Sonntag, 28. Juli 2013

Noch nie war die Stola breiter...

Die seit einigen Jahrzehnten aufgekommenen sog. "Überstolen" sind häufig ein quasi Erkennungszeichen von sog. "modernen" oder "progressiven" Priestern. Dabei gibt es eigentlich kaum etwas klerikalistischeres als eine "Überstola": Noch nie wurde die Insignie des Amtes so lang und breit betont wie bei der "Überstola". Ja, der Name ist Programm: Das Amt legt sich über alles. Das Perfide dabei: Gleichzeitig tut man so, als ob dieses Amt einem nichts bedeuten würde. Wenn man dann noch auf die Albe, also das gemeinsame Zeichen aller Getauften, verzichtet, und nur eine Stola über der Alltagskleidung trägt und so dann am Sonntag Gottesdienst feiert, ist das Klerikalismus in Reinform...
Den will man natürlich nicht und braucht ihn doch gleichzeitig wie die Luft zum Atmen. Schade.

Donnerstag, 25. Juli 2013

"So singt nur unser Bistum"

Der Titel der sicherlich sehenswerten Ausstellung in Paderborn könnte auch mehrdeutig sein ;-)
Näheres gibt es hier.

Samstag, 20. Juli 2013

Wieder eine Tränengeschichte...

30 Jahre verheiratet, aber sie können nicht getraut werden! Uuuhh, die böse Kirche... hier kann man mitspielen ;-)

Mittwoch, 17. Juli 2013

Komm zur Ruhr - auf Kirchentour!

In den Zeiten von "Industriekultur" tritt es manchmal etwas in den Hintergrund, dass das Ruhrgebiet eine viele Jahrhunderte ältere Geschichte hat, die nicht weniger eindrucksvoll und spannend ist. Heute möchte ich zu einer kleinen Kirchentour in die unmittelbare Umgebung einladen, in eine Landschaft die vom Ruhrtal geprägt ist, die aber auch so langsam in das Sauerland und das Bergische Land übergeht. Leider waren alle Kirchen verschlossen, so dass die teilweise qualitätvollen Innenausstattungen nicht gezeigt werden können. Vom Beten gar nicht zu reden. Schade!
Wir beginnen mit der Dorfkirche in Kirchende. Erstmals 1229 erwähnt, ist der Ort spätestens 1582 der Reformation anheimgefallen, die an den romanischen Turm anschließende Saalkirche entstand 1756-59.
 
Sehenswert ist in dem beschaulichen Ort auch der alte Friedhof, der älteste Grabstein stammt aus dem Jahre 1590:
Weiter geht es nach Herdecke, schon auf Grund der vielen Fachwerkhäuser in der Altstadt einen Besuch wert. Das dortige Kanonissenstift wurde durch Frederuna bereits 810 oder 819 gegründet. Die Kirche hat eine komplizierte Baugeschichte, gesichert ist ein Umbau im 12. Jhdt., der Rechteckchor wohl um 1230 begonnen, der Turm ist allerdings erst 1901-02 durch Gerhard August Fischer, Barmen, hinzugekommen:


Das Kanonissenstift überstand übrigens die Reformation, seit 1543 lebten katholische, lutherische und reformierte adelige Stiftsdamen einigermaßen gleichberechtigt zusammen, ein Viertel der Stiftsdamen hatte katholisch zu sein, ebenso jede vierte Äbtissin. Bis zur Säkularisation 1811/12 lag hier auf dem Stiftsberg das kirchliche und weltliche Machtzentrum der Region. Einige der Stiftsgebäude sind noch erhalten:


Eine katholische Gemeinde hatte es also in Herdecke immer gegeben. 1692 hatte sie sich auf dem Stiftsberg eine eigene Marienkirche errichtet. Da diese jedoch nicht ausreichte, wurde der Grundstein für die heutige Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus 1861 gelegt, hinzu kamen Schule und Pfarrhaus. Der Entwurf der dreischiffigen neugotischen Hallenkirche stammt von keinem geringeren als dem seinerzeit an der Kölner Dombauhütte unter Zwirner tätigen Friedrich Schmidt. Schmidt, seit 1859 bereits Professor an der Wiener Kunstakademie, holte als Bauleiter den schon erwähnten Gerhard August Fischer hinzu. Ihnen ist wirklich ein neugotisches Kleinod gelungen:

