Donnerstag, 16. Januar 2014

17. Januar: "Fickeltünnes" - Antonius und die Schweine

Die Kirche kennt im Wesentlichen zwei Formen des Mönchtums: Einmal die in Gemeinschaft nach einer Ordensregel lebenden Mönche, als ihr „Vater“ gilt der hl. Benedikt. In unserer Gegend etwas weniger bekannt sind die Mönche, die nach dem Ideal der frühchristlichen Einsiedler leben, hier und da erinnern allerdings auch bei uns noch sog. „Klausenkapellen“ an diese älteste Form des Mönchtums und man kann z.B. die Kartäuser etwas mit ihnen vergleichen. Seinen Ursprung hat dieses sog. Anachoretentum in der Wüste Ägyptens. Als ihr Ideal gilt der heilige Antonius. Er hörte das Evangelium vom reichen Jüngling und verstand es als Anruf an ihn: Er verließ Elternhaus und Besitz und zog sich in die Wüste zurück, wohin ihm alsbald viele nachfolgten. Immer wieder wurde er von ratsuchenden Menschen aufgesucht, so dass man ihn „Arzt von Ägypten“ nannte. Hochbetagt starb Antonius um das Jahr 356.


„Fickeltünnes“ wird Antonius im Volksmund genannt und so zeigt ihn auch unser Bild aus der St. Antoniuskirche im sauerländischen Marmecke mit einem Schwein an seiner Seite. Wurde Antonius auch als Patron gegen Tierseuchen verehrt, so bezieht es sich doch auf ein Privileg des Antoniterordens, für seine Armenfürsorge seine Schweine frei im Ort weiden lassen zu dürfen. Dieses „Antoniusschwein“, dessen Kennzeichen ein Glöckchen war, durfte frei im Ort  herumlaufen und wurde am 17. Januar geschlachtet, sein Fleisch wurde dann kostenlos an die Armen verteilt. An diesem Tag brauchten auch früher in Italien die Tiere nicht arbeiten und noch heute werden an diesem Tag in Rom die Haustiere gesegnet. – Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke, ein arbeitsfreier Tag für Tiere?
Von Antonius wird ein Spruch überliefert: "Mein Buch ist die Natur mit allen Kreaturen; dieses Buch ist immer bei mir, vor mir, und um mich; und wenn ich es zu lesen anfange, so lese ich darin die Worte des Allmächtigen Gottes."
Nein, ich bin wahrlich kein Vegetarier, aber angesichts von Massentierhaltung, industrieller Schlachtung, Nahrungsmittelskandalen und der Ergebnisse des neulich veröffentlichten "Fleischatlas" sollten wir doch dringend ins Nachdenken über unser Konsumverhalten kommen.
Der heilige Antonius kann uns daran erinnern, die Natur neu zu sehen und wahrzunehmen, sie als Schöpfung Gottes zu achten und zu bewahren!





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