Mittwoch, 5. Februar 2014

St. Kamillentee richtet sich aus!

Da schlägt man morgens die Zeitung auf und entdeckt ein Foto des neuen Gesamtpfarrgemeinderates von St. Kamillentee: 11 Damen und Herren halten mit teils verklärtem Lächeln insgesamt 2 hellblaue, 1 dunkelgelben, 3 rote, 1 dunkelblauen, 1 zitronengelben und 3 orange Luftballons in den Händen. Aha, denkt sich da der methodisch trainierte Betrachter, da hat sich gruppendynamisch etwas ereignet!
Und so ist es auch: Man richtete sich bei einem Klausurtag für neue Projekte aus! Zuerst allerdings diskutierte man lebendig die eigenen Visionen und Erwartungen an die Kirche vor Ort. (Beim Pastoralbingo ist das die Karte: "Kirche sollte / Kirche muss") Ja, der "frische Wind, der momentan auch in Rom bläst" sei sogar "in der Gruppe der gewählten und berufenen Gemeindemitglieder zu spüren." Na wenn das mal kein Orkan wird. Und das kleine Wortspiel kann ich mir jetzt nicht verkneifen: Nicht alle Berufenen sind gewählt, aber hoffentlich sind alle Gewählten auch berufen...
Jedenfalls gab es dann noch einen Ausblick auf die bunte und lebendige Vielfalt im Gemeindeleben (vermutlich ein kurzer TOP), ein Schreibgespräch, und dann noch die Beschriftung der Luftballons mit Kernaussagen. Die hat man dann aber nicht fliegen gelassen, sondern in den Gottesdiensten des Wochenendes präsentiert. Wobei ich selbst im liturgiereformierten Ritus das Element "Präsentation" nicht finden kann.  
"Insgesamt war am Abend des Veranstaltungstages ein positives, motivierendes Ergebnis in den Gesichtern der Teilnehmer abzulesen." Ich dachte, die Ergebnisse wären auf den Ballons, vielleicht war man ja auch nur froh, dass der Tag rum war. Was jetzt die Ergebnisse und Projekte genau sind, geht aus dem Artikel nicht hervor.
Ich will jetzt nicht weiter lästern, ich hätte mich ja auch wählen lassen können (der Aufruf zur PGR-Wahl vom letzten November steht ja auch immer noch auf der Homepage) und alles anders machen können. Hab ich aber nicht, ich weiß. Aber irgendwie bleibt bei Berichten über solche Veranstaltungen immer ein ganz komisches Gefühl zurück.

Kommentare:

  1. Hättste dich wählen lassen, dann hättste auch so einen schönen Luftballon bekommen.

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    1. Ne ne ne…

      Wer sich zu so einer Wahl aufstellen läßt, der gehört auch zu IHNEN.
      Wir wissen doch alle, daß SIE die Macht haben. SIE bestimmen die Umfragen. SIE wollen die Mehrheit. SIE wollen die Veränderung.
      SIE sagen: „Seht wir machen alles neu.“
      Man solle sich weder mit IHNEN anlegen noch sich zu IHNEN gesellen.
      Das ist höchst gefährlich.
      Sonst kann es passieren, daß SIE sagen: „Komm, wir nehmen dich an die Hand und führen dich.“

      Und: Ehe man sich dann versieht ist man in IHRER Heimat, in BIELEFELD.“


      Oder so ähnlich jedenfalls.

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