Ebenfalls einen berühmten Architekten hatte die reformierte Kirche in der Freiheit Wetter, unserem nächsten Ziel, nämlich Johannes Otzen, einer der Protagonisten des protestantischen Kirchbaus um die Wende zum 20. Jhdt. Viel älter als die 1893 entworfene Kirche ist jedoch der Ort an dem sie steht, befand sich doch dort die um 1250 entstandene und der hl. Katharina geweihte Kapelle der Burg Wetter. Diese Burg ist von großer historischer Bedeutung für die Region, versuchten doch die märkischen Grafen von hier aus Einfluss zu nehmen auf den Handelsweg von Ennepetal nach Soest, der wiederum vom Kölner Erzbischof auf der gegenüber liegenden Burg Volmarstein kontrolliert wurde. Heiligabend 1391 starb hier mit Engelbert III. einer der bedeutendsten Grafen von der Mark.
In der Burg richtete der Industrielle Friedrich Harkort ab 1818 seine "Mechanischen Werkstätten" ein, eine der Keimzellen der Industrialisierung im Ruhrgebiet. Heute ist von alledem nichts mehr zu sehen:

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1889-90 vom Paderborner Diözesanbaumeister Arnold Güldenpfennig erbaut. Wenn der Turm nicht gerade renoviert wird, merkt man auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Paderborner Domturm. Die katholische Gemeinde in Wetter war so arm, dass sie für den Kirchbau seit 1857 sammeln musste:

Weiter geht es nach Wengern, die dortige Kirche hat das für unsere Region ungewöhnliche Patronat des hl. Liborius. Es wird berichtet, hier habe die Paderborner Gesandtschaft auf dem Rückweg aus Le Mans im Jahre 836 die Ruhr überquert. Die schriftliche Überlieferung setzt jedoch erst 1246 ein. Sicher ist jedoch, dass die wohl 1264 erneuerte Kirche auf Fundamenten des 10. Jhdts. steht. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie dann endgültig durch einen Umbau 1891. Wengern gilt als älteste evangelische Gemeinde in der Grafschaft Mark, die Reformation wurde hier bereits 1543 eingeführt; "fast einstimmig" heißt es in den Quellen, nur ein einziges Gemeindemitglied habe nicht mitgemacht. Diesem mutigen Mann oder dieser mutigen Frau hat bislang leider noch niemand ein Denkmal gesetzt!

 Wengern hat einen idyllischen und sehenswerten Ortskern:
Hier die katholische Kirche St. Liborius, ein schlichter aber schmucker Saalbau aus dem Jahre 1915. Wengern und das jetzt folgende Volmarstein gehören übrigens zum Bistum Essen, alle anderen heute besuchten Orte zum Erzbistum Paderborn.
Die Dorfkirche in Volmarstein war dem hl. Bartholomäus geweiht, die Ursprünge sind um 1100 mit der Errichtung der benachbarten Burg zu finden, ein Pfarrer wird hier erstmals 1236 erwähnt. Die Reformation hielt hier 1564 mit dem Vikar Anton Schluck, einem Sohn des ersten lutherischen Pfarrers von Wengern Einzug. Er deckte einen angeblichen Betrug um eine angeblich wundertätige Hostie auf und brachte so die Gemeinde auf seine Seite. Ganz kann ich das nicht glauben, denn von Wallfahrern hat man eigentlich immer gut gelebt. Bis ins 17. Jhdt. sind hier auch noch Wallfahrten nachweisbar, und zwar zum "Hilgen Püttken", einer heilkräftigen Quelle in der auch nach der Sage zur Zeit Karls des Großen die ersten Sachsen der Gegend getauft worden sein sollen.

Sagenumwoben ist die Burg Volmarstein, um 1100 vom Kölner Erzbischof Friedrich I. hoch über dem Ruhrtal zum Schutz gegen die Grafen von Mark, denen ja die Burg Wetter gehörte, errichtet. Die erhaltenen Reste stammen wahrscheinlich aus der Zeit vor der ersten Zerstörung 1288. Eine im Berg wohnende Fee, die nur in der Nacht vor Mariä Geburt ihren Palast verlässt, soll den Volmarsteinern Glück bringen, der Teufel soll hier mit dem Ritter gespeist haben, und in einem der Brunnen soll eine goldene Tafel versteckt liegen, die nur der holen kann, der um Mitternacht in Begleitung einer schwarzen Katze zu Werke geht und kein Wort bei der Arbeit spricht. - Tja, schwarze Katze wäre ja vorhanden ;-)
 Wie auch immer, die Aussicht über das Ruhrtal ist wirklich beeindruckend:

Geendet hat der Ausflug bei meinem Lieblingsitaliener. Der wird allerdings aus eskimotaktischen Gründen weder fotografiert noch verraten ;-)

Montag, 15. Juli 2013

Mal eben nach Münster...


