Montag, 27. Januar 2014

27. Januar: Julian - Predigt und Glauben

Heute gedenkt die Kirche von Paderborn des hl. Bischofs Julian von Le Mans, des Vorgängers des hl. Liborius. Seine Amtszeit fällt wahrscheinlich in die Jahre 301 bis 348. Nach Übertragung seiner Gebeine in die Kathedrale der Stadt im Jahr 835 wurde er schließlich 1158 deren Patron. Wenige Jahre später übersandte das Kapitel von Le Mans eine Vita und Reliquie des hl. Julian nach Paderborn. Eine Figur Julians am Paradiesportal des Paderborner Domes weist auf die Verehrung Julians in Paderborn seit dieser Zeit hin.


Vor vielen Jahren konnte ich, wie viele andere auch, als Seminarist am Juliansfest in Le Mans teilnehmen und in einer wirklich hoch interessanten Woche die französische Kirche und vor allem ihre herzliche Gastfreundlichkeit ein wenig erfahren und kennen lernen. (Was besonders spannend sein kann wenn man überhaupt kein Wort französisch spricht und derjenige, der es meint zu können, auch nicht über eine Baguettebestellung hinaus kommt...)
Die Lesehore bietet einen Text des 1946 verstorbenen Paderborner Dompropstes Paul Simon:

"Der Prediger kann nicht verkünden, wenn er nicht selbst glaubt, wenn er den Glauben nicht erfahren hat. Seine Glaubenserfahrung ist also von äußerster Wichtigkeit, denn sie prägt seine Verkündigung, sie gibt ihr die Wärme oder Kälte, sie gibt ihr die Tiefe oder Oberflächlichkeit, sie gibt ihr die Anschaulichkeit und Wirklichkeitsnähe, oder die Abstraktheit und Wirklichkeitsferne."

Da ist was dran: Nehmen wir uns doch einmal vor, in der nächsten Zeit die Predigten die wir hören, auf den Glauben des Predigers hin zu hören! Nicht im Sinne von "Rechtgläubigkeit", sondern was sagt uns diese Predigt über diesen Menschen und seinen Glauben? Und auch für diejenigen, die die Predigten halten: Was hat das, was ich sage, mit mir, meinem Glauben und meiner Lebenswirklichkeit zu tun?
Das könnte zu interessanten Erkenntnissen führen.

Das Tagesgebet vom hl. Julian lautet:

"Herr, unser Gott, du hast dem heiligen Bischof Julian des Geist des Rates und der Stärke verliehen, damit er die Kirche von Le Mans leite und im Glauben festige. Erleuchte auch uns, damit wir unsere Aufgabe erkennen und sie in der Kraft deines Geistes erfüllen."

Diese Erleuchtung wollen wir uns für die neue Woche wünschen!

1 Kommentar:

  1. Der Vorschlag zu den Predigten und Predigern ist ja anfürsich nicht schlecht.
    Wenn man allerdings Sonntag für Sonntag Stichworte, wie „mehr Barmherzigkeit“ und „Wiederverheiratete Geschiedene“ etc. in den außerordentlich unordentlichen Messen zu hören bekommt, dann hätte ich zwei Alternativen als Rat damit umzugehen:

    1. Man nehme sich ein gutes Buch mit in die Messe, wie etwa Texte eines Kirchenvaters (z.B. Predigten von Augustinus) und lese diese während der Predigt, wobei man sich vorher Ohro-Pax in die Ohren stecken sollte.

    2. Man gehe einfach in eine andere Kirche/Messe z.B. nebenan in die Messe in der außerordentlichen Form in der Liturgie und Predigt ordentlich sind.

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