Sonntag, 23. Februar 2014

Die Stärke unseres Gegners liegt in unserer eigenen Schwäche

"Die Stärke unseres Gegners liegt in unserer eigenen Schwäche, und die wird verursacht durch unserere Zwistigkeiten. Diese Überlegungen gelten zum Teil auch für die katholische Kirche. Ihr Gründer, Christus, hat diese Spaltungen befürchtet und deshalb ein solides Fundament für die Einheit geschaffen. Er hat gesagt: 'Ich wünsche, dass meine Jünger eins sind, dass sie einen einzigen Schafstall bilden.' Um dieses Ziel zu erreichen, hat er aus der Menge die Zwölf ausgewählt und zu ihnen gesagt: 'Wer euch hört, hört mich.' Da er Spaltungen unter den Zwölf und ihren Nachfolgern voraussah, wollte er, dass einer von ihnen ihr Oberhaupt, ihr größerer Bruder sei. Deshalb sagte er zu Petrus: 'Weide meine Schafe' und 'stärke deine Brüder'. Es gibt also einen Ausweg aus unserer Situation: Wenn Gläubige, Priester, Ordensleute und Bischöfe sich eng um den Papst scharen, wird keiner die Kirche spalten."

Johannes Paul I: Ihr ergebener Albino Luciani - Briefe an Persönlichkeiten, hier aus dem Brief an Andreas Hofer, Mai 1974

Mit einem schönen Foto von gestern aus Rom (Danke an Stanislaus) allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag!

Kommentare:

  1. Kardinal Luciani konte niemals ahnen, was sich um das Papstamt 40 Jahre später abspielen würde. Hätte er es vorausgesehen, er hätte diese Zeilen nie geschrieben. Wir dürfen uns nicht mehr um den Papst scharen. Wir können uns nur noch um das ewige Rom scharen, das vom Papst verraten wird.

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    1. Das könnte ja wortwörtlich aus dem Mitteilungsblatt der Piusbruderschaft abgeschrieben sein. Oder mit etwas Phantasie sogar von Martin Luther stammen. Wobei Luther mit Blick auf die Päpste seiner Zeit wohl noch am ehesten Recht hat. Piusbrüdern und Luther ist allerdings wohl ein irrtümlicher spiritualisierter Kirchenbegriff eigen: Das "ewige Rom" ist nicht mehr als eine rhetorische Kunstfigur, "Rom" ist immer sehr konkret, mit allen seinen Stärken und Schwächen, Albino Luciani hatte immerhin das Pontifikat Paul VI. und die katastrophale Lage der Kirche in den 1970er Jahren vor Augen als er das schrieb. Und trotzdem hat er es geschrieben! Bei den Piusbrüdern kommt dann noch ein isolierter Traditionsbegriff hinzu. Nein, ein Fan von Papst Franziskus bin ich aus guten Gründen wirklich nicht, und ich halte auch nichts von der Meinung, man müsse dem Papst gehorchen, weil er eben der Papst sei. Das ist mir zu einfach. Ich glaube auch, dass die "alte" Liturgie das Sakrale besser abbilden kann als die "neue" Liturgie. Aber Papst Franziskus Verrat vorzuwerfen - da kann ich doch nicht folgen. Und was die Piusbrüder betrifft: Sie haben ihre Chance, ihr "Zeitfenster", gehabt und haben es nicht genutzt und sind echte Sargnägel am Pontifikat Benedikt XVI. Schade.

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