Münster ist immer eine Reise wert und es ist ja auch nicht weit weg. Hier gibt es zwar weniger Spielhallen, Döner- und Handyläden als in der Fußgängerzone meiner Heimatstadt, aber mindestens so viele Bäckereien wie auf der Herner Bahnhofstraße.(Warum es eigentlich in Herne so viele Bäckereien gibt, erschließt sich mir allerdings auch nicht.) Der größte Unterschied zum Ruhrgebiet aber besteht darin, dass man in der Innenstadt von Münster ohne Jogginganzug gar nicht auffällt. Dass nebenbei bemerkt Frauen in Sommerkleidern wesentlich attraktiver sind als in hautengen Leggins und man als Mann auch im Sakko besser aussieht als z.B. "Er", der sein Hemd grundsätzlich bis knapp über dem Bauchnabel geöffnet trägt, ist auch eine in Münster gerne gemachte Erfahrung!
 


Die Renovierung des Domes fällt, von der neuen Beleuchtung abgesehen, zumindest mir nicht sonderlich auf. So schön der Dom ja auch ist, etwas Farbe könnte ich mir auch gut vorstellen:


Interessantes Detail: Stirbt ein Münsteraner Bischof, gibt man ihm in alter Tradition den Stab dieser Figur des hl. Liborius (immerhin der Paderborner Nachbarpatron!) mit ins Grab. So hat man es wohl auch beim jüngst verstorbenen Bischof Reinhard Lettmann gehalten, denn der hl.Liborius ist eindeutig ohne Bischofsstab:

Schön wars! (Und ich habe auch kein Bier fotografiert ;-)

Sonntag, 14. Juli 2013

Religiöse Rechtschreibschwächen

Dass niemand mehr Zeitung lesen würde, wenn dort über Sport in ähnlicher Weise berichtet würde wie über Religion, ist ein Fakt und man hat sich schon daran gewöhnt. Bislang galt das meist nur inhaltlich, also für die Beschreibung irgendwelcher Feiern und Zeremonien, da wurden halt schon mal Erstkommunionkinder "geweiht" oder umgekehrt feierten Primizianten ihre Erstkommunion. Inzwischen aber geht auch die religiöse Rechtschreibung mehr und mehr verloren: Dass ein "Propst" katholisch und ein "Probst" evangelisch ist, mag ja eine Feinheit für Spezialisten sein, aber allein bei der Zeitungslektüre an diesem Wochenende bin ich auch noch statt auf einen "Superintendenten" auf einen "Super-Intendanten" gestoßen, dazu noch auf einen "Bischoff" und habe auch die Mehrzahl von "Pilger" kennengelernt: "Pilgerer"...

Samstag, 13. Juli 2013

Neues von "Ihm"

Eigentlich wollte ich über "Ihn", den unerreichten Verheutiger des Glaubens, nichts mehr schreiben. Eine eigene Erkenntnis von heute morgen muss ich aber doch loswerden: "Es gibt einen im wahrsten Sinne des Wortes himmelweiten Unterschied, ob man nur an sich glaubt oder nur an sich glaubt."

Freitag, 12. Juli 2013

12. Juli: Der hl. Hermagoras

Für die meisten ist der hl. Hermagoras, wahrscheinlich starb er um 302 als Märtyrer in Aquileia, eher unbekannt. Dabei ist sogar die Stadt Hermagor in Südkärnten nach ihm benannt. Hier ein paar Bilder aus der ihm geweihten und sehr sehenswerten Pfarrkirche daselbst:

 
 
 
Allen einen schönen Tag!

Donnerstag, 11. Juli 2013

"zur debatte" - Wie immer hochinteressant!

Katholische Akademien haben ja in traditionellen Kreisen keinen sonderlich guten Ruf. Manchmal mag das berechtigt sein (habe ich doch selber mal an einer gearbeitet), fühlt man sich dort doch häufig etwas zu sehr als intellektuelle Avantgarde des deutschen Katholizismus. Andererseits scheint mir doch auf der "Gegenseite" eine gewisse beharrende Diskursangst zu existieren die eigentlich der kirchlichen Tradition fremd ist.
Die Katholische Akademie in Bayern veröffentlicht regelmäßig in ihrer Zeitschrift "zur debatte" hoch interessante Beiträge. Auf die neueste Ausgabe 4/2013 möchte ich hier hinweisen. Sie enthält u.a. einen Vortrag von Bischof Rudolf Voderholzer "Die bleibende Bedeutung des Pontifikats von Benedikt XVI. für die kommenden Jahre und Jahrzehnte" und einen Vortrag von Bertram Stubenrauch "Papstamt - Papstruhestand - Papstwahl. Dogmatische Rückfragen im Blick nach vorn". Den Link gibt es hier.

