Montag, 20. Januar 2014

20. Januar: Sebastian - Der Geist der Stärke

Sebastian starb als Märtyrer zu Beginn der Christenverfolgung des römischen Kaisers Diokletian in den Jahren 303 bis 311. Er soll ursprünglich aus Mailand stammen und Offizier in der kaiserlichen Leibgarde gewesen sein. In der Kunstgeschichte wird Sebastians Martyrium häufig dargestellt: An einen Baum gebunden und von zahlreichen Pfeilen durchbohrt. So wirkt es vielleicht etwas makaber, dass Sebastian gerade von vielen Schützenbruderschaften als Patron verehrt wird. Aber wahrscheinlich geht es dabei eher um seine vorbildliche Standfestigkeit im Glauben. Sein Grab wird seit dem 4. Jahrhundert an der Via Appia in Rom verehrt, die Basilika San Sebastiano gehört zu den sieben Hauptkirchen Roms, die von den Gläubigen vor allem während eines „Heiligen Jahres“ aufgesucht werden.

Mit der Ausweitung des römischen Imperiums hatten aus den eroberten Gebieten eine ganze Reihe von Gottheiten und unterschiedlichen religiösen Kulten ihren Platz neben den „klassischen“ römischen Göttern gefunden. Mit dem Gott der Juden und Christen hat das nie geklappt. Warum? Weil sie sich an die wichtigste Spielregel nicht halten konnten: Alles war erlaubt, solange den Göttern und dem als Gottheit verehrten Kaiser geopfert wurde. Und das konnten sie nicht mitmachen. Für die Juden endete das in der Katastrophe der Zerstörung Jerusalems und des Tempels, über die Christen brachen immer neue Wellen der Verfolgung hinein. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ – In dieser eifersüchtig wirkenden Forderung der Zehn Gebote liegt für manche heutige Kritiker der Ursprung religiöser Intoleranz. Aber das ist Unsinn, denn dieses Gebot ist eine enorme Entlastung: Die Dinge sind nur Dinge, Menschen sind nur Menschen. Nichts ist so wichtig, so groß und so bedeutsam, als dass ich mich vor ihm endlos klein machen müsste. Keine Macht ist absolut, Ruhm ist vergänglich.
„Schenke auch uns den Geist der Stärke, damit wir dir mehr gehorchen als den Menschen!“, das ist der entscheidende Satz aus dem Tagesgebet am Fest des hl. Sebastian und darauf kommt es an. Dass dieser Geist der Stärke in uns immer mehr zunimmt, das möchte ich uns wünschen!

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