesundheit verlieren oder meine Arbeit, ich kann Menschen und Sicherheiten verlieren, Ziele und Perspektiven können mir abhanden geraten und manchmal ist es nicht verwunderlich, dabei dann auch die Fassung zu verlieren. Jeder hat da so seine Erfahrungen. Der hl. Antonius erinnert mich daran: Auch in diesen Situationen bin ich nicht allein. Nun merke ich das erfahrungsgemäß meist erst im Nachhinein und manchmal mag man meinen, selbst Gott sei einem verloren gegangen. Trotzdem, und dafür steht der hl. Antonius, ich gehe Gott nicht verloren. Gott ist da.

Dienstag, 11. Juni 2013

Winkelmesse...

Heute morgen war ich zur Frühmesse im Kloster der Karmelitinnen. Wie man auf dem Foto erkennen kann, ist dort eine etwas seltsame Zelebrationsrichtung üblich:

Es wird seitlich zelebriert, der Priester steht also links am Altar. Das liegt daran, dass Schwesternchor und Gemeindekirche über Eck liegen und an Werktagen zu den Schwestern hin zelebriert wird. Ansonsten war es aber richtig fromm. Trotzdem: Hier bekommt der alte Begriff "Winkelmesse" eine ganz neue Bedeutung ;-)

Mittwoch, 5. Juni 2013

Völlig entspannt...

Völlig entspannt findet sich auf der Internetseite des Erzbistums Paderborn ein Bericht über die zurückliegende "Tradi-Wallfahrt" nach Kleinenberg. Wenn es doch häufiger gelingen würde, so unaufgeregt und ideologiereduziert miteinander umzugehen - und das gilt für alle Beteiligten - , fände ich das richtig gut!

Dienstag, 4. Juni 2013

So sieht das neue Gotteslob aus!

Über das Cover des neuen Gesangbuchs wird ja viel diskutiert. Hier die Varianten für das Erzbistum Paderborn:
 
Den Link zum Bonifatius-Verlag gibt es hier.Das ist doch ganz gelungen, oder?

Wittener Bachtage: Herzliche Einladung!

Zum vierten Mal finden die "Wittener Bachtage" statt. Informationen über das Programm, die Interpreten und die Orgel gibt es hier.
Ein Pressebericht über das erste Konzert "Bach senior trifft Bach junior" findet sich hier.

Herzliche Einladung!

Montag, 3. Juni 2013

Nochmal Papst: Fotos von Johannes XXIII.

Eine ganze Menge netter Papstfotos bietet für Fans die Internetseite des "Hoffotografen" Felici. Hier ist der Link.
Ein besonders goldiges von Johannes XXIII. ist das hier:


Wenn so Reformpäpste aussehen, lasse ich mir das doch gerne gefallen ;-)
Aber irgendwie erinnert das doch auch an diese Faberge-Eier, oder nicht...?

3. Juni: Johannes XXIII.: Rom ist überall

Der gebotene Gedenktag heute ist der des hl. Karl Lwanga und seiner Gefährten, Märtyrer für ihren Glauben aus Uganda, die am 3. Juni 1886 lebendig verbrannt wurden. "Von ihrem Blut getränkt, wird Afrika, frei und unabhängig, neu erstehen", so die Vision Papst Paul VI. in seiner Predigt zur Heiligsprechung. Davon sind wir weit entfernt und vielleicht sollten wir uns weniger euphorisch eher den einfachen Satz aus dem Tagesgebet zu eigen machen: "Erhöre unser Gebet für die Kirche von Afrika", denn unsere Brüder und Schwestern dort haben es wirklich bitter nötig.

Viele begeben sich aber heute auf das wesentlich bequemere und sicherere innerkirchliche Spielfeld. Das ist in keiner Weise despektierlich gegenüber dem auch von mir sehr verehrten sel. Papst Johannes XXIII. gemeint um den es heute auch geht, aber ich bin schon der Meinung, dass die Prioritäten nicht immer richtig verteilt sind. Neulich z.B. hatte ich eine sehr interessante Begegnung mit einer Dame, die beim Dialogforum "Diakonische Kirche" teilgenommen hatte und die, nun wirklich in keinster Weise konservativ, maßlos darüber enttäuscht war, dass nicht der caritativ-diakonische Auftrag der Kirche im Mittelpunkt stand, sondern wieder nur über die bekannten angeblichen "Reformthemen" diskutiert wurde. In der letzten Woche war ich bei einem "Potenzialforum Pastoral" - Wahnsinnstitel - bei dem lauter Forderungen an die "Amtskirche" gestellt wurden. Scherzkekse, hätten wir nicht alle irgendwie ein Amt in der Kirche, hätten wir wohl kaum auf der Teilnehmerliste gestanden...

Für alles das kann man Johannes XXIII. nicht vereinnahmen. Heute möchte ich aus einem Brief an seine Schwestern aus dem Jahre 1928 zitieren:
"Mit großer innerer Ruhe gehe ich an meine tägliche Arbeit. Sie hat ihre Mühsal, wenn auch weniger, als ich bei anderen sehe, die in scheinbar erstrebenswerter Stellung sind. Außerdem muß ich sagen, daß ich gern aus Rom weggegangen bin. Es verdroß mich, dort die vielen kleinen menschlichen Erbärmlichkeiten mit ansehen zu müssen. Jeder sucht einen Posten zu erhalten und Karriere zu machen und ist mit dem Geschwätz darüber beschäftigt. Welch eine Herabsetzung des Priesterlebens, nur seine eigene Bequemlichkeit im Auge zu haben, statt um die Ehre des Herrn und das Kommen seines Reiches besorgt zu sein. Betet darum, daß Euer Bruder dem Ehrgeiz nach Ansehen in der Kirche und materiellem irdischem Wohl immer fern bleibe! Auch für Euch ist das sicher besser."

Unser Fazit für heute: Rom ist überall. Auch für Laien.

Samstag, 1. Juni 2013

Der Krach der Republik

Die Toten Hosen live und open-air gestern abend in Bochum:





Es war richtig gut. Und Campino hat auch noch über Papst Franziskus erzählt...