Empfehlung!

Mittwoch, 10. Juli 2013

11. Juli: Der hl. Benedikt: Stehen wir also endlich einmal auf!

Zum Fest des hl. Benedikt: Benedikts Ordensregel kann für auch für jeden von uns eine Richtschnur zur Lebensführung sein. Drei Dinge sind dabei wesentlich: 1. Hier leben und arbeiten Menschen auf gemeinsame Ziele hin. Für mich heißt das: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Ziele habe ich? Ein Kloster scheitert, wenn diese Ziele aus dem Blick geraten und mit äußerster Kraftanstrengung an nebensächlichen Dingen gearbeitet wird. Geht mir das nicht manchmal auch so? Entscheidend ist also ein Ziel, eine gemeinsame Spiritualität. 2. Benedikt legt größten Wert auf eine sorgfältige Ausbildung der Führungspersönlichkeiten im Kloster. Aber es kommt ihm dabei nicht allein auf berufliche oder fachliche Qualifikation an, sondern auf „Herzensbildung“. Was macht mich als Persönlichkeit aus? Wo bin ich mit dem Herzen dabei? Personen können nur durch Persönlichkeiten geführt werden! 3. Benedikt sieht in seiner Regel einen ständigen und institutionalisierten Austausch zwischen den unterschiedlichen Bereichen des Klosters vor. Wichtig ist also ein geregelter Kommunikationsfluss der verschiedenen Ebenen. Es gilt also im Gespräch zu bleiben, mit mir, meinem Umfeld und auch mit Gott. - Ganz klar, das bedeutet alles eine große Herausforderung. Aber sie lohnt sich. Benedikt gibt uns dabei zwei Motivationssätze mit auf den Weg: „Fliehe nicht den Weg des Heils, er kann am Anfang nicht anders sein als eng“ und „Stehen wir also endlich einmal auf!“

Diözesane Pastoralwerkstatt: Lasst Bilder sprechen...

So sieht also die pastorale Zukunft im Erzbistum aus. Ah ja.
Einfach zurücklehnen und die Bilder genießen:









Noch viel mehr tolle Eindrücke hier.
Tja, ich sag' da besser nicht viel zu - ich war ja auch nicht eingeladen...
PS: Was mir nur gerade auffällt: Wo sind eigentlich die Bilder von der Spontantheaterauftaktveranstaltung im Hohen Dom geblieben? Sollte da etwa jemand interveniert haben ...?

Dienstag, 9. Juli 2013

Warum ich den Barock mag!

Aus meinem aktuellen Zeitungsartikel:

In der Urlaubszeit besucht so mancher eine Kirche der es sonst vielleicht seltener tut, aber im Urlaub scheint man doch für manches interessierter, offener und neugieriger zu sein. Und das ist auch gut so, denn Gott sei Dank steht die Kirche allen offen, auch wenn sie nicht die Fleißkärtchen regelmäßigen Gottesdienstbesuches vorweisen können. Wenn man dann in südlichere Gegenden kommt, begegnen einem häufig reichhaltig ausgestatte Kirchen in barocker Pracht. „Viel zu überladen“ sagen die Bescheidenen, „Jesus hätte das nicht gewollt“ sagen die ganz Schlauen. Aber staunen tut schon jeder. Auch das ist gut so. Worum aber geht es tieferliegend bei dem heute uns so fremd erscheinenden barocken Lebensgefühl? Es geht um Religion im ursprünglichen Sinn, also um die Wahrnehmung des Göttlichen mit allen Sinnen, um die Kommunikation mit dem Himmel.
Der Dortmunder Theologe Thomas Ruster schreibt einmal: "Das Barockzeitalter war vielleicht die letzte Epoche einer integralen, den biblischen Glauben mit der Religion verbindenden Katholizität. Insgesamt versuchte die katholische Kirche eine Integration bzw. Umwandlung magischer Vorstellungen in religiöse. Die Magie wurde verkirchlicht, dadurch zugleich anerkannt, begrenzt und integriert. Die Protestanten ihrerseits hatten Gelegenheit, sich über den katholischen 'Aberglauben' aufzuregen und ihre Abgrenzung gegen das Katholische zu betonen. Die barocke Religiosität überlebte nur in Restbeständen der Volksreligion, am längsten in den katholischen Mittelmeerländern. Der im barocken Katholizismus enthaltene Anteil von Religion, das heißt vom Umgang mit übersinnlichen und himmlischen Mächten, ist im Gefolge des 2. Vatikanischen Konzils praktisch ganz aus der katholischen Kirche ausgemerzt worden."
Kann es also vielleicht auch mit ein Grund der Krise von Glauben und Kirche sein, dass wir den Umgang mit den himmlischen Mächten verlernt haben? Ich glaube ja. Zurückholen können wir diese Zeit nicht. Aber wenn Sie sich im Urlaub eine barocke Kirche anschauen, freuen Sie sich an ihrer Pracht, genießen Sie ihren Prunk. Und dann stellt sich vielleicht etwas von diesem heiter-beschwingten Barockgefühl ein, dem Himmel ganz nah zu sein. Sie werden merken, wie schön das sein kann!

Montag, 8. Juli 2013

8. Juli: Der hl. Kilian und Gefährten

Wenn Sie schon einmal in Würzburg waren, was ich Ihnen nur sehr empfehlen kann liebe Leserinnen und Leser, werden Ihnen der heilige Kilian und seine Gefährten auf Schritt und Tritt begegnet sein. Kilian war ein iro-schottischer Wanderbischof, der, als er gegenüber der in Würzburg ansässigen Herzogsfamilie das kirchliche Eherecht geltend machte, mit seinen Gefährten Kolonat und Totnan um das Jahr 689 um seines Glaubens willen ermordet wurde. Das Märtyrergrab in der Gruft der Neumünsterkirche wurde und blieb der religiöse Mittelpunkt Frankens bis auf den heutigen Tag. Diese enge Verbundenheit wird in einem schönen alten Lied aus dem Jahre 1625 deutlich: „Wir rufen an den teuern Mann, Sankt Kilian! Sankt Kolonat und Sankt Totnan! Dich loben, dir danken deine Kinder in Franken, Sankt Kilian! In Würzburg ruht der heil’ge Mann / mit den Genossen lobesam. / Laß dir die edlen Franken dein / von Herzen anbefohlen sein!“
 

Unser Foto zeigt die Figur des heiligen Kilian auf der alten Mainbrücke in Würzburg die die Altstadt mit der Festung Marienberg auf der anderen Mainseite verbindet. Heilige sind für mich Brückenbauer. Einerseits bauen Sie eine Brücke in die Vergangenheit: Das, was Kilian und seine Gefährten vor über 1300 Jahren geglaubt haben, ist auch unser Glaube heute. Das verbindet uns durch alle Zeiten und Generationen. Ich brauche meinen Glauben nicht immer neu zu erfinden, es gibt ein Fundament auf das ich mich verlassen kann. Das nennt man dann Kirche und es ist gut, dass es sie gibt! Andererseits sind Heilige Brückenbauer zu Menschen: Mit diesem Glauben bin ich nicht allein oder lediglich rückwärtsgewandt. Der Glaube verbindet mich auch aktuell mit anderen Christen auf der ganzen Welt. Ihre Freude und Trauer, Hoffnung und Angst sind auch meine Anliegen. Und genauso darf ich sicher sein, dass alles was mich bewegt, in ihrem Gebet und Gedenken aufgehoben ist. Als letztes: Heilige sind Brückenbauer zu Gott: Von den Heiligen kann ich lernen, wie Leben gelingen kann. – Aber Moment, stimmt das? Aus rein menschlicher Sicht ist es doch beim heiligen Kilian und vielen anderen nicht wirklich gut gelaufen. Es kommt auf die Perspektive an. Mit den Augen der Ewigkeit gesehen, ist das Leben des heiligen Kilian reich und erfüllt. Heilige helfen mir beim Perspektivenwechsel. Mein Tipp: Probieren Sie es für sich einmal aus!

Sonntag, 7. Juli 2013

Wieder da!

Hier war es etwas ruhiger in den letzten Tagen, denn die Urlaubszeit steht an. Seit Studienzeiten mag ich ja Österreich (es gibt unmusikalischere Arten der vita communis als unser damaliges Ferialchorherrenstift in der Steiermark und kirchenpolitisch hat es ja dort immer etwas von byzantinischen Palastintrigen). Hier jedenfalls ein paar Bilder aus Kärnten:

 
 
 

Inhaltlich wäre damit das Wesentliche über die Urlaubstage wiedergegeben, ich habe nur das Essen nicht fotografiert ;-). Schön wars!